Berlin Fragen und Antworten zum Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz

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Category: SciTech
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Berlin Fragen und Antworten zum Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz Stand: 08.09.2026 • 18:42 Uhr Hacker haben das Landesnetz zweier Senatsverwaltungen angegriffen und Millionen von Daten gestohlen. Erst wurde Lösegeld gefordert, dann alles im Darknet veröffentlicht. Welche Daten genau betroffen sind, was Berliner jetzt tun können – die wichtigsten Antworten im Überblick. Wer genau wurde angegriffen? Am 14. August wurde bemerkt, dass es einen Hackerangriff auf Teile des Datennetzes der Berliner Verwaltung gab - offenbar bereits seit Tagen. Dabei wurden Datenpakete durch Dritte gestohlen. Konkret betroffen sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz. Aus Sicherheitsgründen waren beide Verwaltungen zeitweise vom Landesnetz isoliert. Zum Teil sogar komplett vom Internet abgeschnitten, die Kommunikation lief nur per Telefon. Das hatte auch Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger: Mehrere wichtige Bürgerdienste waren gar nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzbar, wie rbb-Abfragen in Bezirken ergaben. Nach rbb-Informationen ist es der größte Cybervorfall, den das Land Berlin bisher erlebt hat. Was wollten die Hacker und was wurde gestohlen? Wie viele und welche Daten konkret gestohlen wurden, wussten die Behörden anfangs nicht genau - und tun dies bis heute nicht. Wegen der großen Menge an Daten dauert die Überprüfung noch an. Klar ist, dass professionelle Hacker die Cyberattacken ausführten. Zunächst bestätigte dies der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), als er angab, dass das Land Berlin erpresst werde. Demnach verlangten Hacker 30 Bitcoins, was rund zwei Millionen Euro entspricht. Die Hacker drohten: Wird nicht gezahlt, werden die erbeuteten Daten veröffentlicht. Nach Ablauf eines Ultimatums wurden tatsächlich Daten im Darknet zum Download veröffentlicht. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ein weiteres Datenpaket freigegeben, "das waren dann noch einmal 550.000 bis 560.000 Dateien", so der Berliner Chief Digital Officer Florian Hauer. Damit sei eine Dimension von rund 1,3 Millionen erreicht. In den Ordnern befinden sich nach rbb-Informationen auch Teile von Personalakten, eingescannte Ausweise, Gehaltsabrechnungen, Arbeitszeugnisse und Vertragsunterlagen. Auch Daten zur Erweiterung des Bundeskanzleramts sollen darunter sein. Zumindest aus Sicht der nationalen Sicherheit sind die Daten nicht hochsensibel. Nach Angaben des Senats sind etwa keine Daten zur militärischen Verteidigung des Landes gestohlen worden. Diese lägen den betroffenen Senatsverwaltungen gar nicht vor, sagte IT-Staatssekretär Florian Hauer. Es seien Daten entwendet worden, die die niedrigste von vier Geheimhaltungsstufen gehabt hätten. Allerdings könne er nicht ausschließen, dass Daten mit Bezug zur kritischen Infrastruktur darunter seien. Dies könnten etwa Notfallpläne sein. Anscheinend sind zumindest Daten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern innerhalb der Behörden betroffen. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass sich Daten von Berlinerinnen und Berlinern in den gestohlenen Paketen befinden. Das alles werde derzeit überprüft. Über Auswirkungen auf die anstehenden Wahlen in Berlin macht sich der Senat keine Sorgen. "Die Wahlen sind Stand heute sicher", sagte Wegner. Wer sind die Hacker? Die Hackergruppe, die angab, die Daten ins Netz stellen zu wollen, nennt sich "Rhysida". Laut dem Senat handelt es sich bei den Tätern um eine hochprofessionelle Gruppierung, die mit diversen Cyberattacken auf Ziele in Nord- und Südeuropa, Deutschland und den USA in den vergangenen Jahren in Verbindung gebracht werde. "Erkenntnisse über Verbindungen nach Russland oder gar dem russischen Staat liegen nicht vor, können aber auch nicht ausgeschlossen werden", hieß es. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab ein paar Details bekannt, wie die Hacker wohl technisch vorgingen. Offenbar wurde ein sogenannter TerminalFix-Angriff durchgeführt, bei dem Schadsoftware installiert wird [golem.de]. "Beim BSI eingegangene Meldungen weisen zusätzlich darauf hin, dass im Rahmen dieser Angriffe versucht wurde, Ransomware zu installieren und im Rahmen von Double Extortion auch Daten auszuleiten bzw. die Opfer im Anschluss mit der Veröffentlichung zu erpressen", schreibt das BSI auf seiner Webseite [bsi.bund.de]. Gibt es Kritik am Land Berlin? Ja. Unter anderem der Chaos Computer Club (CCC) kritisierte das Vorgehen der Behörden. Der IT-Experte und Sprecher des CCC, Joachim Selzer, sprach im Zusammenhang mit dem Hack von "Sorglosigkeit". Auch wurden ihm zufolge teils einfache Passwörter verwendet und im Klartext abgespeichert. Wie geht der Senat nun vor? Dem Senat zufolge kann die Überprüfung der Daten, die hochgeladen worden, noch Wochen dauern. Derzeit werde versucht, die 5,6 Terabyte Daten aus dem Darknet herunterzuladen, um sie anschließend in einem geschützten Bereich systematisch zu analysieren. Um das Verfahren zu beschleunigen, sollen die Daten mit Hilfe von KI-Tools kategorisiert werden. So soll es möglich sein, eine Abstufung nach Risikopotenzial angezeigt zu bekommen und die Dateien, die dann als am meisten risikobehaftet erachtet werden, als erstes zu prüfen. Konkret soll die US-Software Crowd-Strike genutzt werden. Die Bezirke Lichtenberg und Steglitz-Zehlendorf hatten sich zunächst dagegengestellt. Am Dienstag wurde mitgeteilt, dass der Bezirk Lichtenberg nun doch das vom Senat engagierte US-Unternehmen auf seine Server lassen will. Was können Berlinerinnen und Berliner jetzt tun? Vieles ist noch unklar. Generell gilt, wer Hinweise darauf hat, dass seine Daten veröffentlicht wurden oder für Straftaten genutzt werden, sollte Strafanzeige erstatten. Außerdem können sich Berlinerinnen und Berliner an die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr wenden und dort einen Auskunfsantrag stellen. Die Behörde wird dann angeben, welche persönlichen Daten ihr vorliegt. Es könnten dann Rückschlüsse gezogen werden, welche Art von Daten sich möglicherweise in den gestohlen Datenpaketen befinden könnten. Am Dienstag teilte der Senat mit, dass nun eine Anlaufstelle für womöglich betroffene Bürger und Unternehmen geschaffen werden soll. Details zu der Stelle blieben zunächst offen, geplant sei aber etwa ein zentraler E-Mail-Kontakt, auch eine Telefon-Hotline sei denkbar. Eine externe Rechtsanwaltskanzlei und die Datenschutzbeauftragte des Landes sollen bei der Umsetzung unterstützen. Sendung: rbb 88,8. 08.09.2026, 7:41 Uhr Audio: rbb 88,8, 08.09.2026, Fynn Dresler

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