Beim Geocaching-Event «grüezi sCHwiiz» entdeckten Schatzsucher nicht nur die schönen Seiten Aaraus, sie taten auch etwas für die Umwelt.
Rund 2000 Fans suchten in der Stadt, in der Umgebung und in den Meyerschen Stollen nach versteckten Caches. Beim Ansturm auf die Stollen kam es zu einem Kommunikationsmissverständnis zwischen Veranstaltern, Standortmarketing und Stadtmuseum.
Mancher Passant mag in Aarau am Wochenende gestaunt haben: Es war enorm viel los. Nicht nur wegen der Pride. Sondern auch wegen des grossen Geocaching-Events «grüezi sCHwiiz», organisiert vom Verein Geocaching Nordwestschweiz . Geocaching ist laut den Veranstaltern eine Art moderne Schnitzeljagd mit GPS, bei welcher versteckte Behälter und das darin enthaltene Logbuch gesucht werden.
Rund 2000 Geocaching-Fans liessen sich die Gelegenheit nicht entgehen. Sie kamen «aus allen Ecken der Schweiz, ganz Europa und sogar Amerika». Bereits am Donnerstag nahmen gemäss Medienmitteilung über 100 Personen am Vorevent bei der Stadtwächter-Brauerei teil, bei welchem das eigens für den Anlass gebraute Bier mit Pfirsichnote ein erstes Mal probiert werden konnte. Am Freitag wurde nach Ansprachen von Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker sowie OK-Präsident Adrian Stoll der Hauptanlass feierlich eröffnet.
Die Ausstellung «GPS MAZE», welche die Geschichte des Geocaching aufzeigte, konnte zum allerersten Mal in der Schweiz besucht und besichtigt werden, so die Mitteilung. Am Samstag waren viele Geocacherinnen und Geocacher bei bereits bestehenden sowie neuen Geocaches in der Stadt Aarau sowie den umliegenden Gemeinden und Wäldern anzutreffen. Und: in den Meyerschen Stollen. Da kam es zu Aufregung, denn irgendetwas hatte bei der Kommunikation nicht geklappt.
Und so fanden sich statt ein paar wenige Besucher zum regelmässig stattfindenden Aufschluss des Stollens viele Dutzend ein. Die Mitarbeitenden des Stadtmuseums, das den Aufschluss der Stollen betreut, hatten nicht mit einem derartigen Ansturm gerechnet. Es muss sich um ein kommunikatives Missverständnis gehandelt haben. Das geht aus einer Stellungnahme von Marius Fedeli hervor.
Der Buchser ist Vizepräsident des Vereins Geocaching Nordwestschweiz. Man sei mit Aarau Standortmarketing in Kontakt gewesen und habe Ende April nachgefragt, ob die Stollen am betreffenden Wochenende offen seien und ob die Geocacherinnen und Geocacher diese besuchen könnten.
«Seitens Standortmarketing wurde dies bejaht, die Information wurde wohl aber leider nicht an die verantwortlichen Personen des Stadtmuseums weitergereicht, respektive es wurde wohl nicht mit so vielen Besuchenden gerechnet», so Fedeli. Der Ansturm lasse sich mitunter auch darauf zurückführen, dass es zu den Meyerschen Stollen zwei spezielle Geocaches gebe, welche von den Stollen handeln. Deshalb hätten wohl besonders viele Teilnehmer des Anlasses diese besuchen, respektive an der Führung Informationen dazu erhalten wollen.
«Als wir am Samstag vom Stadtmuseum sowie von diversen Geocacherinnen und Geocachern auf den grossen Andrang hingewiesen wurden, haben wir die anwesenden Personen informiert und insbesondere lokale Geocacherinnen und Geocacher gebeten, die Stollen doch ein andermal zu besuchen, sodass für Besuchende von weiter weg hier ein Besuch an diesem Wochenende möglich war. » Fedeli räumt ein, dass man in Zukunft wohl nochmals direkt mit dem Stadtmuseum reden, beziehungsweise auf die mögliche hohe Anzahl Gäste hinweisen müsste.
Am Sonntag versammelten sich die Geocacherinnen und Geocacher in Schönenwerd, wo ein Umwelteinsatz stattfand, an dem über 300 Personen teilnahmen. Man habe zwei Stunden lang Abfall eingesammelt und Neophyten bekämpft, heisst es in der Mitteilung. Im September 2026 soll die Reithalle im Aarauer Schachen zum Treffpunkt der internationalen Geocaching-Szene werden. Wir haben den Verein, der das rätselhafte Hobby der Öffentlichkeit näherbringen will, bei einer ihrer Schatzsuchen begleitet.
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