Stolze 441 Minuten dauerte es, bis der BC Aichach erstmals in der laufenden Saison ein Gegentor kassierte. Also deutlich mehr als sieben Stunden – was für ein Wert! Wobei, so ganz überraschend kam das Ganze nicht, schließlich gelten die Paarstädter als haushohe Aufstiegsfavoriten in der Kreisliga Ostschwaben, was sie mit sechs Siegen in ihren sechs bisherigen Punktspielen 2026/ 27 auch eindrucksvoll untermauerten. Gegen so ein Team zu zahlreichen Chancen oder gar Treffern zu kommen: ausgesprochen schwer.
'Team ist noch ein bisschen enger zusammengerückt'
441 Minuten am Stück ohne Gegentor – also bereits ein Rekord für die Ewigkeit in der laufenden Saison? Eine Bestmarke, die von den restlichen Mannschaften im Fußballkreis Ostschwaben nicht mehr zu knacken ist? Von wegen! Der BSV Berg im Gau steht unmittelbar davor, den Aichacher Topwert zu übertrumpfen. Am 9. August, beim 1:1-Remis zu Hause gegen dem SSV Alsmoos/Petersdorf, lag die Kugel bis dato letztmals im Kasten der Rot-Schwarzen. Genauer ausgedrückt in der zwölften Minute traf damals Fabian Franz gegen die Berg im Gauer. Seitdem konnten die jeweiligen BSV-Kontrahenten tun, was sie wollten – aber Schlussmann Johannes Steierl war nicht mehr zu bezwingen. Nicht mehr in den restlichen 78 Minuten gegen Alsmoos/Petersdorf, ebenso wenig in den vier folgenden Partien.
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Also viermal 90 plus einmal 78: Das macht insgesamt 438 Minuten. Folgerichtig fehlen dem BSV nur mehr 180 Sekunden zum Saisonrekord. Das sollte doch am nächsten Sonntag, in der Auswärtspartie beim TSV Inchenhofen machbar sein – zumal die 'Leahader' mit erst neun erzielten Toren die fünftschwächste Offensivabteilung der gesamten Kreisliga Ostschwaben besitzen.
Natürlich: In erster Linie zählt, dass die Berg im Gauer das Spiel an sich gewinnen. Alles andere ist nur eine Gedankenspielerei. Wenn auch eine sehr schöne, wie selbst BSV-Fußballchef Wolfgang Seel lächelnd zugeben muss. Und das nach einem Saisonstart, der für die Rot-Schwarzen nicht dümmer hätte verlaufen können. Denn unglaublich, aber wahr: In ihrer Auftaktpartie beim TSV Pöttmes kassierten sie gleich drei Gegentore – das Ganze sogar in den ersten 40 Minuten. Gerade Keeper Steierl dürfte sich an diesen ersten Augustsonntag nur mit Schrecken zurückerinnern, denn nach nicht einmal 120 Sekunden unterlief ihm damals ein höchst kurioses Eigentor, völlig unbedrängt warf er sich die Kugel hierbei in den eigenen Kasten.
Aber wie der 26-Jährige diesen Lapsus verarbeitete, wie er seit dem Fehlstart in Pöttmes performte – davor könne man laut Seel nur den Hut ziehen: 'Johannes hat sich aber auch ganz allgemein in den vergangenen Jahren super entwickelt – was nicht zuletzt an seinem enormen Trainingsfleiß liegt.' Prompt zählt Steierl auch in der laufenden Saison wieder zu den besten Keepern der Kreisliga Ost – beziehungsweise ist genau der sichere Rückhalt, den die Berg im Gauer in keineswegs leichten Zeiten benötigen.
Denn der BSV wird in diesem Sommer 2026 doch arg vom Verletzungspech gebeutelt. Oder, wie es Fußballchef Seel ausdrückt: 'In personeller Hinsicht kommen wir schon noch arg auf dem Zahnfleisch daher, unsere Bank ist Woche für Woche nur äußerst spärlich besetzt.' Umso stolzer sei er auf seine Mannen, die eben nicht nur seit bereits 438 Minuten ohne Gegentreffer sind, sondern damit zuletzt auch fünfmal hintereinander ungeschlagen blieben und hierbei elf Punkte sammelten. Der Lohn hierfür: aktuell der siebte Tabellenrang – weit weg von der Abstiegszone. 'Unser Ziel war, erneut eine ruhige Saison hinzulegen, und dafür sind es momentan sehr gut aus', freut sich Seel.
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Bereits in der Kreisliga-Spielzeit 2025/26 hatten die Berg im Gauer elfmal 'zu Null' gespielt. Und jetzt schon wieder diese beeindruckende Stärke in der Defensive . . . Wie kommts, Herr Seel? 'Ganz einfach: Wir legen in jedem Spiel enorm viel Wert darauf, zunächst mal keinen Gegentreffer zu bekommen.' Mit 'wir' meint der 44-Jährige übrigens nicht nur Schlussmann Steierl und die Vierer-Abwehrkette – zurzeit bestehend aus Fabian Busch, Manuel Sojer, Niklas Huber und Julian Winter – sondern schlichtweg die gesamte Mannschaft. 'Dadurch, dass wir momentan personell so gebeutelt ist, ist das Team noch ein bisschen enger zusammengerückt.Alle halten fest zusammen, sie helfen sich immer wieder gegenseitig – und es gibt keinen Zweikampf, der von unserer Seite nicht angenommen wird', so Seel. Ja, darauf sei er immens stolz: 'Wirklich Hut ab vor unseren Jungs.'
'Als Keeper achtest du sehr wohl auf deine Zu-Nulls'
Nochmals zu Keeper Steierl im Speziellen, der in den vier jüngsten Partien gleich vier 'weiße Westen' sammelte – also viermal ohne Gegentor blieb. Nur so zum Vergleich: Von allen anderen Torhütern, die in der laufenden Saison bei den Teams aus dem Altlandkreis Schrobenhausen zwischen den Pfosten stehen, schaffte es kein einziger, bis zum jetzigen Zeitpunkt zumindest zwei 'weiße Westen' zu sammeln. 'Zugegeben, normalerweise ist das eher zweitrangig. Aber als Keeper achtest du sehr wohl auf deine ,Zu-Nulls', so Seel. Und der 44-Jährige muss es ja wissen, schließlich ist er selbst ein Keeper aus Leidenschaft. Einer, der seit einiger Zeit zudem als Berg im Gauer Torwarttrainer fungiert. 'Also habe vielleicht auch ich einen kleinen Anteil daran, dass der Johannes momentan so gut ist', sagt Seel – und garniert das Ganze mit einem schelmischen Augenzwinkern.
SZ
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