AUDIO: Mutmasslicher Strom-Saboteur festgenommen (1 Min)
48-jähriger Mann
Stand: 08.09.2026 18:24 Uhr
Nach den Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz unter anderem in Sachsen ist ein 48-Jähriger festgenommen worden. Er soll die Energieversorgung mit selbstgebauten Raketen attackiert haben. Der sächsische Innenminister Armin Schuster warnte vor vorschnellen Schlüssen.
von MDR AKTUELL
Nach einer Reihe von Sabotage-Angriffen auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei den 48-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Wie die Kölner Polizei mitteilte, wurde der Mann in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen gefasst. Er habe bei seiner Festnahme weitere Sprengmittel bei sich gehabt. Schuster: Fall ist außergewöhnlich
Sachsens Innenminister Armin Schuster warnte nach der Festnahme vor vorschnellen Schlüssen. Der CDU-Politiker sagte, der Fall sei außergewöhnlich in der Art der Tatbegehung. Das Bekennerschreiben sei für eine Selbstbezichtigung ungewöhnlich.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul erklärte unterdessen, der mutmaßliche Stromnetz-Saboteur habe seine Angriffe fortsetzen wollen. "Der war immer noch unterwegs und wollte weitermachen. Dieses Spiel ist heute beendet worden", sagte der CDU-Politiker. Im Moment spreche "alles dafür, dass es ein Einzeltäter und alles aus seiner Hand war".
Video: Sprengvorrichtungen am Stromnetz in der Oberlausitz gefunden (3 Min) Tagelange Fahndung in Nordrhein-Westfalen
Die Behörden hatten seit Tagen nach dem 48-Jährigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet gefahndet. Er soll an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen.
Zuletzt waren am Montag erneut mehrere Abschussvorrichtungen an einer Hochspannungsleitung in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler entdeckt worden – also ganz in der Nähe der Stelle, an der die Polizei den Mann nun festnehmen konnte. Außerdem fanden die Ermittler dort ein weiteres Bekennerschreiben.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuletzt gesagt, es handele sich offensichtlich um "Klimaterrorismus" eines Einzeltäters.
dpa (kkö,fef)
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