Volkswagen: Diese Arbeitnehmervertreter könnten VW‑Aufsichtsräte werden

Volkswagen: Diese Arbeitnehmervertreter könnten VW‑Aufsichtsräte werden
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Category: Business
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Volkswagens Aufsichtsrat bekam zuletzt viel Aufmerksamkeit. Erst vergangene Woche stimmte das 20-köpfige Kontrollgremium dem größten Sanierungspaket in der Geschichte des Autokonzerns zu – zumindest weiten Teilen davon. Fragen wie die langfristige Zukunft mehrerer Standorte oder eine mögliche Ausgründung der Marke Volkswagen blieben zunächst offen. In den kommenden Sitzungen dürfte deshalb weiter über Milliardeninvestitionen, den Zuschnitt des Jobabbaus – konzernweit 50.000 weitere Stellen –, einzelne Werke und die Konzernstruktur gestritten werden. Umso wichtiger ist, wer künftig die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat vertritt. Im Frühjahr 2027 werden deren Mitglieder neu gewählt. Die personellen Weichen dafür hat die IG Metall schon jetzt gestellt: Rund 400 Delegierte aus den verschiedenen Standorten, Unternehmen und Gesellschaften des VW-Konzerns beschlossen am Dienstag in Wolfsburg den Wahlvorschlag der Arbeitnehmerseite. Angeführt wird die Liste von Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo. Es folgen die Audi-Betriebsrätin Rita Beck und Karina Schnur von MAN. Bemerkenswert sind jedoch mehrere Neuzugänge. Denn mit ihnen könnten Arbeitnehmervertreter ins Kontrollgremium einziehen, die zentrale Konflikte des laufenden Konzernumbaus aus nächster Nähe kennen. Thorsten Gröger: Architekt des Weihnachtskompromisses Der politisch bedeutendste Neuzugang wäre Thorsten Gröger. Der Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist seit Jahren einer der wichtigsten Gewerkschaftsfunktionäre rund um Volkswagen, gehörte bislang aber nicht dem Aufsichtsrat an. Bekannt wurde Gröger vor allem 2024 als Verhandlungsführer der IG Metall im historischen Tarifkonflikt mit VW. Nach mehr als 70 Stunden Verhandlungen verständigten sich Unternehmen, Betriebsrat und Gewerkschaft kurz vor Weihnachten auf einen Kompromiss, der Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zunächst verhinderte. Nun könnte Gröger mitten in der nächsten Spar- und Sanierungsrunde auch formal in das oberste Kontrollgremium des Konzerns aufrücken. Seine Haltung zum neuen Sparkurs des Vorstands machte der 57-Jährige zuletzt wiederholt klar. Gröger pocht auf die 2024 vereinbarte Beschäftigungssicherung bis 2030 und die Investitionszusagen für Werke und neue Modelle. Sollte der Vorstand diese Punkte infrage stellen, werde der 'Werksboden an allen Standorten brennen', warnte er zuletzt. Als einer der entscheidenden Architekten des Weihnachtskompromisses dürfte Gröger künftig im Aufsichtsrat darüber wachen, wie viel davon im nächsten Sanierungsschritt noch Bestand hat. Manfred Wulff: Die Stimme eines gefährdeten Werks Auch auf Manfred Wulff als mögliches neues Aufsichtsratsmitglied lohnt ein genauer Blick. Wulff ist Betriebsratsvorsitzender des VW-Werks im ostfriesischen Emden – und damit Arbeitnehmervertreter eines Standorts, dessen langfristige Zukunft derzeit unklar ist. In Emden werden die E-Autos ID.4 und ID.7 gebaut. Der Standort hat seine Kosten stark verbessern können, doch noch reicht das nicht für eine 'wettbewerbsfähige' Weiterbelegung, wie es aus dem Management heißt. Ab 2031 ist offen, wie es dort weitergeht. Ähnliche Fragen stellt man sich auch in Zwickau, Hannover und im Audi-Werk Neckarsulm. Konzernchef Oliver Blume prüft deshalb alternative Nutzungsmöglichkeiten für Standorte – wie zuletzt in Osnabrück, wo künftig Rüstungsaufträge abgewickelt werden sollen. Auch dass chinesische VW-Modelle in Deutschland gebaut werden, steht im Raum. Die Beschäftigten und ihre Familien seien nach den jüngsten Beschlüssen 'höchst verunsichert', sagte Wulff zuletzt. 'Wir müssen Ruhe reinbekommen in den ganzen Druck, damit wir endlich arbeiten können.' Der 55-Jährige würde auf Gerardo Scarpino folgen, seit April 2023 Geschäftsführer des Konzernbetriebsrats. Wie die Arbeitnehmerbank sonst aufgestellt ist Auf Gewerkschaftsseite bleibt IG-Metall-Chefin Christiane Benner die wichtigste Vertreterin. Die 58-Jährige ist bereits stellvertretende Vorsitzende des VW-Aufsichtsrats und neben Cavallo eine der zentralen Stimmen der Arbeitnehmerseite im Kontrollgremium. Neben Benner und Gröger soll zudem weiterhin Conny Schönhardt, Unternehmensbeauftragte der IG Metall für Volkswagen, ein Gewerkschaftsmandat erhalten. Sie sitzt bereits seit 2019 im VW-Aufsichtsrat. Aufseiten der Konzernbeschäftigten komplettieren Daniela Nowak, Betriebsratschefin in Braunschweig, sowie Porsches Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ibrahim Aslan die Liste. Aslan folgt auf Harald Buck und steht damit vor allem für einen personellen Wechsel innerhalb der Porsche-Mitbestimmung. Der Sportwagenbauer hat erst vor Kurzem ein eigenes Sparpaket aufgelegt. Die eigentliche Wahl der Arbeitnehmervertreter ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Der Umbau des Konzerns dürfte dann noch längst nicht abgeschlossen sein. Gewählt wird für fünf Jahre.

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