LONDON (IT BOLTWISE) – David Tepper stockt laut Bericht seine Wette auf KI-nahe Technologieunternehmen auf. Im Appaloosa-Management-Portfolio sollen Space Exploration Technologies und CoreWeave neu beziehungsweise stärker vertreten sein. Für beide Titel werden von Marktschätzungen deutliche Kurschancen innerhalb von zwölf Monaten abgeleitet. Gleichzeitig wirkt insbesondere SpaceX an der Bewertung gemessen sehr ambitioniert.
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren
David Tepper gilt seit Jahren als Investor, der eher auf große, schwer zu ignorierende Trends als auf kurzfristige Hypes setzt. Der aktuelle Schritt fällt deshalb auch im Kontext seines Hedge-Fonds Appaloosa Management ins Gewicht: Für die zweite Quartalsrunde wird dort zusätzlich Space Exploration Technologies (SpaceX, gelistet als NASDAQ: SPCX) und CoreWeave (NASDAQ: CRWV) genannt. Diese beiden Unternehmen stehen technologisch an einem gemeinsamen Schnittpunkt – Rechenleistung, KI-Ökosysteme und die Frage, wie schnell aus Infrastruktur echte Skaleneffekte werden. Tepper und sein Team adressieren damit nicht nur 'KI als Schlagwort', sondern KI als Infrastrukturproblem, das sich in Nachfrage nach Rechenzentren, Beschaffung und Betrieb widerspiegelt.
Ein zentraler Punkt in der Marktdebatte ist die Erwartung an Kursbewegungen. Der Bericht nennt für SpaceX eine durchschnittliche Preisprognose von 222,32 US-Dollar; ausgehend von einem Kurs um 148 US-Dollar entspräche das einem Aufwärtspotenzial von rund 50% bis in die kommenden zwölf Monate. Für CoreWeave wird eine ähnliche Größenordnung 'bedeutend' in Aussicht gestellt. Wichtig ist dabei: Solche Preisziele sind weniger eine Aussage über die Gegenwart als über die erwartete Dynamik – also wie schnell Umsätze wachsen, welche Margen perspektivisch realistisch werden und ob sich die Finanzierungslage stabilisiert. Genau hier wird auch der Bewertungskonflikt sichtbar, denn der genannte Blick in die Kennzahlen zeigt bei SpaceX ein Preis-Umsatz-Verhältnis (Price-to-Sales) von 69,1. Diese Spanne ist für viele Investoren ein Warnsignal, weil sie impliziert, dass der Markt künftige Cashflow-Verbesserungen sehr weit vorwegnimmt.
Operativ liefert der Bericht für SpaceX mehrere Bausteine, die die Optimisten-Timeline erklären sollen. Beim Umsatz wird im zweiten Quartal ein Wachstum von 92% im Jahresvergleich auf 7,8 Mrd. US-Dollar genannt. Gleichzeitig bleibt SpaceX unprofitabel: Der Nettoverlust pro Aktie habe sich zwar fast halbiert, von 1 Mrd. US-Dollar auf 541 Mio. US-Dollar. Genau diese Kombination – stark steigende Einnahmen bei zugleich noch hoher Kostenlast – ist typisch für Unternehmen, die große Kapitalaufwände tätigen müssen, um eine Plattform auszubauen. Dazu passt die Aussage, dass KI-relevante Erlöse im Vergleich zum Durchschnitt der Gesamtgesellschaft schneller gewachsen seien. In der Praxis bedeutet das oft: KI-Engagement verschiebt Prioritäten im Betrieb, etwa bei Rechen- und Netzwerkarchitektur, in der Beschaffung sowie bei der Service-Integration, die später als wiederkehrender Umsatz sichtbar wird.
