Jugendliche in Deutschland schneiden bei Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen so schlecht ab wie noch nie. Bildungsministerin Prien zeigt sich besorgt.
25 Jahre nach dem sogenannten PISA-Schock steht das deutsche Schulwesen so schlecht da wie nie. Das geht aus der aktuellen PISA-Studie hervor. Demnach haben 15-Jährige in Deutschland in allen Bereichen, also in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften, so schlecht abgeschnitten wie nie in der Geschichte der Studie.
'Was wir heute sehen, ist ohne jeden Zweifel ein besorgniserregender Befund', sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag in Berlin 'Der betrifft nicht nur Deutschland, er betrifft die OECD und auch die Europäische Union im größeren Teil.' Für Deutschland sei besonders beunruhigend, dass sich der Kompetenzrückgang fortsetze und 'die soziale Schere weiter aufgeht und sich nicht schließt'. Abwärtstrend seit zehn Jahren
Samuel Greiff, Leiter des deutschen Teils der PISA-Studie, spricht von einem 'eindeutigen Abwärtstrend', der seit zehn Jahren anhält. 'Wir erreichen bei zu vielen Jugendlichen nicht die notwendigen Basiskompetenzen, aber genauso große Sorgen macht mir, dass wir auch in der Leistungsspitze immer dünner werden.' Deutschland schaffe es nicht mehr, das Potenzial zu heben, dass in jungen Menschen steckt.
Besonders hebt auch Greiff hervor, dass die Chancen auf Bildungserfolg in Deutschland 'ausgesprochen ungleich verteilt' seien. 'In Deutschland hängen die Kompetenzen von Jugendlichen maßgeblich vom sozialen Status und dem sozialen Hintergrund ihrer Familien ab', sagt er. 'Dieser Zusammenhang gehört mit zu den stärksten im internationalen Vergleich.' Immenser Investitionsstau
Grünen-Fraktionsvize Misbah Khan (Wahlkreis Neustadt-Speyer) forderte die Bundesregierung angesichts der Ergebnisse zu einem 'grundlegenden Kurswechsel in der Bildungspolitik' auf. 'Die Milliarden aus dem Sondervermögen müssen endlich in unseren Schulen ankommen, finanzielle Spielräume sollten für mehr pädagogisches Personal genutzt werden', sagte sie der RHEINPFALZ.
Das Deutsche Institut für Urbanistik beziffert den Investitionsstau alleine bei den Schulgebäuden in Deutschland bei 67,8 Milliarden Euro. Der Bund hat für zusätzliche Investitionen an Schulen 6,5 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen eingeplant. Das reiche 'bei Weitem nicht aus', so Kahn weiter. 'Jetzt sind Bund, Länder und Kommunen gemeinsam gefordert, nachzusteuern. Die notwendigen Investitionen in unsere Bildungsinfrastruktur müssen schnell und gezielt dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden.'
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