Strompreis und Versorgung: «Der Strom wird 2027 günstiger»

Strompreis und Versorgung: «Der Strom wird 2027 günstiger»
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Category: Financial
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Ein typischer Haushalt bezahlt im kommenden Jahr 26,5 Rappen pro Kilowattstunde, aufs Jahr gerechnet sinkt die Stromrechnung um 53 Franken im Vergleich zu 2026. Wie setzt sich der Preis zusammen und wie entscheidet die ElCom als Aufsichtsbehörde, ob der Tarif gerechtfertigt ist? Urs Meister nimmt im «Tagesgespräch» Stellung. Gute Nachrichten für Stromkundinnen und -kunden: Die Preise für einen durchschnittlichen Haushalt sinken 2027 leicht. Woran liegt das? Und wie steht es um die Versorgungssicherheit im Winter? Urs Meister, Geschäftsführer der Eidgenössischen Elektrizitätskommission , gibt Auskunft. Urs Meister Geschäftsführer Elcom Personen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen Urs Meister ist seit Ende Oktober Geschäftsführer der Eidgenössischen Elektrizitätskommission Elcom. SRF News: Wieso wird der Strom 2027 billiger? Urs Meister: Der wichtigste Effekt sind tiefere Beschaffungskosten. Die teuren Verträge, welche die Energieversorger zu Beginn des Krieges gegen die Ukraine abschliessen mussten, laufen nun aus. Das führt dazu, dass die Tarife für die Endkunden sinken. Ein durchschnittlicher Haushalt spart so nächstes Jahr rund 53 Franken. In der Grundversorgung ist man an den lokalen Versorger gebunden und kann nicht wechseln. Es gibt riesige Preisunterschiede: Eine Gemeinde bezahlt 10 Rappen pro Kilowattstunde, eine andere 46 Rappen. Wie kann das sein? Das ist auf den ersten Blick erstaunlich, da alle das gleiche Produkt «Strom» erhalten. Die Tarife basieren aber auf den Kosten des lokalen Versorgers. Diese hängen von mehreren Faktoren ab: den Kosten für das eigene Netz, das je nach Topografie und Alter unterschiedlich teuer ist, ob der Versorger eine günstige Eigenproduktion hat und zu welchem Zeitpunkt er den restlichen Strom am Markt eingekauft hat. Man hat also je nach Wohnort Glück oder Pech? Ja, das kann man so sagen. In der Grundversorgung ist man an den lokalen Versorger gebunden und kann nicht wechseln. Wenn man die Marktpreise ansieht, erkennen wir aktuell keine Signale für eine Angebotsknappheit. Sie kritisieren als Regulator, dass die Netzbetreiber ungenau messen, wie viel Strom verbraucht wird. Warum ist das ein Problem? Genaue Messdaten sind wichtig, um den Verbrauch und die Einspeisung korrekt vorherzusagen. Sind die Prognosen falsch, muss teure Regelenergie zur Korrektur eingesetzt werden. Die Kosten für diese Ineffizienz zahlen am Ende die Verbraucher. Es fehlt also der wirtschaftliche Anreiz, hier Verbesserungen vorzunehmen. Wir haben darum viele Netzbetreiber gemahnt, hier aktiv zu werden. Die Elcom überwacht auch die Versorgungssicherheit. Haben wir im kommenden Winter genügend Strom? Hellseher sind wir nicht. Wenn man aber die Marktpreise ansieht, erkennen wir aktuell keine Signale für eine Angebotsknappheit. Die hohen Preise spiegeln vor allem hohe Gaspreise in Europa wider. Es gibt aber Restrisiken. Welche? Ein Faktor ist die europäische Gasversorgung. Die Gasspeicher sind unterdurchschnittlich gefüllt. Da Gaskraftwerke für die Stromversorgung in Europa eine sehr wichtige Rolle spielen, sehen wir hier ein erhöhtes Risiko. Positiv ist hingegen, dass die Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke für den nächsten Winter ausserordentlich gut aussieht. Im letzten Winter fehlte zum Beispiel deutlich mehr Strom. Eine Besonderheit der Schweiz sind die Speicherseen, die nach dem trockenen Sommer weniger gefüllt sind. Ein Grund zur Sorge? Die Füllstände liegen zwar deutlich unter dem langjährigen Mittel, aber Sorgen macht es mir nicht. Wir schätzen, dass die fehlende Energiemenge etwa 1.3 Prozent des gesamten Winterverbrauchs ausmacht. Das ist nicht allzu viel. Im letzten Winter fehlte zum Beispiel deutlich mehr Strom, weil das AKW Gösgen während Monaten ausgefallen ist. Heisst das also Entwarnung für den Winter? Es gibt Restrisiken. Diese sehen wir insbesondere bei der europäischen Gasversorgung, weniger bei den Schweizer Speicherseen. Das Gespräch führte Simone Hulliger.

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