Daneben spielt im Bericht auch der 'nicht nur KI'-Hebel eine Rolle: SpaceX wird als breiter Technologieanbieter eingeordnet, dessen Raumfahrtfortschritte und Satelliteninternet perspektivisch als zusätzlicher Wachstumstreiber wirken. Genannt werden erfolgreiche Starship-Testflüge und die Erwartung, dass Starlink-Verbindungen in Richtung eines bedeutenden globalen Carrier ausgebaut werden könnten. Technisch betrachtet ist das vor allem deshalb relevant, weil Satellitenkonnektivität – anders als ein klassischer Software-Only-Ansatz – sowohl Netzwerkinfrastruktur als auch Betriebsknow-how erfordert. Für die KI-Wette bedeutet das: KI-Workloads hängen zwar stark von Rechenleistung ab, aber sie brauchen auch zuverlässig verfügbare Konnektivität, um Daten, Modelle und Rückkopplungsschleifen in Echtzeit zu orchestrieren. Wenn Starlink in größere Carrier-Strukturen integriert wird, kann das die Reichweite von KI-Anwendungen indirekt erhöhen, selbst wenn KI-Modelle selbst auf Servern laufen.
Bei CoreWeave liegt der Fokus laut dem Bericht stärker auf der KI-Nachfrage über die Rechenzentrums-Schiene. CoreWeave wird als zweites 'KI-nahe' Portfolio-Element nach Appaloosa-Informationen im zweiten Quartal zusätzlich aufgenommen. Das Muster dahinter ist in der Branche gut nachvollziehbar: Unternehmen, die KI-Betrieb als Service anbieten, profitieren oft davon, dass der Bedarf an Rechenkapazität nicht linear mit klassischen Workloads wächst, sondern sich durch Trainings- und Inferenzwellen beschleunigt. Für Investoren ist dabei entscheidend, ob CoreWeave die Kosten für Hardware, Energie und Betrieb so managt, dass sich die Nachfrage nicht nur kurzfristig in Auslastung übersetzt, sondern mittelfristig auch in bessere Marge. In Kombination mit Tepper's 'Total Conviction'-Signal-Logik aus dem Bericht wird außerdem klar, warum so ein Titel mit hoher operativer Hebelwirkung attraktiv sein kann: Es geht weniger um 'kleine' Verbesserungen, sondern um den Sprung in eine neue Größenordnung.
Für Käufer stellt sich damit am Ende die gleiche Frage, die in solchen Situationen regelmäßig unterschätzt wird: Lohnt sich der Einstieg, wenn die Bewertung bereits viel Gutes einpreist? Beim Bericht zu SpaceX ist der Maßstab hart – ein Price-to-Sales von 69,1 und gleichzeitig eine Schwäche bei der Profitabilität. Das heißt nicht, dass die Story falsch ist; es heißt nur, dass der Zeitplan sitzen muss. Wenn Umsatzwachstum und die erwartete Annäherung an die Gewinnzone in den nächsten Quartalen tatsächlich anziehen, kann sich die Bewertung stützen. Wenn nicht, wirkt ein hoher Multiplikator wie ein Bremsklotz, weil selbst solide Ergebnisse den Markt kaum überraschen. Für Entscheider in Unternehmen, die solche Aktien als Indikator für den KI-Infrastrukturausbau betrachten, ist deshalb vor allem eines relevant: Der Markt bewertet KI-Infrastruktur aktuell als strategischen Engpass – und nicht als beliebige Investitionsoption.
Spätestens ab hier wird auch die 'Double-Down'-Erzählung aus 2009 greifbar, die im Bericht auf Nvidia als damaliges Beispiel verweist. Historisch betrachtet zeigen solche Zyklen, dass frühe Gewinner oft nicht nur über Technik, sondern über Kapazität, Lieferketten und Umsetzungsgeschwindigkeit dominieren. Die Parallele zur Gegenwart liegt weniger in der exakten Aktie, sondern in der Logik: Wer die nächste Infrastrukturstufe mitbaut, kann bei hoher Nachfrage überdurchschnittlich profitieren. Ob SpaceX und CoreWeave dabei wirklich die von den Marktschätzungen erwarteten Sprünge erreichen, hängt allerdings an der gleichen Stellschraube wie immer – ob sich aus KI-Investitionen innerhalb weniger Jahre planbar wiederkehrende, margenfähige Geschäftsmodelle machen lassen.
946 Bewertungen Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung) V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!
(0)Comments