Rückenwind aus dem Osten? Bayerische AfD will profitieren

Rückenwind aus dem Osten? Bayerische AfD will profitieren
View on original source
Category: Politics
Share
Archive
Like
Nach dem hohen Wahlergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt ist auch bei vielen AfD-Anhängern in Bayern die Freude groß. Damit steigen zugleich die Erwartungen. Eine Analyse. Erding, Deggendorf, Bayreuth, Cadolzburg und Neusäß – vielerorts luden AfD-Kreisverbände in Bayern zu Wahlpartys am Sonntagabend ein. Auch AfD-Landtagsabgeordnete kamen mit Anhängern in ihren Wahlkreisbüros zum Feiern zusammen. 43,8 Prozent – ein Ergebnis, das der AfD auch in Bayern einen Schub geben könnte. Die Partei versucht, am Siegestaumel in Sachsen-Anhalt teilzuhaben. Anfang der Woche kurzerhand die Worte des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund: "Wir haben das Land verändert, wir haben Geschichte geschrieben! " Manche AfD-Abgeordnete spekulieren hinter vorgehaltener Hand bereits über einen Schub in den bayerischen Umfragewerten von zwei bis drei Prozentpunkten. Ein starkes Abschneiden der AfD ist tatsächlich kein rein ostdeutsches Phänomen mehr: Bereits bei den Landtagswahlen dieses Jahr in Baden-Württemberg kam die Partei auf 18,8 Prozent, in Rheinland-Pfalz sogar auf 19,5 Prozent. Und in manchen Gegenden Niederbayerns und der Oberpfalz näherte sich die AfD bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr der 30-Prozent-Grenze. AfD-Mandatsträger sprechen seit Längerem davon, dass die Ablehnung gegen sie vielerorts abnehme. Bemerkbar mache sich das etwa in Gesprächen an Infoständen oder bei mittelständischen Unternehmen. Der Normalisierungsprozess scheint voranzuschreiten, zumindest auf dem Land. Wahlsiege wie zuletzt in Sachsen-Anhalt könnten diesen Trend weiter verstärken. Gleichzeitig gibt es eine Kehrseite des Erfolgs: Mit jedem Sieg werden die internen Erwartungen größer. Das bestätigen bayerische AfD-Abgeordnete im Gespräch mit BR24. 2023 holte die AfD bei der Landtagswahl 14,6 Prozent – nun erwarteten viele ein Ergebnis jenseits der 20 Prozent, heißt es von AfD-Politikern in Hintergrundgesprächen. Auch sei die Hoffnung groß, dass man künftig Direktmandate gewinne. Dabei hat die AfD in Bayern mit der CSU und den Freien Wählern starke Konkurrenz um konservative Wählergruppen. : "Der Wahlsieg gibt AfD-Anhängern natürlich Rückenwind, auch in Westdeutschland. Gleichzeitig hängt er die Messlatte für künftige Wahlen höher", so Schröder im Interview mit BR24. Dabei müsse man bedenken, dass in Sachsen-Anhalt im Wahlkampf vieles funktioniert habe, das keine Selbstverständlichkeit sei. Am Ende habe ein personalorientierter Wahlkampf den Ausschlag gegeben, viele Nichtwähler zu motivieren. In der Bayern-AfD ist es ein offenes Geheimnis, dass man bisher über kein Zugpferd im Stile Ulrich Siegmunds verfügt. Parteichef Stephan Protschka und Fraktionschefin Ebner-Steiner gelten in den eigenen Reihen als leutselig. Viele sprechen ihnen aber inhaltliche Kompetenz und Ausstrahlung ab, um weitere Wählerschichten für die AfD zu gewinnen. Viele rechnen damit, dass spätestens im kommenden Jahr eine Debatte über die Spitzenkandidatur entstehen könnte. Für Politikwissenschaftler Schröder zeigt das Wahlergebnis aber noch eine weitere Herausforderung vieler AfD-Landesverbände, wie dem bayerischen, auf: Der neue Stil der AfD in Sachsen-Anhalt, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, sei das neue Maß der Dinge geworden. "Diesen freundlichen, positiven Stil von Siegmund kennen viele in der Partei nicht", sagt Schröder. Bislang habe die AfD Dystopien und Untergangsszenarien propagiert, auch für langjährige AfD-Verantwortungsträger sei der Stil des Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt neu. "Und so viele Siegmunds gibt es in der AfD nicht", so Schröder. Mit Blick auf Sachsen-Anhalt hieße das für die AfD in Bayern: Wenn sie in der Gunst der Wähler weiter zulegen will, müsste sie"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach.

(0)Comments

 

A note on cookies

Newshunt uses essential cookies to keep you signed in and to remember your language and country, so the site works the way you expect. With your permission, we'd also like to use analytics cookies to understand how people use Newshunt and improve it over time.

Accepting only affects analytics. To learn more, view our Privacy Policy or Terms & Conditions.