Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie
Der bundesweite Testlauf steht kurz bevor. Am Donnerstag wird die Infrastruktur im ganzen Land auf eine harte Probe gestellt, um das System für den Ernstfall zu optimieren.
Es wird laut in Deutschland
Die Sirenen heulen in Deutschland. Dahinter steckt allerdings keine akute Gefahr. Am Donnerstag, 10. September 2026, testen Bund, Länder und Kommunen beim bundesweiten Warntag ihre Warnsysteme. Um 11 Uhr beginnt der große Probealarm. Wer am Donnerstag plötzlich einen schrillen Ton aus seinem Smartphone hört, muss deshalb zunächst nicht erschrecken. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verschickt um 11 Uhr eine Probewarnung über das Modulare Warnsystem des Bundes. Zahlreiche angeschlossene Stellen geben die Meldung anschließend über unterschiedliche Kanäle weiter. Sirenen heulen in vielen Städten und Gemeinden, gleichzeitig erreichen Warnungen Fernseher, Radios und Smartphones.
Obwohl der Warntag bundesweit stattfindet, bedeutet das nicht, dass tatsächlich überall Sirenen heulen. Die Kommunen entscheiden selbst, welche ihrer vorhandenen Warnmittel sie testen. Einige Städte besitzen zudem gar keine stationären Sirenen mehr. Das zeigt sich beispielsweise in Baden-Württemberg. In Karlsruhe, Ulm, Freiburg, Mannheim und Heilbronn sollen Sirenen heulen. In Stuttgart sieht die Situation anders aus. Die Landeshauptstadt besitzt keine stationären Sirenen mehr. Nach dem Ende des Kalten Krieges schaffte Stuttgart sein damaliges Netz mit rund 380 Anlagen ab. Bis 1995 verschwanden die letzten Sirenen.
Fast jeder Mensch wird es merken
Selbst dort, wo keine Sirenen heulen, dürfte der Warntag für viele Menschen kaum unbemerkt bleiben. Eine entscheidende Rolle spielt Cell Broadcast. Die Technik schickt Warnmeldungen direkt an Mobiltelefone in einer bestimmten Funkzelle. Nutzer müssen dafür weder eine App installieren noch sich registrieren.
Wenn am Donnerstag Sirenen heulen, prüfen die Behörden nicht nur die Technik. Der Warntag soll die Bevölkerung gleichzeitig mit den unterschiedlichen Warnwegen vertraut machen. Im Ernstfall können etwa Hochwasser, schwere Unwetter, Großbrände oder andere Katastrophen eine schnelle Warnung notwendig machen.
(Quellen: BBK, BMI)
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