Die Union ist in einer neuen bundesweiten INSA-Umfrage erstmals seit fast fünf Jahren wieder unter die Marke von 20 Prozent gefallen. CDU und CSU kommen in der Sonntagsfrage nur noch auf 19,5 Prozent. Die AfD liegt unverändert bei 29 Prozent.
Damit beträgt der Abstand zwischen beiden Parteien 9,5 Prozentpunkte. Gewachsen ist der Vorsprung der AfD nicht durch einen eigenen Zuwachs in dieser Erhebung, sondern durch den Verlust der Union. Union verliert einen Prozentpunkt
CDU und CSU büßen gegenüber der vorherigen INSA-Erhebung einen Prozentpunkt ein. Mit 19,5 Prozent erreicht die Union ihren niedrigsten Wert in dieser Umfragereihe seit fast fünf Jahren. Im Oktober 2021 hatte INSA für CDU und CSU ein damaliges Tief von 18,5 Prozent ausgewiesen.
Im Vergleich zur Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 fällt der Rückgang noch deutlicher aus. Damals erreichte die Union bundesweit 28,5 Prozent der Zweitstimmen. Der aktuelle Umfragewert liegt neun Prozentpunkte darunter.
Die AfD bleibt in der neuen Erhebung mit 29 Prozent unverändert. Bei der Bundestagswahl 2025 hatte sie 20,8 Prozent erzielt. Ein Vergleich zwischen Wahlergebnis und aktueller Umfrage zeigt eine erhebliche Verschiebung der politischen Stimmung, erlaubt jedoch keine verlässliche Aussage über das Ergebnis einer künftigen Bundestagswahl. Grüne vor SPD und Linken
Die Grünen erreichen laut INSA 13,5 Prozent und verändern sich gegenüber der vorherigen Befragung nicht. Die SPD verbessert sich um 0,5 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent. Die Linke bleibt unverändert bei 10,5 Prozent.
Für FDP und Bündnis Sahra Wagenknecht bleibt die parlamentarische Perspektive in dieser Erhebung unsicher. Die FDP kommt unverändert auf 4,5 Prozent. Das BSW gewinnt 0,5 Prozentpunkte hinzu und erreicht 4 Prozent. Beide Parteien lägen damit unter der Fünfprozenthürde. Auf die sonstigen Parteien entfallen zusammen 6,5 Prozent.
Union und SPD erreichen gemeinsam 32 Prozent. Unter Einbeziehung der Grünen kämen die drei Parteien auf 45,5 Prozent. Ob ein solches Ergebnis für eine parlamentarische Mehrheit reichen würde, hinge auch davon ab, welche kleineren Parteien in den Bundestag einzögen und wie sich die Mandate verteilten. Umfrage folgt auf AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt
Veröffentlicht wurde die Befragung unmittelbar nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD stärkste Kraft wurde. CSU-Chef Markus Söder wertete das Ergebnis als Reaktion auf die Bundespolitik.
'Die Wahrheit ist natürlich, das ist eine Denkzettelwahl, die weniger mit Sachsen-Anhalt, sondern mehr mit Berlin zu tun hat', sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag im Bayerischen Rundfunk. Söder forderte die Bundesregierung von Bundeskanzler Friedrich Merz auf, 'einen deutlichen Zacken zuzulegen'.
Söders Äußerung ist eine politische Bewertung. Aus einer einzelnen Landtagswahl und einer zeitlich anschließenden Bundesumfrage lässt sich nicht ableiten, welche konkreten Ereignisse die Entscheidungen der Befragten bestimmt haben. INSA-Erhebung ist keine Wahlprognose
Für die aktuelle Sonntagsfrage wurden nach Angaben von INSA vom 4. bis 7. September 2026 insgesamt 2.010 Personen online befragt. Eine solche Erhebung zeigt die politische Stimmung während des Befragungszeitraums. Sie sagt nicht voraus, wie eine tatsächlich stattfindende Bundestagswahl ausgehen würde.
Unterschiede von wenigen Zehntelprozentpunkten sollten nicht als exakte Verschiebungen in der Gesamtbevölkerung verstanden werden. Auswahl, Gewichtung und Befragungsmethode können die Ergebnisse ebenso beeinflussen wie kurzfristige politische Ereignisse.
Weitere bundesweite Umfragen werden zeigen, ob der Rückgang der Union unter 20 Prozent von anderen Instituten bestätigt wird oder zunächst auf die INSA-Reihe begrenzt bleibt. Quellen und Transparenz
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