NEUKIRCHEN AN DER ENKNACH (OÖ): Erfahrungsgemäß ist es so, dass einen das Feuerwehrvirus nicht mehr loslässt, vor allem dann nicht, wenn es einen schon seit Jugendjahren begleitet. Dies trifft wohl auch auf Albert Sperl zu, der im Jahre 1976 mit 16 Jahren der Neukirchner Feuerwehr beigetreten ist. Jugendbetreuer, Lotsenkommandant, Schriftführer, Verantwortlicher für EDV und Öffentlichkeitsarbeit, schließlich Kommandant der FF Neukirchen – diese Funktionen übte Albert in den vergangenen 50 Dienstjahren aus.
Von Magdalena Spreitzer, AFKDO Braunau
Feuerwehrvirus? Definitiv. Es wäre jedoch nicht 'Bert', wie ihn jeder nennt, wenn sich die Liebe zur Feuerwehr auf seinen Heimatort beschränkt hätte. So übernahm er auch auf Abschnitts- und Bezirksebene wesentliche Funktionen im Bereich Funk-, Lotsen- und Nachrichtenwesen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Feuerwehrpension – mehr als verdient, würde man sagen.
In Alberts Fall könnte man jedoch von einem Unruhestand sprechen. Der Grund dafür liegt tief in der Vergangenheit: Feuerwehrgeschichte, ein großes Hobby, das Bert schon lange begleitet. Neben der liebevollen Erhaltung und Pflege des Neukirchner Feuerwehrmuseums mit all seinen historischen Schätzen gilt er auch als einer der Herausgeber der Bezirksfeuerwehrchronik des Bezirkes Braunau. Als Archivar der FF Neukirchen hält er ein wachsames Auge über die immer weiterwachsende Feuerwehrchronik.
Die letzten Jahre beschäftigte sich Albert intensiv mit der Transkription von historischen Feuerwehrprotokollen, um sie für alle lesbar zu machen. Derartige Schriftstücke sind im Original ja in der Kurrentschrift überliefert. Bert spricht dabei von einem Suchtfaktor, der bei der Übersetzungsarbeit entsteht. So kam es, dass er nach den Neukirchner Protokollen im Bezirksarchiv die Chronik des Abschnittes Wildshut entdeckt und transkribiert hat. Diese steht nun für die Veröffentlichung bereit. Auf meine Frage, in welches Stück Feuerwehrgeschichte er nun eintauchen würde, meinte Bert knapp: 'Schau ma mal. Vielleicht find i im Bezirksarchiv nu a Beschäftigung für an kalten Winter.'
Fest steht auf jeden Fall, dass Albert nach zwei Feuerwehrgeschichte-Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule in Linz heuer noch den Archivar-Lehrgang besuchen wird. Zudem sei er immer auf der Suche nach alten, oft verschollen geglaubten Fotos von Kameraden. Bert beeindruckt mit seinem enormen Wissen über das Feuerwehrwesen von damals. Gerne hört man vom Feuerwehralltag der vergangenen Zeit, mit all seinen Facetten. Oft unterscheide sich dieser gar nicht so von der Gegenwart, meint er.
In Museumsführungen gibt Albert sein Wissen gerne an Interessierte weiter. Besonders wichtig sei es für ihn, dass seinen KameradInnen bewusst werde, welche historischen Schätze es oft noch in den Feuerwehren gibt und diese archiviert, aufgearbeitet und für die Nachwelt lesbar gemacht werden.
Bezirks-Feuerwehrkommando Braunau
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