Neuer Betrug bei WhatsApp: Reagieren Sie auf keinen Fall auf diese Nachricht
Von: Annika Ketzler
Drucken Teilen
Kriminelle nutzen eine perfide Masche, um die Whatsapp-Konten von Nutzern zu übernehmen und an Geld zu kommen. Die Polizei in NRW warnt und gibt Tipps.
Hamm – Betrüger benutzen die perfidesten Maschen, um an das Geld von Menschen zu kommen. Viele davon sind mittlerweile bekannt – Polizei und Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor Betrugsmaschen wie dem Enkeltrick, Schockanrufen oder Phishing-Mails. Nun sorgt eine vermeintlich harmlose Bitte um eine Abstimmung für massenhafte Konto-Übernahmen bei WhatsApp. Betroffen sind auch Nutzer in Nordrhein-Westfalen – die Polizei warnt eindringlich vor dem Klick auf den Link.
Vorsicht, Betrug: Kriminelle nutzen eine Whatsapp-Masche, um an Geld zu kommen (Symbolbild) © Bernd Feil/ MiS/ Imago
Aber worum geht es? 'Hallo, könntest du bitte für Klara abstimmen? Sie ist die Tochter von engen Freunden von mir, und dieser Sieg ist für ihre Familie sehr wichtig! Es geht um ein Stipendium für ihre Ausbildung. Vielen, vielen Dank im Voraus für deine Unterstützung!' – gefolgt von einem Link. So oder zumindest so ähnlich erhalten Tausende Whatsapp-Nutzer aktuell eine Nachricht auf der App, die vermeintlich von einem echten Kontakt stammt. Zur Auswahl stehen zwei Kandidatinnen, 'Klara' und 'Sarah' – dahinter steckt jedoch keine echte Abstimmung, sondern der Versuch, das WhatsApp-Konto des Opfers zu übernehmen.
Tückische Betrugsmasche über Whatsapp: Was steckt dahinter?
Die Faktencheck-Organisation Mimikama warnt: 'Vorsicht! Die WhatsApp-Nachricht bittet um eine angebliche Abstimmung für Klara bei einem Foto-Wettbewerb. Nach dem Klick führt die Seite zu einer Anmeldung per WhatsApp und fordert Telefonnummer sowie einen Code über 'Verbundene Geräte' an. Damit kann ein WhatsApp-Konto übernommen werden.'
Der Ablauf folgt immer demselben Muster:
Der Köder: Eine Nachricht bittet unter emotionalem Druck – Stipendium, Familie, Dringlichkeit – um eine Stimme für ein Kind oder eine Jugendliche.
Eine Nachricht bittet unter emotionalem Druck – Stipendium, Familie, Dringlichkeit – um eine Stimme für ein Kind oder eine Jugendliche. Die Falle: Ein Klick auf 'Abstimmen' führt nicht zu einer echten Wahl, sondern zu einer angeblichen 'Anmeldung per WhatsApp'.
Ein Klick auf 'Abstimmen' führt nicht zu einer echten Wahl, sondern zu einer angeblichen 'Anmeldung per WhatsApp'. Die Datenabfrage: Die Seite fragt nach der Telefonnummer des Opfers.
Die Seite fragt nach der Telefonnummer des Opfers. Die Übernahme: Anschließend soll das Opfer in WhatsApp unter 'Verknüpfte Geräte' einen Code eingeben, den die Betrugsseite anzeigt. Wer das tut, verknüpft in Wirklichkeit ein fremdes Gerät der Täter mit dem eigenen Konto – und übergibt damit die Kontrolle.
Der Plattform Mimikama liegen nahezu gleichlautende Nachrichten mit unterschiedlichen Links vor. Eine Variante führte auf die Domain litellstars.top, eine weitere auf starsvote.top.
Voting-Masche und Geldforderungen:
Sobald die Täter erfolgreich waren und das Konto übernommen haben, versenden diese im Namen des Opfers weitere Nachrichten an dessen Kontakte – oft mit derselben Voting-Masche oder mit dringenden Geldforderungen. Auch in Nordrhein-Westfalen sind bereits Fälle bekannt. Die Polizei Soest warnte zuletzt vor der Betrugsmasche, die auch als 'Ghost Pairing' bekannt und im Kreis vermehrt aufgetreten ist. 'Besonders tückisch ist, dass das eigene Smartphone nach einer solchen Geräteverknüpfung weiterhin wie gewohnt funktioniert. Betroffene bemerken den unbefugten Zugriff deshalb möglicherweise gar nicht', schreiben die Beamten.
Das empfiehlt die Polizei:
Keine Links aus unerwarteten Nachrichten anklicken, auch wenn die Nachricht scheinbar von Freunden oder Angehörigen stammt.
Niemals einen Kopplungs- oder Bestätigungscode weitergeben oder eine Geräteverknüpfung bestätigen, die man nicht selbst bewusst eingeleitet hat.
Bei ungewöhnlichen Nachrichten zunächst über einen anderen Kommunikationsweg Kontakt mit der vermeintlichen Absenderin oder dem Absender aufnehmen.
Regelmäßig unter WhatsApp → Einstellungen → Verknüpfte Geräte überprüfen, welche Geräte mit dem eigenen Konto verbunden sind, und unbekannte Geräte unverzüglich abmelden.
WhatsApp und das Betriebssystem des Smartphones stets auf dem aktuellen Stand halten.
Die Zwei-Schritt-Verifizierung von WhatsApp aktivieren.
Wer ein unbekanntes verknüpftes Gerät feststellt oder den Verdacht hat, dass das eigene WhatsApp-Konto von Unbefugten genutzt wird, sollte die eigenen Kontakte über den Vorfall informieren, damit diese nicht auf Nachrichten der Täter reagieren oder beispielsweise Geld überweisen.
25 typische Betrugsmaschen: So wollen Kriminelle an Ihr Geld
Fotostrecke ansehen
Unter dem Deckmantel von Spendenaktionen haben Unbekannte vor einigen Tagen in Hamm-Heessen und Hamm-Rhynern zwei Frauen Geld abgenommen.
(0)Comments