Die Schüler auf den Balearen schneiden bei der neuen PISA-Studie erneut schwach ab. In Lesen erreichen sie 441 Punkte, in Mathematik 446 und in Naturwissenschaften 471 Punkte. Damit liegen die Inseln in allen drei Bereichen unter dem spanischen Durchschnitt von 451, 457 und 477 Punkten. Besonders groß ist der Rückstand beim Lesen: Gegenüber dem EU-Mittelwert von 459 Punkten fehlen den Balearen 18 Punkte.
Allerdings ist der schlechte Befund nicht auf die Inseln beschränkt. Spanien insgesamt hat bei PISA 2025 so schlecht abgeschnitten wie noch nie. Die 15-Jährigen erreichten 451 Punkte im Lesen, 457 in Mathematik und 477 in den Naturwissenschaften. Gegenüber 2022 verlor Spanien damit 23 Punkte beim Lesen, 16 in Mathematik und acht in den Naturwissenschaften. Seit 2015 summiert sich der Rückgang beim Lesen auf 45 Punkte.
Auch Deutschland liegt zwar deutlich vor Spanien, kann aber ebenfalls keine Erfolgsmeldung verkünden. Deutsche Schüler erreichten 465 Punkte im Lesen, 464 in Mathematik und 486 in den Naturwissenschaften. Damit liegen sie beim Lesen und in Mathematik nur knapp über dem OECD-Durchschnitt. Auch in Deutschland gehören die Ergebnisse zu den schlechtesten der PISA-Reihe.
Für die Balearen ist somit vor allem die Lesekompetenz ein Problem. In Mathematik liegen die Inseln ebenfalls deutlich unter dem EU-Niveau. Besser sieht es bei den Naturwissenschaften aus: Mit 471 Punkten schneiden die Balearen unter den spanischen Regionen mit ähnlichen sozialen und demografischen Voraussetzungen vergleichsweise gut ab. Beim computergestützten Problemlösen erreichen sie zudem 497 Punkte und damit nahezu das spanische Ergebnis von 499 Punkten.
Der balearische Bildungsminister Antoni Vera (Volkspartei, PP) räumte ein, die Resultate seien "keine guten Ergebnisse". Zugleich machte er die spanische Bildungsreform LOMLOE für einen Teil der Entwicklung verantwortlich. Die Reform habe unter anderem das Gewicht von Mathematik und Sprachen verringert. Sein Ministerium hat deshalb neue Lehrpläne eingeführt, die seit dem Schuljahr 2025/26 gelten und Mathematik, Sprachen und die Vermittlung von Fachwissen wieder stärker betonen.
Die Balearen stehen zugleich vor besonderen Herausforderungen. 19 Prozent der Schüler sind Ausländer – der höchste Anteil aller spanischen Regionen. Dennoch zeigt die PISA-Studie auch einen positiven Aspekt: Der Leistungsunterschied zwischen sozial privilegierten und sozial benachteiligten Schülern beträgt auf den Inseln 71 Punkte und ist damit deutlich kleiner als im EU-Schnitt von 94 Punkten. Das Schulsystem scheint soziale Unterschiede also vergleichsweise gut abzufedern.
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