LONDON (IT BOLTWISE) – Sony legt die beliebten WH-1000XM4 erneut auf, diesmal als WH-1000XM4C. Die Kopfhörer bleiben beim QN1-Processing und bei vier Mikrofonen, erhalten aber einen 10-Band-EQ, ein Gaming-Preset und Bluetooth 6. Gleichzeitig sinkt die beworbene Akkulaufzeit mit aktivem ANC leicht von 30 auf bis zu 27 Stunden. Für den Marktstart im Herbst nennt Sony 300 US-Dollar als Preis, verbunden mit einem kleinen Upgrade-Paket statt eines kompletten Generationssprungs.
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Dass Sony die WH-1000XM4 nach der Einstellung 2025 als WH-1000XM4C zurückbringt, wirkt auf den ersten Blick wie ein Schritt zurück – und genau das macht die Entscheidung interessant. Der Premium-Kopfhörer war seit seinem Erscheinen im Jahr 2020 im Mainstream der Geräuschunterdrückung sehr erfolgreich, unter anderem wegen seines ausgewogenen Klangs, eines starken aktiven Noise-Cancelling (ANC) und der damals noch vergleichsweise kompakten Bauform. Mit der späteren Linie XM5 und XM6 verschob sich die technische Linie jedoch deutlich: mehr Mikrofone, neuere Chips, andere Designphilosophien. Der XM4C sitzt damit in einer 'Zwischenwelt' – als Rückkehrer, aber nicht als 1:1-Relikt.
Technisch betrachtet bleibt der Kern des WH-1000XM4C sehr nah am Original: Sony verwendet weiterhin den QN1-Verarbeitungschip und setzt für die ANC-Funktion auf vier Mikrofone. Das unterscheidet ihn klar von der Entwicklungslinie, die Sony in den letzten Jahren aufgebaut hat. Der XM5 nutzte zwar ebenfalls QN1, kam aber mit acht Mikrofonen aus; beim XM6 stieg die Mikrofonzahl auf zwölf und der neuere QN3-Chip übernahm die Rolle der Hauptsignalverarbeitung. Hinzu kommt die mechanische Haltung: Der XM4C behält das bekannte Scharnier- und Klappdesign, das Sony später mit der XM5-Linie optisch und konstruktiv etwas aufgeweicht hat und beim XM6 zwar wieder aufgegriffen, aber nicht in gleicher Kompaktheit umgesetzt hatte. Damit adressiert Sony vor allem Nutzer, die das 'Faltgefühl' und die Transportfreundlichkeit des XM4 mögen – weniger Menschen, die kompromissloses Top-End-ANC mit maximaler Sensorik erwarten.
Auch bei der Software und beim Bedienkomfort positioniert Sony den XM4C als aktualisierten Alltagskopfhörer statt als reine Neuauflage. Laut Hersteller wurde das Klangprofil so angepasst, dass es näher an die aktuellen Modelle heranrückt. In der Headphones-App bekommt der XM4C außerdem einen 10-Band-EQ statt des 5-Band-EQs beim ursprünglichen XM4. Zusätzlich gibt es ein Gaming-Preset, was in der Praxis bedeutet, dass Sony zumindest für typische Spiel-Use-Cases in Richtung eines anderen Abstimmungsprofils (etwa für Sprache/Präsenz oder rhythmische Details) optimiert. Die Funkschnittstelle wird ebenfalls moderner: Bluetooth 6 ersetzt Bluetooth 5. Auffällig ist dagegen das Detail, dass die Akkulaufzeit mit ANC leicht sinkt – Sony nennt 27 Stunden statt 30 Stunden. Der Unterschied ist nicht dramatisch, aber er zeigt, dass der Hersteller zwar an mehreren Stellen nachjustiert, die Energiekennwerte aber nicht komplett neu ausoptimiert hat.
