Geburtstagsesel Julius hatte beim Völser Schützenmarsch plötzlich 'koa Luscht' – auch Landesrätin Eva Pawlata konnte den störischen Zeitgenossen nicht motivieren!
VÖLS (majo). Er wäre wohl der Star des Völser Schützenmarsches gewesen und hätte sich in die Herzen der Schützen marschieren können. Vielleicht wäre sogar die Ehrenmitgliedschaft als offizielles Schützenmaskottchen drinnen gewesen. Und ein Gourmethappen zum 4. Geburtstag wartete sowieso. Doch 'Julius' hatte andere Pläne.
Der stattliche, blaublütige österreichisch-ungarische Barockesel – weißes Fell, hellblaue Augen, vier Hufe und eine starke Persönlichkeit mit eigenem Sinn – sollte laut Planung gemeinsam mit Landesrätin Eva Pawlata die zehn Kilometer unter die Hufe nehmen. Alles war angerichtet: Julius erschien bestens ernährt, topfit und super vorbereitet. Auch die Landesrätin erschien in standesgemäßer Wanderjustierung und voller motivierender Vorfreude. Und dann sagte Julius kurzerhand "Nein".
Die Landesrätin versuchte wirklich alles. Gutes Zureden? Keine Chance. Zärtliche Umarmung? Julius blieb unbeeindruckt. Schmeichelnder Charme? Verpuffte wirkungslos. Selbst motivierende Worte, die vermutlich so manchen Zweibeiner auf die Strecke gebracht hätten, konnten den Vierbeiner nicht erweichen.
Julius hatte seine Entscheidung getroffen: Zehn Kilometer Hitzemarsch gegen schattige Koppel – da stand die Entscheidung für ihn außer Frage. Auch Besitzer und 'Vaterfreund' Elmar Michael musste schließlich erkennen, dass bei einem Esel manchmal auch die besten Argumente nicht zählen. Und so blieb Julius dort, wo es ihm am besten gefiel: im Schatten, auf seiner Koppel und vermutlich mit dem beruhigenden Gefühl, gerade eine sehr vernünftige Geburtstagsentscheidung getroffen zu haben. Die Landesrätin absolvierte notgedrungen den Schützenmarsch im Alleingang und bewältigte die Strecke souverän.
Dabei hätte der Ehrentag für 'Julius' durchaus das Zeug zum großen Auftritt gehabt.
Aber Julius ist eben ein Esel von Welt und lässt sich nicht einfach so irgendwohin marschieren. Vielleicht war sein Fernbleiben aber auch eine Botschaft an die Völser Schützen: 'I bin huier nit dabei. Åber nächstes Jåhr – wenn's a bissl frischer isch und's Buffet passt, red ma weiter.'
Wir sind gespannt und werden berichten!
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