Natürlich hatte der FC Bayern mehr in das Spiel investiert und war dem erhofften Sieg deutlich näher. Trotzdem kann der Punktgewinn des FC Schalke beim 0:0-Unentschieden vom Samstagabend als verdient eingestuft werden, hat sich die Mannschaft von Miron Muslic doch über die vollen 90 Minuten überaus ehrgeizig und aufopferungsvoll gezeigt und die Tor-Maschine der Bundesliga daran gehindert, auch nur einen einzigen Treffer zu erzielen.
Wenig überraschend ging Königsblau mit lediglich 17 Prozent an Ballbesitz aus diesem Heimspiel heraus (via Sofascore ). Das war soweit erwartbar und gehörte zu den Aspekten, die Muslic so zusammenfasste, dass seine Spieler gegen den Rekordmeister auch das Leiden genießen müssten – was sie zweifelsohne taten. Miron Muslic nach dem Punktgewinn gegen die Münchener | UWE KRAFT/GettyImages
Umso schwieriger und zugleich wichtiger wird es nun sein, sich auf das Auswärtsspiel bei Union Berlin anzupassen. Es wartet eine völlig gegensätzliche Herausforderung auf den Aufsteiger, der drei Punkte aus der Alten Försterei entführen wollen wird.
Der größte Unterschied: Im Gegensatz zu den Münchenern werden die Eisernen den Ball gar nicht unbedingt haben wollen. Union ist – freundlich formuliert – nicht gerade für ihr Ballbesitz-intensives Spiel bekannt, viel eher für das Umschaltspiel, für ihre Standardsituationen und das Umschaltspiel. So wird Schalke viel mehr das Heft des Handelns in die Hand nehmen und wohl vorrangig selbst das Spiel machen müssen, obwohl auch Muslic gerne auf die Umschaltsituationen nach der Balleroberung setzt. Von Augsburg zu Bayern zu Union: Schalke muss zu Saisonbeginn mehrfach den Ansatz wechseln
Den offiziellen Statistiken von Bundesliga.com zufolge steht Union, sortiert nach den bisherigen Ballbesitz-Anteilen, nach den ersten zwei Spieltagen auf dem drittletzten Rang. Rund 41 Prozent an Ballbesitz wird den Eisernen zugerechnet, während der S04 aufgrund der Bayern-Partie mit 38 Prozent sogar auf dem mit Werder Bremen geteilt letzten Platz steht. Dass das zumindest auf die Knappen bezogen nicht sonderlich aussagekräftig ist, zeigen schon die 52 Prozent bei der 0:3-Niederlage beim FC Augsburg aus – obwohl Schalke die letzte halbe Stunde sogar in Unterzahl verbrachte.
Genau diese Umkehr, bereits vom FCA- zum FCB-Spiel, braucht Schalke jetzt wieder. Eine Umstellung, die in ihrer Komplexität nicht zu unterschätzen ist und durch die kurze Vorbereitung bis zum Freitagabend nur noch mehr im Fokus stehen wird.
Übrigens: Der Datendienstleister Opta attestiert Union eine Siegwahrscheinlichkeit von 43 Prozent, dem S04 nur von 32 Prozent. Die übrigen 25 Prozent sprechen demnach für ein Unentschieden. Die Gastgeber gehen logischerweise als Favorit in dieses Duell, wenngleich es der Prognose zufolge eng und spannend zugehen dürfte.
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