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Ausblick vom Nebelhorn auf Allgäuer Alpen u.a. auf Oberstdorf.
APA-Images / imageBROKER / Harry Laub
"Gibt es gar nicht mehr" Alpen-Gemeinde zeigt schlimme Wahrheit für alle auf
Der Sommer 2026 bricht neue Hitzerekorde. In Oberstdorf wird 2003 geschlagen, am Oberrhein gab es bereits bis zu 64 Tage mit über 30 Grad. Von Newsdesk Heute
07.09.2026, 20:43
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Der Sommer 2026 ist meteorologisch zwar vorbei, doch die Hitze bleibt (noch). Neue Auswertungen von Kachelmannwetter zeigen, wie stark sich die Sommer in Mitteleuropa innerhalb weniger Jahrzehnte verändert haben. Besonders deutlich wird auch bei unseren deutschen Nachbarn im Alpenraum.
In Oberstdorf, der südlichsten Gemeinde Deutschlands im bayerischen Landkreis Oberallgäu, ist ein historischer Rekord gefallen. Der Sommer 2026 löst dort nach Angaben von Kachelmannwetter den bisherigen Rekordsommer aus dem Jahr 2003 ab.
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"Im Alpenraum ist der Klimawandel besonders spürbar", sagt Meteorologe Fabian Ruhnau und macht die Veränderung in der Gemeinde anhand der bekannten Klimastreifen auf einen Blick sichtbar: Jeder senkrechte Balken steht für einen Sommer, die Farbe für dessen Temperaturabweichung gegenüber dem Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990.
Während sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein kühlere blaue und wärmere rote Sommer regelmäßig abwechselten, wird das Bild seit den 1990er-Jahren zunehmend rot. In den vergangenen Jahren dominieren kräftige Rottöne fast vollständig. Ruhnau bringt den langfristigen Trend auf den Punkt: "Sommer unter dem Klimamittel 1961-1990 gibt es gar nicht mehr."
Das Bemerkenswerte daran: Oberstdorf liegt am unmittelbaren Alpenrand und auf deutlich höherem Niveau als die großen Hitzeregionen entlang von Rhein oder Donau. Trotzdem reicht die Erwärmung inzwischen aus, um selbst dort den Ausnahme-Sommer 2003 von der Spitze zu verdrängen.
Bis zu 64 heiße Tage im Jahr 2026
Noch eindrucksvoller wird die Entwicklung auf einer zweiten Auswertung von Kachelmannwetter. Sie zeigt für ganz Deutschland die Zahl der heißen Tage, also jener Tage, an denen die Temperatur mindestens 30 Grad erreicht.
2026 leuchtet besonders der Südwesten Deutschlands in der Grafik tiefrot. "Am Oberrhein dieses Jahr schon oft 50 bis 60 heiße Tage, was an allen Wetterstationen dort Rekord ist", erklärt Ruhnau. Den höchsten auf der Karte ausgewiesenen Wert erreicht Rheinfelden mit 64 Tagen. Und selbst Anfang September steigt die Zahl weiter: "Heute und Dienstag kommen nochmal 2 dazu."
Auch abseits des Oberrheins ist die 30-Grad-Marke längst kein seltenes Ereignis mehr. In großen Teilen Süddeutschlands wurden 2026 mehrere Dutzend heiße Tage registriert. Richtung Norden werden die Werte zwar geringer, selbst dort finden sich aber vielerorts mehrere Tage mit mindestens 30 Grad.
Vergleich mit 1977 ist frappierend
Was diese Zahlen bedeuten, zeigt erst der direkte Vergleich mit einem Sommer vor knapp 50 Jahren. Dieselbe Grafik, 1977: Das Ergebnis wirkt aus heutiger Sicht beinahe wie aus einer anderen Klimazone: Im Norden Deutschlands stehen an zahlreichen Stationen Nullen. Dort wurde damals im gesamten Jahr kein einziger heißer Tag registriert.
"Im Norden gab es früher einige Jahre, die nicht einen Tag über 30 Grad brachten", schreibt Ruhnau zu der historischen Karte.
Auch in weiten Teilen Mittel- und Ostdeutschlands waren 30 Grad im Jahr 1977 eine Ausnahme. Häufig sind auf der Karte lediglich ein, zwei oder drei heiße Tage zu erkennen. Erst im Südwesten und Süden steigen die Werte etwas stärker an - bleiben aber weit von den Größenordnungen des Jahres 2026 entfernt.
Wo vor rund fünf Jahrzehnten also selbst ein einzelner 30-Grad-Tag auffallen konnte, summieren sich solche Tage heute regional über Wochen.
Auch Österreich erlebt historische Verschiebung
Die Entwicklung endet nicht an der deutschen Grenze. Auch Österreich erlebte 2026 einen außergewöhnlich heißen Sommer.
An der Wiener Hohen Warte lag der mittlere Tageshöchstwert im Sommer bei 30,1 Grad - ein neuer Rekord. Dieser Wert entspricht dem durchschnittlichen Tageshöchstwert, der für Rom im Klimazeitraum 1991 bis 2020 angegeben wird. Die mittlere Sommertemperatur in Wien erreichte 24 Grad.
Besonders auffällig ist, dass nicht nur die Hitze intensiver wird, sondern gleichzeitig kühlere Phasen seltener werden. Im Sommer 2026 gab es an der Hohen Warte lediglich zwei Tage mit maximal 20 Grad. Im Klimamittel von 1961 bis 1990 waren es noch 15. UBIMET-Meteorologe Nikolas Zimmermann fasst diese Veränderung knapp zusammen: "Die Verschnaufpausen schrumpfen."
Auch Wetterfachmann Manuel Oberhuber sieht darin eine deutliche Verschiebung der Klimazonen. Wien erreiche inzwischen sommerliche Temperaturverhältnisse, die früher deutlich weiter südlich typisch waren.
Vom Ausnahme-Sommer zur neuen Realität
Die drei Grafiken erzählen damit dieselbe Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln: In Oberstdorf verschwinden die kühlen Sommer aus der Statistik, am Oberrhein werden 50 oder 60 heiße Tage erreicht - und im Vergleichsjahr 1977 blieb der Norden Deutschlands teilweise ein ganzes Jahr lang unter der 30-Grad-Marke.
Was früher als extremer Sommer galt, wird zunehmend übertroffen. Selbst 2003, jahrzehntelang der Inbegriff eines europäischen Hitzesommers, verliert nun an den Messstationen seinen Rekordstatus.
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07.09.2026, 20:43
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