Alibaba Aktie: Kapitalerhöhung finanziert KI-Ausbau

Alibaba Aktie: Kapitalerhöhung finanziert KI-Ausbau
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Category: Business
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Wenn Analysten einen Aktienkurs fallen sehen und trotzdem ihr Rating bestätigen, lohnt sich ein zweiter Blick. Genau das passiert gerade bei Alibaba. Bernstein SocGen senkte am Sonntag das Kursziel von 180 auf 165 Dollar, beließ aber das Outperform-Rating unangetastet. Der Grund für die Skepsis: eine Aktienplatzierung über 10,2 Milliarden Dollar, mit der Alibaba seine KI-Expansion finanziert. Seit der Ankündigung am 23. August ist die Aktie um 5 Prozent gefallen. Der aktuelle Kurs von 96,80 Euro liegt inzwischen 41 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 164,20 Euro aus dem Oktober – eine Zahl, die auf den ersten Blick nach Krise aussieht, bei näherem Hinsehen aber eher nach einer Verdauungspause wirkt. Die Kapitalerhöhung ist kein Alarmsignal, sondern ein Investitionsprogramm 'Investor Grumbling' nannte Bernstein-Analyst Robin Zhu die Marktreaktion – Anlegerärger, der ihn nicht überrascht. Ich teile diese Einschätzung. Eine Kapitalerhöhung verwässert kurzfristig, keine Frage. Aber sie muss im Kontext dessen betrachtet werden, wofür das Geld eingesetzt wird: den Ausbau von KI-Chips wie Zhenwu 810E und M890, deren Amortisationszeit Bernstein auf rund drei beziehungsweise 2,5 Jahre schätzt. Wer hier nur die Verwässerung sieht, übersieht das eigentliche Bild – ein Unternehmen, das in einem Wachstumsmarkt aggressiv investiert, statt zu zögern. Diese These wird durch die operativen Zahlen gestützt, die Goldman Sachs zur Aufnahme von Alibaba in seine 'Buy-the-Dip'-Liste bewogen haben. Für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 rechnet das Haus mit einem Gewinnwachstum je Aktie von 64 respektive 33 Prozent. Im Juni-Quartal legte der Umsatz um 9 Prozent auf 268,95 Milliarden Yuan zu, während die Cloud-Sparte mit KI-Fokus um 45 Prozent auf 48,44 Milliarden Yuan wuchs. Das bereinigte EBITA in diesem Segment sprang um 133 Prozent auf 5,63 Milliarden Yuan. Für mich ist das der eigentliche Kern der Geschichte: Alibaba verbrennt nicht einfach Kapital, sondern skaliert profitables Wachstum in genau dem Bereich, für den auch die neue Kapitalspritze bestimmt ist. Analystenkonsens spricht für eine Neubewertung nach unten übertriebener Sorgen Auch jenseits von Bernstein bleibt das Bild konstruktiv. Bank of America erhöhte ihr Kursziel jüngst auf 175 von 172 Dollar mit Buy-Rating und verweist auf die Full-Stack-KI-Cloud-Strategie mit klaren Finanzzielen bei Cash-Payback und Free Cashflow. Susquehanna sieht sogar 190 Dollar als fair an. Der Analystenkonsens liegt bei Strong Buy mit zwölf Kaufempfehlungen und einem durchschnittlichen Kursziel von 189,46 Dollar – ein implizites Potenzial von 67 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau in US-Dollar-Notierung. Auch Jefferies, die eigentlich über den KI-Anbieter Zhipu berichteten, nannten Alibaba explizit als bevorzugten Titel gegenüber chinesischen KI-Firmen mit fragwürdiger Monetarisierung. Was mich an der aktuellen Marktlage besonders überzeugt: Alibaba ist Teil eines branchenweiten Investitionsschubs. Zusammen mit Tencent und Baidu erhöhten Chinas Tech-Giganten ihre Investitionsausgaben im zweiten Quartal um 105 Prozent auf 19 Milliarden Dollar, ein erheblicher Teil davon für KI-Chips. Zugleich expandiert Alibaba auf der Konsumentenseite: Über Tmall verkaufen inzwischen KI-Entwickler wie Moonshot und Z.ai ihre Abonnements, während die eigene Alibaba Cloud die neue 'AI Space Station'-Plattform mitträgt. Parallel dazu meldete die Reisetochter Fliggy einen Nachfrageboom im Auslandstourismus – ein Segment, das zwar klein, aber ein Beleg für die operative Breite des Konzerns ist. Mein Fazit Der Kursrückgang der vergangenen Wochen – der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 101,25 Euro, aktuell notiert die Aktie 4,4 Prozent darunter – wirkt auf mich wie eine kurzfristige Reaktion auf Verwässerungsängste, nicht wie ein fundamentales Warnsignal. Die Kombination aus beschleunigtem Cloud-Wachstum, bestätigten Kaufratings mehrerer Häuser und einem regierungsseitig gelockerten Zugang zu leistungsfähigeren Nvidia-Chips spricht dafür, dass der Markt hier kurzfristiges Rauschen mit langfristiger Substanz verwechselt. Die Volatilität dürfte hoch bleiben, aber die Argumente für eine Erholung überwiegen für mich klar gegenüber jenen für eine fortgesetzte Schwäche.

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