'Angebliche White-Hat-Hacker' haben mutmaßlich rund 4.000 der 4.200 Bitcoins abgezogen, die in der Liquid-Federation-Wallet des Unternehmens verwahrt waren.
Die mit Bitcoin verbundene Blockchain Liquid Network ist Opfer eines Sicherheitsvorfalls geworden.
'Angebliche White-Hat-Hacker haben rund 4.000 Bitcoin aus der Liquid-Federation-Wallet abgezogen', teilte das Zahlungs- und Abwicklungsnetzwerk, das von zahlreichen Kryptobörsen genutzt wird, am SonntagLiquid Network ist 2018 von dem Blockchain-Technologieunternehmen Blockstream gegründet worden. Kryptobörsen nutzen das Netzwerk für schnellere Transaktionen. Aufgrund von Netzwerküberlastungen auf der Haupt-Blockchain von Bitcoin sind Abwicklungen dort häufig langsam. Liquid Network beschleunigt den Vorgang, indem es Liquid Bitcoin gegen tatsächliche Bitcoin ausgibt, die dafür gesperrt werden.
Nach ersten Erkenntnissen wurden die Gelder über den SideSwap-PAK abgehoben, eine Abwicklungsplattform, die für die Abwicklung von Abhebungen aus dem Netzwerk zugelassen ist. Dieser Schlüssel sei jedoch nicht kompromittiert worden, ebenso wenig wie andere Schlüssel, so Liquid Network. Die verbundenen Kryptobörsen seien benachrichtigt und hätten Ein- und Auszahlungen von mit Liquid Network verbundenee L-BTC ausgesetzt. Andere Liquid-Vermögenswerte wie USDT, DePix und RWAs sind demnach von dem Sicherheitsvorfall nicht betroffen.
Auch Bitcoin selbst nicht; der Fehler steckt mutmaßlich in dem System, das auf Bitcoin aufsetzt, nicht in Bitcoin selbst. , einem Onlineportal rund um Blockchain und Kryptowährungen, lässt sich der Ablauf des Vorfalls genau nachvollziehen. Demnach schickte ein Kunde um 12:05 Uhr MESZ 4.000 L-BTC an den Peg-out-Service von SideSwap. Als Mitglied der Liquid Federation ist SideSwap ein regulärer Weg, um L-BTC in echte Bitcoin zu tauschen.
'Die Order wurde behandelt wie jede andere: Die L-BTC wurden auf Liquid verbrannt, eine gültige Peg-out-Autorisierung lag vor, und 23 Minuten später zahlte die Federation rund 3.996 BTC auf der Bitcoin-Mainchain aus', schreibt Cryptoticker.io. Nichts an dieser Transaktion habe verdächtig ausgesehen. Liquid Network hat die Liquid-Sidechain nach eigenen Angaben bis zur Behebung des Problems pausiert.
'Die Bridge-Nodes wurden vorübergehend deaktiviert, sodass keine neuen Transaktionen an das Netzwerk gesendet werden können', schrieb Liquid Network und entschuldigte sich 'für etwaige Unannehmlichkeiten'. Man arbeite aktiv an der Lösung des Problems, um den normalen Netzwerkbetrieb wiederherstellen zu können. Ein Softwarefehler in Elements, der Open-Source-Codebasis, auf der Liquid läuft, für die Freigabe der 4.000 BTC verantwortlich sein, schreibt Cryptoticker.io.
Nach Angaben des Portals hängte der Angreifer eine Nachricht an eine Bitcoin-Transaktion und bezeichnete sich selbst als White-Hat-Hacker, also jemanden, der Sicherheitslücken ausnutzt und üblicherweise die Gelder zurückgibt, manchmal gegen eine Zahlung. Auch der Liquid-Network-Angreifer erklärte, er werde den größten Teil der BTC zurückgeben, sobald der Bug behoben ist und alle Nodes aktualisiert sind. Derzeit verhandeln beide Seiten darüber – Ausgang offen.
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