Erst im Juni ist die Porsche SE aus dem DAX geflogen. Das hält die Holding jedoch nicht davon ab, nach den Sternen zu greifen. Nach dem Investment in den deutschen Raketenbauer Isar Aerospace steigt die Beteiligungsgesellschaft nun auch bei einem US-Raumfahrtunternehmen ein: Stoke Space. Dafür nimmt die Porsche SE einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand.
Porsche SE beteiligt sich im Rahmen einer rund eine Milliarde Dollar schweren Series-E-Finanzierungsrunde an Stoke Space.
Das US-Unternehmen entwickelt eine vollständig wiederverwendbare Rakete und will Anfang 2027 erstmals starten.
Neben Volkswagen und Porsche AG setzt die Holding zunehmend auf Technologie-Beteiligungen wie Quantum Systems, Isar Aerospace, Celestial AI und Waabi.
Die Porsche SE baut ihr Portfolio außerhalb der beiden großen Kernbeteiligungen Volkswagen und Porsche AG weiter aus. Mit Stoke Space kommt nun ein weiterer Anbieter aus dem Raumfahrtsektor hinzu. Die Porsche SE investiert im Rahmen der Series E einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Insgesamt nahm Stoke Space in der Finanzierungsrunde rund eine Milliarde Dollar auf. Zu den Investoren zählen unter anderem Point72 Ventures, Spark Capital, Glade Brook Capital und der US Innovative Technology Fund.
Das macht Stoke Space
Das US-Unternehmen entwickelt mit Nova eine zweistufige Trägerrakete, deren beide Stufen vollständig wiederverwendbar sein sollen. Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zu vielen heutigen Trägersystemen. Das Ziel: Raketen häufiger starten und die Kosten pro Mission deutlich senken. Beim Design der zweiten Stufe setzt Stoke Space unter anderem auf einen aktiv gekühlten metallischen Hitzeschild. Das soll die Wiederverwendung der Raketenstufe ermöglichen.
Der erste Start der Nova ist für Anfang 2027 geplant. Hinter Stoke Space steht zudem ein Team mit viel Erfahrung: CEO Andy Lapsa und weitere Führungskräfte waren zuvor unter anderem bei SpaceX und Blue Origin tätig. Stoke Space verfügt darüber hinaus über einen eigenen Startplatz am Cape Canaveral. Die Anlage wurde 2026 fertiggestellt und umfasst neben der Startrampe auch eine Integrationshalle sowie Einrichtungen zur Landung der wiederverwendbaren Raketenstufen.
'Stoke Space verfolgt einen einzigartigen, sehr vielversprechenden technologischen Ansatz und verfügt über eines der weltweit führenden Expertenteams im Bereich der Raketenentwicklung', erklärt Porsche-SE-Chef Hans Dieter Pötsch die millionenschwere Investition.
Zweites Raumfahrt-Investment
Für die Porsche SE ist Stoke Space nicht der erste Ausflug ins All. Bereits 2021 stieg die Holding bei Isar Aerospace ein. Damals beteiligte sich Porsche SE im niedrigen einstelligen Prozentbereich an dem deutschen Raketenbauer. Jüngst hatte Isar Aerospace mit dem zweiten erfolgreichen Testflug einen wichtigen Meilenstein erreicht (DER AKTIONÄR berichtete).
Diese positive Entwicklung dürfte den Investmentansatz bestätigt haben. Isar Aerospace konnte im Juni 2026 eine weitere Finanzierungsrunde über 270 Millionen Euro abschließen. Porsche SE führt Isar Aerospace weiterhin als Portfoliobeteiligung. Mit Stoke Space setzt die Holding nun bewusst auf ein zweites Unternehmen mit einem anderen technologischen Ansatz und einem Zugang zum US-Raumfahrtmarkt. Der Markt ist aus Sicht von Porsche SE vor allem deshalb interessant, weil die Nachfrage nach Raketenstarts deutlich größer ist als das derzeit verfügbare Angebot. Ein Großteil des Marktes wird aktuell von SpaceX bedient.
Das neue Investment passt in eine größere Strategie. Die Porsche SE will stärker diversifizieren. Trotzdem gilt für die Papiere der Holding wie auch für den restlichen VW-Konzern die Einschätzung: kein Kauf. Auch die Wertentwicklung der Holding hängt maßgeblich von der enttäuschenden Kursperformance von VW und Porsche ab. DER AKTIONÄR favorisiert dagegen BMW.
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