Steigende Wohnungslosigkeit: Ein Blick auf den Bremer Treff

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Maximilian Müller ist Diakon und Sozialarbeiter im Bremer Treff. Christina Kuhaupt Die Zahl der Wohnungslosen in Bremen nimmt laut Maximilian Müller vom Bremer Treff zu; täglich nutzen 80 bis 100 Menschen die Essensausgabe. Gründe für Wohnungslosigkeit sind laut Müller steigende Lebenshaltungskosten, Schicksalsschläge wie Krankheit oder Jobverlust und insbesondere bei Osteuropäern fehlender Anspruch auf Sozialleistungen. Wohnungslose meiden oft Notunterkünfte aus Gründen wie Sicherheitsbedenken oder Haustieren; sie sind häufig Ziel von Übergriffen und werden von öffentlichen Plätzen vertrieben, sagt Müller. Unser Artikel wurde mit KI für Sie zusammengefasst. → Mehr Infos Mehr anzeigen Weniger anzeigen Im Bremer Treff sei er jeden Tag, sagt Günther Patrik. Man kennt sich. "Hey, Peter!", ruft er einem weißhaarigen Mann zu, der ihn zurückgrüßt. Er komme wegen der warmen Mahlzeit, sagt der 33-Jährige, der nach eigenen Angaben wohnungslos ist: "Meine Postadresse ist der Bremer Treff." Weit vor 17 Uhr, wenn die Begegnungsstätte an der Tiefer öffnet, bilde sich vor dem Eingang eine Schlange. "Die Leute drängeln, jeder will der Erste sein", sagt er. Patrik erzählt, dass er vor zwei Jahren mit seiner Familie aus Polen gekommen sei und anfangs als Gabelstaplerfahrer gearbeitet habe. Eines Tages habe seine Frau ihn wegen eines anderen Mannes verlassen. Günther Patrik verlor die Arbeit und die gemeinsame Wohnung. "Deutsch konnte ich nicht. Das habe ich auf der Straße gelernt", sagt er. Dort sitze er tagsüber mit einem Pappbecher und bettle um ein paar Münzen, meist schlafe er draußen. Zum Duschen und Wäschewaschen gehe er in die Johannis-Oase im Schnoor. Im "Hotel" – so nennt er die Notunterkünfte, die die Bremer Fachstelle Wohnen vermittelt – übernachte er nicht gern. "Zu viele Leute. Einmal hätte ich fast Läuse gekriegt", erklärt er. Ein Ehrenamtlicher bringt einen Teller Suppe mit Gemüse und etwas Fleisch, dazu ein Stück Brot. "Wir hatten mal eine Essensausgabe mit Selbstbedienung, aber das haben wir bewusst geändert. Damit die Menschen sich auch mal bedienen lassen können", sagt Diakon und Sozialarbeiter Maximilian Müller, der seit zwei Jahren im Bremer Treff aufsuchende Seelsorge macht. "Das führt mich an Orte, wo die wohnungslosen Menschen sind: auf der Straße, im Bremer Treff oder in der Winterkirche von Unser Lieben Frauen", erklärt er. Ansonsten seien im Bremer Treff auch Menschen in Altersarmut, mit psychischen oder körperlichen Erkrankungen, Arbeitssuchende oder Einsame. Wohnungslosigkeit betreffe Menschen von Anfang 20 bis 89, nicht immer spiele Drogen- oder Alkoholkonsum eine Rolle, sagt Müller. Die meisten Obdachlosen – also Personen, die komplett auf der Straße leben – seien Männer. "Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt. Das Leben für Frauen in unserer Gesellschaft ist nicht sicher", erläutert Müller. Hinzu komme der Faktor Straße. Ein anderer Punkt sei der Wunsch, in der Notlage unerkannt zu bleiben. "Das führt dazu, dass Frauen lieber bei einem Partner als auf der Straße leben, auch wenn es eine missbräuchliche Beziehung ist", sagt Müller. Es gibt zu wenige Wohnungen, die bezahlbar sind. Das ist und bleibt das größte Problem. Maximilian Müller, Diakon und Sozialarbeiter im Bremer Treff Nach Müllers Einschätzung hat die Wohnungslosigkeit zugenommen. "Die Besucherzahlen der Angebote, in denen ich tätig bin, sind gestiegen. Das lässt vermuten, dass mehr Menschen in Armut und auf der Straße sind", sagt Müller. Ihm zufolge nehmen 80 bis 100 Menschen pro Tag das Essensangebot werktags von 17 bis 20 Uhr wahr. Vor zwei Jahren seien es noch 60 bis 90 Besucher gewesen. Für den Bremer Treff, der sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden trägt, eine Herausforderung: "Mehr Gäste heißt auch mehr Kosten." "Viele hoffen, dass ich ihnen eine Wohnung verschaffen kann. Das kann ich aber nicht", schildert Müller. "Es gibt zu wenige Wohnungen, die bezahlbar sind. Das ist und bleibt das größte Problem." Seine Hilfe bestehe darin, gespendete Kleidung und Schlafsäcke auszugeben und bei Formularen oder Widersprüchen gegen Amtsentscheidungen zu unterstützen. Bei juristischen Fragen, Migrationsrecht oder Schuldnerberatung verweise er an spezielle Beratungsstellen. Außerdem seien regelmäßig Ärzte und Augenärzte anwesend. "Viele nutzen die Sprechstunden, weil sie aus dem