Für die Kaufentscheidung zählt vor allem das Gesamtpaket aus Preis, Verfügbarkeit und technischer Motivation. Der XM4C soll später im Herbst für 300 US-Dollar verfügbar sein. Das liegt zwar unter dem Einstiegspreis des XM4 bei dessen Markteinführung, allerdings auch über den realistisch erreichbaren Preisen, die der XM4 vor der Einstellung zeitweise hatte. Gleichzeitig wirkt der Preis in Relation zu den aktuell verfügbaren Alternativen strategisch: Der XM5 ist laut Quelle für 200 US-Dollar erhältlich – mit dem Hinweis, dass ein Teil dieses Preisniveaus möglicherweise auch dem Abverkauf vor dem XM4C geschuldet ist. Der XM4C versucht also, eine Lücke zu schließen: Nutzer, die das XM4-Design möchten, aber keinen aktuellen Flaggschiffaufbau für nötig halten, und die trotzdem ein aktualisiertes Software-Feature-Set wie 10-Band-EQ und Gaming-Preset bekommen wollen.
Neben dem Comeback der Premium-Linie schiebt Sony zudem zwei günstigere Modelle nach: WH-CH730N und WH-CH530. Beide erhalten die gleichen Upgrades im Sinne von 10-Band-EQ und Gaming-EQ-Preset, der CH730N bekommt außerdem wieder ein Klappdesign in kompakterer Form. Bei der Akkulaufzeit setzt Sony hier stärker auf 'Steckdosis-Realität' als beim XM4C: Der CH730N soll bis zu 50 Stunden mit ANC schaffen, der CH530 bis zu 55 Stunden – wobei beim CH530 kein ANC vorgesehen ist. Zusätzlich führt Sony ein 'Safe Mode' in der App ein, mit dem sich die maximale Lautstärke begrenzen lässt. Gerade im Familienumfeld ist das praktisch, weil Eltern so den Hörkomfort ihrer Kinder länger kontrollieren können; technisch bleibt aber eine wichtige Einschränkung: Laut Quelle lässt sich der einmal gesetzte Limit nicht dauerhaft sperren, was die Funktion stärker als Empfehlung denn als harte Durchsetzung erscheinen lässt.
Beim Einstiegspreis positionieren sich beide Modelle klar im preisbewussten Markt. Der WH-CH530 kostet 70 US-Dollar und kommt in mehreren Farben wie Schwarz, Kobaltblau, Mintgrün, Weiß, Pink und Koralle. Der WH-CH730N wird für 180 US-Dollar angeboten, ebenfalls in mehreren Farbvarianten wie Schwarz, Blau, Hafer (oat), Weiß und Pink. Parallel spielt Sony mit einer Markenkooperation: In limitierten Bundles gibt es neben ausgewählten Kopfhörern (inklusive WH-1000XM6 sowie der beiden Midrange-Modelle) eine Hello-Kitty-förmige Tragetasche und eine weitere Hello-Kitty-gebrandete Tasche. Diese Bundles sollen später in diesem Jahr in begrenzter Stückzahl über die Sony-Website erhältlich sein, was den Absatz nicht primär über technische Parameter, sondern über Sammler- und Geschenklogik stimuliert.
Aus Branchenperspektive lässt sich der Schritt als Versuch lesen, eine 'bewährte' Hardware-Baureihe wieder in ein aktualisiertes Ökosystem einzuhängen. Der Markt hat sich in sechs Jahren weiterentwickelt: mehr Mikrofone, neue Chips, feinere Abstimmungsoptionen und stärker ausgeprägte Profile für Gaming und Alltag. Gleichzeitig zeigt Sony mit dem XM4C, dass es für einen Teil der Kundschaft nicht zwangsläufig der nächste Chip-Generationssprung sein muss, solange ANC-Leistung, App-Features und Bedienbarkeit den persönlichen Favoriten treffen. Für Unternehmen und Techniknutzer heißt das: Wer seine Produktiv- oder Reise-Ausstattung plant, kann bei Kopfhörern stärker zwischen 'Funktionalität und Plattformgefühl' unterscheiden – also nicht nur nach Spitzenwerten suchen, sondern auch nach Designpräferenzen, EQ-Flexibilität und App-Workflow.
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