Bad Segeberg. Der Zustand der Kreissporthalle in Bad Segeberg ist weitaus schlimmer als bisher angenommen. Im Frühjahr wurde die Sanierung der Halle im Rückbau gestoppt, weil hinter dem Mauerwerk gravierende Baumängel gefunden worden waren. Das war nur die Spitze des Eisbergs. Wie jetzt feststeht, gibt es große Probleme an tragenden Teilen. Mit Folgen: Die Reparatur soll 2,5 Millionen zusätzlich kosten. Statt 2028 soll die Hallensanierung erst 2030 fertig abgeschlossen sein.
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Nun werden wieder Stimmen laut, die einen Neubau fordern. Selbst die CDU, die 2025 noch mit der AfD für die Hallensanierung gestimmt hatte, zeigt sich offen für die Diskussion – und klagt die Verwaltung an.
Baumängel an der Statik der Kreissporthalle in Bad Segeberg
Freiliegende Bewehrung an tragenden Bauteilen, Risse und Fehlstellen in den Wänden, fehlende Verzahnung im Hintermauerwerk an allen Seiten, beschädigte und fehlende tragende Stützen wurden bei Untersuchungen an der Kreissporthalle in Bad Segeberg festgestellt. Mehr als ein Jahr lang würde es dauern, diese Mängel zu beheben, so steht es im neuen Zeitplan für die Sanierung.
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Weiter sanieren oder doch neu bauen? Darüber muss jetzt (wieder) der Kreistag entscheiden. Die Verwaltung favorisiert die Sanierung: Dies sei günstiger als ein Neubau und schneller umzusetzen.
2025 hatten CDU und AfD für die Sanierung gestimmt, wie von der Verwaltung empfohlen. Ein Neubau für geschätzt 22,5 Millionen Euro sei zu teuer.
Von den restlichen Fraktionen und Vertretern des Sports gab es damals Kritik: 14 Millionen Euro für die energetische Sanierung einer über 40 Jahre alten Halle, die danach weniger Möglichkeiten für die Leichtathletik und einige Ballsportarten bietet, waren ihnen zu viel. Es wurde gewarnt vor dem Kostenrisiko. Kurz zuvor hatte die Stadt Bad Segeberg mit der Sanierung der Schwimmhalle ein ähnliches Desaster erlebt. Trotzdem wurde ein Neubau der Kreissporthalle kaum diskutiert.
Kreissporthalle in Bad Segeberg: Weiter sanieren oder neu bauen?
Das könnte dieses Mal anders ausgehen: 'Vielleicht wäre ein Neubau doch besser gewesen', sagt inzwischen Till Wenzel, Fraktionsvorsitzender der CDU. Er gibt der Bauverwaltung die Schuld: 'Wir sind ehrenamtliche Kommunalpolitiker, keine Statiker. Wir können nicht jede Wand selbst untersuchen.' Dafür sei die Verwaltung mit den Fachleuten da. Bei einem 40 Jahre alten Gebäude müssten belastbare Untersuchungen der Tragkonstruktion erfolgen, so Wenzel. Stattdessen habe es nur 'stichprobenartige Überprüfungen' gegeben. 'Das kreide ich der Verwaltung an.'
Wir sind ehrenamtliche Kommunalpolitiker, keine Statiker. Wir können nicht jede Wand selbst untersuchen.
Till Wenzel
Vorsitzender CDU-Kreistagsfraktion
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Vor einer Entscheidung, wie es mit der Halle weitergeht, möchte die CDU vor allem geklärt wissen: Wie sicher sind die Fördermittel von fast 2,3 Millionen Euro, die bis Anfang 2027 verwendet werden sollten? Auch fordert Wenzel eine Überprüfung der Alternative eines Neubaus.
Die SPD gehört zu den Fraktionen, die 2025 darauf gedrängt hatten, einen Neubau der Kreissporthalle zu prüfen. 'Es gibt die Chance für eine Kurskorrektur', sagt SPD-Fraktionschef Dirk Wehrmann. 'Auch wenn es dann vielleicht noch zwei Jahre länger dauert.'
Sportvertreter hoffen auf Neubau der Kreissporthalle
Auch der Kreissportverband hofft, dass die Politik 'auf den Pfad eines Neubaus umschwenkt' und dabei Wünsche des Sports berücksichtigt. Etwa die wettkampftaugliche 60-Meter-Laufbahn oder neue Gymnastikräume, sagt Sven Neitzke, Geschäftsführer des Kreissportverbands. 'Das ist teuer, aber man muss das als Zukunftsobjekt sehen.'
Die Verwaltung schätzt die Kosten für einen Neubau auf 22,5 Millionen Euro, doch die Summe wird angezweifelt: 'Trappenkamp hat letztes Jahr eine Halle für acht Millionen gebaut', sagt Hartmut Lenz, Leiter der Leichtathletik-Sparte vom SC Rönnau 74. Diese ist ein Feld kleiner. Es fehlen eine Tribüne und Leichtathletikanlagen. Trotzdem ist Lenz überzeugt, dass ein Neubau keine 22 Millionen Euro kostet.
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Im Kreis-Bauausschuss wird am Dienstag, 15. September, über das weitere Vorgehen mit der Kreissporthalle beraten.
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