Krankenkassensystem gefallen sind", sagt Müller. "Ein Riesenthema bei Wohnungslosen ist auch Pflegebedürftigkeit." Ein Bedarf, für den es keine Lösung gebe. Nicht zu vergessen: Auf der Straße zu übernachten, berge das Risiko des Kältetodes. Im Winter sind Notunterkünfte zwar auch für Nicht-EU-Bürger geöffnet, die keine Sozialleistungen erhalten. Dennoch lehnten Wohnungslose, die die Notunterkunft nutzen dürften, dies zum Teil ab. "Zum Beispiel Hundebesitzer, weil die Tiere dort nicht erlaubt sind", sagt Müller. Aber auch Sicherheitsbedenken spielten eine Rolle. "Der Geduldsfaden ist kürzer, wenn man viele Nächte draußen geschlafen hat", deutet Müller an. Doch das Problem stelle sich auch draußen: Laut Müller sind Wohnungslose regelmäßig Zielscheibe von Diebstahl oder körperlichen Übergriffen. Wer wohnungslos ist, werde zudem oft von zentralen Orten wie dem Bahnhof oder der Innenstadt vertrieben, durch die Polizei oder Sicherheitsdienste. "Man will Kriminalität bekämpfen und kriminalisiert Wohnungslose", sagt Müller. Konkret hat der Diakon dies an einem leer stehenden Haus in der Nähe beobachtet. Am Eingang hätten regelmäßig zwei obdachlose Frauen geschlafen. Bevor das Team des Bremer Treffs Vertrauen zu ihnen aufbauen konnte, seien die Frauen durch einen mit Schloss gesicherten Zaun vertrieben worden. Man will Kriminalität bekämpfen und kriminalisiert Wohnungslose. Maximilian Müller, Diakon und Sozialarbeiter im Bremer Treff Die Gründe für Wohnungslosigkeit seien unterschiedlich. Auf allen laste der Druck durch steigende Preise bei Miete, Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Lebens. Viele seien zusätzlich durch Schicksalsschläge wie schwere Krankheiten oder Todesfälle aus der Bahn geworfen worden. Hinzu komme oft der Verlust des Arbeitsplatzes. "Und plötzlich ist die erste Nacht draußen schon passiert", sagt Müller. Ein Zurück sei dann oft nicht mehr möglich, weil dann andere Fragen wichtig würden: Wohin mit dem Eigentum? Wo schlafe ich heute Nacht? Jüngere Menschen würden oft wohnungslos, wenn sie schon einen schweren Start ins Leben hatten. Manche würden mit 18 von ihren Eltern rausgeworfen. Selbst wenn sie anschließend bei Freunden unterkommen, "dann bin ich nur einen Streit von der Obdachlosigkeit entfernt", sagt Müller. Zunehmend von Wohnungslosigkeit betroffen seien auch Menschen aus Osteuropa. "Sie kommen her, um zu arbeiten, zum Beispiel zum Spargelstechen oder im Gerüstbau. Alles, was in Deutschland Geborene ungern machen." Wenn sie für die Arbeit, oft unwissentlich Schwarzarbeit, nicht bezahlt würden und sich dagegen wehren wollten, seien sie den Job rasch los. Sie verlören ihre Wohnung, hätten aber keinen Anspruch auf Sozialleistungen. "Im schlimmsten Fall sind sie ohne Papiere hier gestrandet, in der Obdachlosigkeit", sagt Müller. Welche speziellen Herausforderungen gibt es für wohnungslose Frauen und wie unterscheiden sich deren Lebenssituationen von denen der Männer laut Maximilian Müller? Laut Maximilian Müller unterscheiden sich die Lebenssituationen wohnungsloser Frauen von denen der Männer insbesondere durch spezifische Risiken und Herausforderungen wie die erhöhte Gefahr von Gewalt und fehlender Privatsphäre in Notunterkünften, weshalb sie solche Angebote oft meiden. Frauen sind häufiger durch Partnerschaftsgewalt oder Trennung von ihrem Zuhause bedroht und stehen zudem vor besonderen Hürden, etwa wenn sie Kinder oder Haustiere haben und dadurch viele Unterbringungsmöglichkeiten ausscheiden. Hinzu kommt, dass es zu wenige frauenspezifische Hilfsangebote gibt, sodass wohnungslose Frauen verstärkt Gefahr laufen, in verdeckter Wohnungslosigkeit zu leben, etwa indem sie bei Bekannten unterkommen, was deren Situation oft unsichtbar macht. Quellen 58 Jahre lang führt Steffi ein "normales" Leben, wie sie sagt, mit Job, Auto und Wohnung. Dann wird sie obdachlos. Uns hat sie erzählt, wie sie den Weg zurück in eigene vier Wände geschafft hat. Kein Job, hohe Schulden oder vom Partner getrennt: Wer in einer Krisensituation seine Wohnung verliert, landet schlimmstenfalls auf der Straße. Der Weg aus der Obdachlosigkeit ist oft mühsam. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2030 sollen alle Menschen in Deutschland Zugang zu einer Wohnung haben. Die Bauministerin legt einen Aktionsplan vor. Doch kann dieser Obdachlosigkeit beenden? Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt. → Mehr Infos Zur Startseite

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