Nach AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt: Hunderte bei ungewöhnlicher Demo in Dresden – Initiative plant weiteren Protest

Nach AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt: Hunderte bei ungewöhnlicher Demo in Dresden – Initiative plant weiteren Protest
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Category: Politics
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Dresden. Auf dem Schlossplatz in Dresden zeigt sich am Montagabend ein für Demonstrationen ungewöhnliches Bild. Statt Transparente mit Forderungen in die Luft zu halten und Slogans zu brüllen, sitzen Hunderte Teilnehmer in kleinen Kreisen auf dem Boden und sprechen miteinander darüber, wie es ihnen mit den Wahlergebnissen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom Vortag geht. So zum Beispiel Paul. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige Der 24-Jährige kommt aus Halle und zog vor vier Jahren für sein Studium nach Dresden. 'Ich sitze hier, weil ich mir nach dem Ergebnis dachte: Fuck, wir müssen etwas anders machen.' Auch seine Freunde in Halle seien schockiert und wütend, dass eine vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei in seiner Heimat bald an der Macht sein könnte. Sitzkreise statt Reden und Sprechchöre In den Gruppen erzählen Teilnehmer, dass sie bewusst gestern nicht aktiv die Wahlberichterstattung geschaut haben, um sich nicht herunterziehen zu lassen. Andere machen sich Sorgen vor dem, was eine AfD-Regierung für die Menschen in Sachsen-Anhalt bedeutet. Manche sprechen von Panikattacken, andere von der Verzweiflung, welche die mehr als 40 Prozent für die AfD bei ihnen auslösen. Und sie diskutieren die Frage, was man machen könne und müsse, um mit AfD-Wählern ins Gespräch zu kommen. Und gemeinsam schmieden sie Pläne, wie sie eine große Demo am Sonntag gestalten wollen. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige In seiner Sitzgruppe sagt Paul, der Teil des Organisationsteams ist: 'Stellt euch vor: Auf dem Theaterplatz sind 40.000 Menschen und die setzen sich so wie wir heute in kleinen Gruppen zusammen hin und reden einfach miteinander. Sie kommen aus unterschiedlichen Stadtteilen, tauschen sich aus und über die ganze Stadt schaffen wir untereinander eine neue Verbindung.' Die Vereinzelung zu durchbrechen und zu zeigen, dass niemand allein ist, sei wichtiger als jeder Redebeitrag. Großdemo auf dem Theaterplatz geplant Die Veranstalter nennen die Initiative 'Zeit zum Handeln'. Viele von ihnen haben auch die Brandmauer-Demos vor zwei Jahren mit zehntausenden Teilnehmern mitorganisiert. Am Sonntag, um 13 Uhr, soll es auf dem Theaterplatz erneut eine große Demonstration geben, es sollen wieder Tausende werden. Doch dieses Mal wollen sie es anders machen. So sieht es auch Mitinitiator Anton Festag: 'Die Demo heute ist eine Vorbereitung für Sonntag.' Am Montag nach der Wahl sollen dafür Ordner gefunden und eine Struktur vorbereitet werden. 'Wir haben bei den Brandmauer-Demos zehntausende Menschen mobilisieren können, aber es ist daraus leider keine langfristige Struktur gewachsen.' Das soll dieses Mal anders werden. Deshalb der neue Ansatz. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige 'Normalerweise kommen Leute auf Demos allein oder in kleinen Gruppen und so gehen sie auch wieder', sagt Paul. Das wolle man ändern und echten Austausch schaffen. 'Die Kundgebung richtet sich an alle Menschen, die für eine demokratische und offene Gesellschaft eintreten wollen', sagt er. 'Lasst uns zusammenkommen. Lasst uns zeigen, dass Demokratie so viel mehr braucht als ein Kreuz auf einem Stimmzettel.' Tatsächlich lassen sich im Sitzkreis von Paul eine Handvoll Menschen überzeugen, am Sonntag selbst einen Sitzkreis zu moderieren.

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