DFB weist Einspruch zurück Elversberg-Trainer bleibt für das wohl wichtigste Spiel gesperrt
Trainer Vincent Wagner bleibt nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt: Das DFB-Sportgericht weist die Berufung des SV Elversberg zurück. Und das, obwohl Schiedsrichter-Chef, FC Bayern und Lothar Matthäus an der Entscheidung zweifelten.
Vincent Wagner bleibt für das bisher größte Spiel seiner Trainerkarriere gesperrt. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Einspruch des SV Elversberg gegen die Gelb-Rote Karte aus dem Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach bereits nach wenigen Stunden abgewiesen. Damit bleibt auch die mit dem Ausschluss verbundene automatische Sperre für ein Meisterschaftsspiel bestehen. Diese wird Wagner seiner Mannschaft am Sonntag bescheren (17.30 Uhr/DAZN und im ntv.de-Liveticker) fehlt im Spitzenduell gegen den FC Bayern.
Das Sportgericht schrieb in seiner Begründung, es gebe 'keine Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Fehler des Schiedsrichters gemäß § 11 Nr. 3 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung und damit für eine ausnahmsweise Aufhebung der automatischen Sperre.' Nach der Rechtsprechung der UEFA gilt 'eine solche Ausnahme nur dann, wenn eine Personenverwechslung vorliegt oder keinerlei Kontakt zwischen dem Trainer und dem Schiedsrichter bestand und der vom Platz gestellte Trainer sich auch sonst nicht sportlich verhalten hat.'
Gegen diese Entscheidung kann der SV Elversberg innerhalb von 24 Stunden erneut Einspruch einlegen. Das DFB-Sportgericht stellte in der Urteilsbegründung fest, dass Wagner nach Angaben des Schiedsrichters aus größerer Entfernung auf ihn zugelaufen sei, obwohl der vierte Offizielle den Trainer zuvor aufgefordert hatte, dies nicht zu tun. Diese Darstellung wird durch die Fernsehbilder bestätigt. Damit habe der Schiedsrichter eine Sachentscheidung getroffen, an die auch das Sportgericht 'grundsätzlich gebunden' sei. Darüber hinaus fand das Gericht keine Anhaltspunkte dafür, 'dass die automatische Sperre grob unfair oder willkürlich sein könnte'.
Schiedsrichter-Chef Knut Kircher gab am Sonntag in einem 'Doppelpass' bei Sport1 zu, dass der Platzverweis gegen Wagner 'insgesamt eine unglückliche Situation' gewesen sei. Selbst die Verantwortlichen des kommenden Elversberg-Gegners sprachen sich gegen einen Elfmeter aus. 'Es wäre möglich, für das nächste Spiel keine Sperre auszusprechen. Wenn das alle so sehen', sagte Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen.
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat für ein Verbot überhaupt kein Verständnis. 'Man geht einfach aufs Spielfeld und redet mit dem Schiedsrichter. Das ist Alltag. Ich finde es mehr als lächerlich, dass jetzt am jungen Elversberg-Trainer ein Exempel statuiert wird. Das sind Dinge, bei denen ich sage: ‚Fußball macht keinen Spaß'', schrieb der deutsche Kapitän der WM 1990 in seiner Sky-Kolumne.
Nachdem gegen seine Mannschaft aufgrund einer Fehleinwurf-Entscheidung ein Gegentor kassiert wurde, stand Wagner in stillem Protest auf dem Spielfeld. Das war die erste Warnung. Der Platzverweis folgte, obwohl Wagner weder aggressiv auf den Schiedsrichter zuging noch ihn verbal attackierte. Das sorgte für Diskussionen.
Verwendete Quellen: ntv.de, ses/sid
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