Integration gelingt über Arbeit, Kenntnis der deutschen Sprache und Bekenntnis zu den in Österreich gelebten Werten inklusive Alltagskultur. Das bekräftigt Integrationsministerin Claudia Bauer anlässlich einer neuen Studie 'Was denkt Österreich?'.
Merkmale guter Integration
Aus Sicht der Befragten zählen zu den wesentlichen Merkmalen guter Integration
die Anerkennung der Gesetze und Regeln (77 %),
Respekt für Werte und Umgangsformen (75 %),
gute Deutschkenntnisse (71 %),
Arbeit oder Ausbildung (70 %) und
Selbsterhaltungsfähigkeit (69 %).
Wesentliche Probleme
Als zentrale Integrationsprobleme gelten
Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebezug (89 %),
die Ablehnung österreichischer Kultur und Werte (89 %),
unzureichende Deutschkenntnisse (89 %) sowie
Gewalt im Namen der Ehre und mangelnder Respekt gegenüber Frauen (90 %).
Sorge um kulturelle Identität
Eine wachsende Mehrheit der Befragten hält die Sorge um die kulturelle Identität Österreichs für berechtigt: Seit 2018 ist der Anteil von 57 % auf mittlerweile 75 % gestiegen.
Das hat mehrere Gründe, erläuterte Sozialwissenschaftler Rudolf Bretschneider im Pressegespräch mit Ministerin Claudia Bauer. Ausschlaggebende Faktoren seien neben der Migration auch der Modernisierungsdruck, der Medienwandel und internationale Krisen.
Als negative gesellschaftliche Einflussfaktoren gelten für die Befragten
Migrationsbewegungen (51 %)
Falschinformationen (54 %),
der politische Islam (52 %),
weltweite Kriegen und Konflikten (52 %).
Im Vergleich zu 2018 ist die Sorge vor großen Migrationsbewegungen von 62 % auf 51 % deutlich gesunken.
Positive Erfahrungen mit Migranten
Die meisten Befragten werten persönliche Erfahrungen mit Migrant/innen je nach Lebensbereich überwiegend positiv. Im Freundes- und Bekanntenkreis berichten insgesamt 73 % von positiven Erfahrungen, an Schulen, Ausbildungsstätten oder Universitäten sind es 70 %, am Arbeitsplatz 62 % und in der Nachbarschaft 58 %.
Kritische Einschätzung von Zuwanderung
Gleichzeitig werden die gesellschaftlichen Auswirkungen von Zuwanderung insgesamt eher kritisch eingeschätzt, insbesondere in Bezug auf das Sozialsystem (50 %), die öffentliche Sicherheit (47 %), das Bildungssystem (45 %), den Wohnungsmarkt (41 %) und den gesellschaftlichen Zusammenhalt (35 %). Positive Auswirkungen werden am ehesten bei Forschung (24 %) sowie bei Kultur und Bevölkerungsentwicklung (jeweils 21 %) wahrgenommen.
Zur Befragung: Der ÖIF-Forschungsbericht mit dem Titel 'Was denkt Österreich?' wurde bereits zum vierten Mal unter der inhaltlichen Leitung von Prof. Bretschneider im Auftrag des ÖIF durchgeführt. Analysiert wurden auf Basis einer repräsentativen Online-Befragung zwischen Februar und März 2026 durch Meinungsforscher Peter Hayek die Einstellungen der österreichischen Wohnbevölkerung im Zusammenhang mit Integration und Zuwanderung. Im Rahmen der Umfrage 2026 wurden 1.016 Personen mit und ohne Migrationshintergrund über ein Online-Panel befragt.
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