Die Gegner eines Luxusimmobilien-Projekts in einem albanischen Naturschutzgebiet haben den 100. Tag in Folge im Zentrum von Tirana demonstriert. Sie hielten Transparente mit Aufschriften wie "Albanien ist nicht zu verkaufen!" hoch und forderten in Sprechchören den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama, der das Projekt unterstützt.
Die Protestwelle richtet sich gegen die geplante Bebauung von Teilen der Lagune von Narta im Delta des Flusses Vjosa durch US-Investoren. Federführend ist dabei eine Firma von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. In der Bucht von Zvernec und auf der Insel Sazan sollen Luxushotels, Villenanlagen und Freizeiteinrichtungen entstehen.
Brutgebiete von Flamingos gefährdet
Umweltschützer befürchten, dass das Vorhaben das sensible Ökosystem im Vjosa-Delta an der Adria nachhaltig beschädigen könnte. Dazu gehören etwa Rast- und Brutgebiete für Flamingos, Reiher und andere Vögel. Da viele Demonstranten immer wieder selbst angefertigte Karton-Darstellungen von Flamingos mitbringen, hat die Bewegung in den Medien die Bezeichnung "Flamingo-Revolution" bekommen.
Während in den Anfangszeiten Tausende, manchmal Zehntausende, zu den Kundgebungen gekommen waren, beteiligten sich am Montag schätzungsweise mehrere Hundert bis Tausend Menschen an der Demonstration, wie in einem Videostream zu sehen war. "Ausdauer misst sich nicht in Zahlen, sondern im Widerstand", rief einer der Redner in die Menge.
Noch keine Baugenehmigung
Nach Recherchen albanischer Medien liegt für die Errichtung des Resorts noch keine Baugenehmigung vor. Die zuständige Behörde hat dem Investor bislang lediglich die Erlaubnis erteilt, das künftige Baugelände einzuzäunen und Zufahrtswege innerhalb des Geländes anzulegen.
Tatsächlich begannen Ende April erste Arbeiten zur Einzäunung des Geländes. Am 30. Mai kam es zum ersten - noch kleinen - Protest, damals am Bauzaun bei Zvernec. Der tätliche Angriff von Sicherheitsleuten einer privaten Firma auf einen Demonstranten löste schließlich die bis heute anhaltende Protestwelle aus.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle Tourismus-News:
kns/roj/news.de
(0)Comments