Da der Austausch von Papierwechseln und Schecks in Japan Ende März 2027 abgeschafft wird, stellen die meisten Banken ihre Ausgabe bereits am 30. September ein und Unternehmen müssen auf Überweisungen oder elektronische Forderungen umsteigen. Besonders kleine Betriebe aus dem Baugewerbe und der Industrie nutzen die Papierdokumente noch und müssen ihre bisherigen Zahlungsabläufe entsprechend ändern.
Von den Banken, die bereits einen letzten Ausgabetermin festgelegt haben, entschieden sich 83 Prozent für den 30. September. Ab dem 1. Oktober können Unternehmen bei diesen Instituten grundsätzlich keine neu ausgestellten Wechsel und Schecks mehr über ihr Geschäftskonto bezahlen. Der japanische Bankenverband fordert die Nutzer deshalb auf, nicht bis kurz vor dem Ende der bisherigen Abwicklung mit der Umstellung zu warten.
Wechsel und Schecks gehörten in Japan lange zum Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen. Mit einem Wechsel kann eine Rechnung zu einem vereinbarten späteren Termin bezahlt werden, wodurch der Empfänger teilweise längere Zeit auf sein Geld warten muss. Für kleinere Unternehmen kann das zum Problem werden, da sie Löhne, Material und andere laufende Kosten trotzdem bezahlen müssen. Redaktionstipp: Japans Banken verbieten Bargeld in Schließfächern
1979 wurden in Japan rund 440 Millionen Wechsel und Schecks abgewickelt, 2024 waren es noch 19,67 Millionen und damit etwa ein Zwanzigstel. Gegenüber 2023 sank die Zahl um rund fünf Millionen. Der Bankenverband hatte allerdings mit einem Rückgang um 8,22 Millionen gerechnet.
Papierdokumente verursachen außerdem Kosten für Ausstellung, Versand, Aufbewahrung und Bearbeitung und können verloren gehen oder gestohlen werden. Trotzdem halten besonders kleine und sehr kleine Unternehmen aus dem Baugewerbe und der Industrie noch an ihnen fest. Neben gewohnten Geschäftsabläufen spielen dabei auch Vorbehalte gegenüber digitalen Zahlungsverfahren eine Rolle.
Für einen Teil des Geschäftsverkehrs gelten seit Januar 2026 bereits strengere Regeln. Unternehmen dürfen bei Aufträgen, die unter das neue Gesetz zum Schutz kleiner Auftragnehmer fallen, nicht mehr mit Wechseln bezahlen. Auch elektronische Forderungen sind nicht mehr zulässig, wenn der Auftragnehmer dadurch sein Geld nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist vollständig erhält.
Die japanische Regierung will damit verhindern, dass kleine Betriebe nach Abschluss eines Auftrags lange auf ihre Bezahlung warten und in dieser Zeit selbst für die Finanzierung ihrer laufenden Kosten aufkommen müssen. Ab April 2027 werden die Regeln auf weitere Geschäfte in Produktion und Dienstleistungen ausgeweitet. In bestimmten Fällen muss die Bezahlung dann innerhalb von 60 Tagen erfolgen.
Auch die Abwicklung von Wechseln und Schecks hat sich bereits verändert. Bis 2022 nutzten Banken dafür regionale Wechselstellen, zu denen die Papierdokumente gebracht wurden. Seit November 2022 gibt es eine elektronische Wechselstelle, über die Bilder und Daten der eingereichten Dokumente zwischen den Banken übertragen werden.
Im Juli 2026 wurden darüber noch rund 340.000 Wechsel und Schecks abgewickelt. Das waren nur etwa halb so viele, wie der Bankenverband ursprünglich erwartet hatte. Ende März 2027 werden Papierwechsel und Schecks über dieses System nicht mehr ausgetauscht. Die elektronische Wechselstelle selbst soll im Juni 2029 geschlossen werden.
Als Alternative empfiehlt der Bankenverband unter anderem Densai, ein landesweites System für elektronisch registrierte Forderungen. Zahlungsansprüche werden dabei nicht mehr auf Papier festgehalten, sondern digital erfasst und übertragen. Das System besteht seit 2013. Ende des Haushaltsjahres 2025 waren 569.854 Unternehmen bei Densai registriert. Für kleinere Betriebe gibt es seit November 2024 außerdem 'Densai Light'. Die vereinfachte Variante kann ohne eigenen Internetbanking-Vertrag genutzt werden und verlangt keine monatliche Grundgebühr.
Unternehmen können zudem normale Banküberweisungen und andere elektronische Zahlungsdienste verwenden. Der Bankenverband versucht damit, besonders den Betrieben den Wechsel zu erleichtern, die bisher noch auf Papierwechsel und Schecks angewiesen sind.
Japan fördert nicht nur bei Unternehmen den Umstieg von Papier auf digitale Zahlungen. Auch Verbraucher sollen häufiger ohne Bargeld bezahlen. 2025 wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 58 Prozent der Konsumausgaben bargeldlos abgewickelt, insgesamt 162,7 Billionen Yen.
Den größten Anteil hatten Kreditkarten, gefolgt von QR- und anderen Codezahlungen. Bis 2030 will die Regierung den Anteil bargeldloser Zahlungen auf 65 Prozent erhöhen, langfristig sind 80 Prozent vorgesehen.
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