Das hochemotionale Auswärtsspiel der Thüringer bei der HSG Wetzlar endet 31:31. In der Schlussphase entwickelt sich ein vogelwildes Duell. Es war spannend, es war phasenweise sogar dramatisch – und dann stand am Montagabend um 20.52 Uhr fest, dass der ThSV Eisenach im dritten Anlauf endlich den ersten Punkt der neuen Saison in der Handball-Bundesliga eingetütet hat. Das kräftezehrende Kampfspiel bei der HSG Wetzlar endete leistungsgerecht 31:31 (12:15). Beste Werfer waren Felix Aellen mit zehn Toren für die Thüringer und Niklas Theiß (7) aufseiten der Gastgeber.
Die erste Halbzeit hatte zwei prägende Figuren, die beide ein Wetzlarer Trikot trugen: Theiß und Bart Ravensbergen. Theiß erzielte bei sechs Versuchen sechs Tore. Torwart Ravensbergen kam auf acht Paraden. Zum Vergleich: Für Mats Grupe und Matija Spikic, die sich im ThSV-Kasten abwechselten, wurde ein gehaltener Ball in 30 Minuten notiert.
Der Halbzeitrückstand blieb aus Eisenacher Sicht mit 12:15 trotzdem im Rahmen, was mit der hundertprozentigen Trefferquote von Felix Aellen vom Siebenmeterpunkt und dem enormen Einsatzwillen der Thüringer zu tun hatte, der im Gegensatz zur bösen Heimschlappe gegen Balingen (27:36) über die gesamte Partie hinweg vorhanden war. Allerdings tat sich der ThSV in einigen Phasen schwer, ein kreatives Angriffsspiel aufzuziehen. Manche Offensivaktionen wirkten berechenbar. Es dürfte noch einige Zeit ins Land gehen, bis die junge Mannschaft ihr volles Potenzial abruft.
Dass die Eisenacher aber auch jetzt schon konkurrenzfähig sein können in der stärksten Handball-Liga der Welt, zeigten sie im zweiten Durchgang. Nun war Spikic voll im Spiel, die Abwehr rückte enger zusammen, die Körpersprache wirkte entschlossener – und so bot sich relativ schnell die Ausgleichschance, die Aellen in der 35. Minute energisch zum 16:16 nutzte. Die Partie war nun wieder völlig offen.
Als Kapitän Peter Walz den ThSV mit 19:18 in Führung brachte (42.), übernahmen die gut 200 mitgereisten Eisenach-Fans kurzzeitig das Kommando in der mit 3413 Zuschauern gefüllten Arena. Doch dann beendete die HSG ihr Zwischentief und verhinderte, dass ihr die Partie aus den Händen glitt. In den letzten zehn Minuten ging es in wildem Tempo hin und her. Eisenach traf konstant und lag teilweise mit zwei Toren vorne. Abschütteln ließ sich Wetzlar aber nicht, das Duell wurde zur Nervenschlacht.
Zwei Minuten vor Schluss war der Spielausgang völlig offen, es stand 31:31. Erst parierte Ravensbergen gegen Oskar Joelsson, dann wurde ein Tor der Wetzlarer sieben Sekunden vor dem Ende aufgrund eines Regelfehlers nicht gegeben. Damit war das Unentschieden besiegelt, beide Teams stehen nun nicht mehr bei null Punkten.
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