Nach der Wahl
CDU will Landesvorstand in Sachsen-Anhalt neu wählen
Stand: 07.09.2026 • 20:38 Uhr
Die CDU Sachsen-Anhalt zieht Konsequenzen aus ihrem historischen Wahldebakel. Die Mitglieder des Landesvorstands stellen ihre Ämter zur Verfügung. Auf einem Sonderparteitag im November oder Dezember soll die Parteiführung neu gewählt werden. Unklar ist noch, welche Folgen die Entscheidung für Ministerpräsident Sven Schulze hat.
Von MDR SACHSEN-ANHALT
Nach der schweren Niederlage bei der Landtagswahl zieht die CDU Sachsen-Anhalt personelle Konsequenzen. Die Mitglieder des Landesvorstands haben am Montagabend ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Das teilte der CDU-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Sven Schulze nach einer Sitzung des Landesvorstands in Magdeburg mit.
CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident Sven Schulze
Wir werden unsere Rolle in der Opposition sehen.
Damit reagiert die CDU auf ihr historisch schlechtes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Partei hatte bei der Wahl am Sonntag nur noch 17,2 Prozent der Stimmen erreicht. Bei der Landtagswahl 2021 waren es noch 37,1 Prozent gewesen. Stärkste Kraft wurde die AfD mit 43,8 Prozent.
Forderungen nach personellen Konsequenzen
Bereits unmittelbar nach der Wahl waren innerhalb der CDU Forderungen nach einem personellen Neuanfang laut geworden. Unter anderem hatte die Junge Union Sachsen-Anhalt den Rücktritt der gesamten Landesparteiführung verlangt. Auch Ex-Bildungsministerin Eva Feußner hatte Schulze aufgefordert, Konsequenzen aus dem Wahlergebnis zu ziehen.
Schulze selbst hatte das Abschneiden seiner Partei am Montag als "richtig niederschmetternd" bezeichnet und Beratungen über die Konsequenzen angekündigt. Schulze sprach von einer schweren Niederlage. "Wir haben als CDU keinen Regierungsauftrag mehr, wir sind Opposition. Der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD", so Schulze.
Wie geht es an der CDU-Spitze weiter?
Bis zur Neuwahl der Parteiführung bleibt der bisherige Landesvorstand zunächst im Amt. Auf einem Sonderparteitag im November oder Dezember soll dann der gesamte Landesvorstand neu gewählt werden. Landeschef Sven Schulze kündigte an, dabei nicht erneut für den Vorstand zu kandidieren. Auch Generalsekretär Mario Kaschunke will nicht mehr zur Verfügung stehen.
Um Schulzes Nachfolge an der Parteispitze will sich der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Sepp Müller, bewerben. "Ich kandidiere als Landesvorsitzender", sagte der 37-Jährige nach der Sitzung des CDU-Landesvorstands in Magdeburg. Zu möglichen Funktionen in der neuen Landtagsfraktion äußerte sich Schulze zunächst nicht.
MDR (Thomas Tasler)
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