CHINA / LONDON (IT BOLTWISE) – Xiaomi stellt mit dem 18 Fold sein erstes breitformatiges faltbares Flaggschiff vor und positioniert es zwei Tage vor Apples erwartetem Falt-iPhone-Event. Das Modell setzt auf zwei Displays mit 120Hz-LTPO und bis zu 4.000 Nits Spitze; hinzu kommt eine neue doppellagige, ultradünne Glasstruktur. Im Inneren arbeitet der hauseigene Xring O3 auf 3-nm-Basis, kombiniert mit einer NPU von 200 TOPS. Das 18 Fold zielt außerdem mit Leica-Entwicklung bei der Kamera und mit 6.000-mAh-Akku auf eine Premium-Alternative in der chinesischen Preisklasse.
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Xiaomi hebt das Tempo im Faltmarkt deutlich an: Mit der offiziellen Ankündigung des 18 Fold in China versucht der Hersteller, den zeitlichen Abstand zum erwarteten Apple-Launch nicht nur in Tagen, sondern auch technisch zu verkürzen. Das Gerät ist als 'wide-format' ausgelegt, also so, dass sich das Display wie bei klassischen Buchfalz-Designs über eine große Breite entfaltet. Besonders auffällig ist dabei die Display-Philosophie, denn Xiaomi nennt für das äußere 5,38-Zoll-Panel und das innere 7,58-Zoll-Panel jeweils 120Hz LTPO sowie eine Peak-Helligkeit von 4.000 nits. Für die Praxis bedeutet das: Bildwiederholraten müssen bei Bedarf drosseln, um Akku zu sparen, während die LTPO-Technik die Umschaltung zwischen Raten typischerweise glättet, statt harte Sprünge zu erzeugen.
Beim Scharnier geht Xiaomi einen Schritt weiter als 'nur' ein bekanntes Faltprinzip: Das 'Dragon Bone'-Hinge-Design soll für eine rundere Geometrie sorgen, wobei Xiaomi dafür 492 strukturelle Optimierungen nennt. Diese Zahl ist weniger als Marketingversprechen zu verstehen, sondern als Hinweis auf iterative Mechanik-Entwicklung: Formgebung, Materialführung und Toleranzen bestimmen bei Faltgeräten häufig, wie gleichmäßig sich das Gerät schließt, wie stark das Faltspalt-'Crease'-Bild ausfällt und wie belastbar die Mechanik im Alltag bleibt. Hinzu kommt der Schutz der Displays, den Xiaomi über eine neue doppellagige ultradünne Glasstruktur abbildet. Diese Kombination adressiert zwei typische Schwachstellen faltbarer Geräte—Empfindlichkeit gegen Druckpunkte und Kratzanfälligkeit – und ist damit ein Baustein, um die Zielgruppe auch über 'Frühadopter' hinaus zu erweitern.
Technisch tritt das 18 Fold mit einem klaren Claim auf: Es soll das erste Flaggschiff sein, das den hauseigenen Xring O3 Chip enthält. Xiaomi positioniert den Prozessor als 3-nm-Implementierung und kombiniert dabei einen 10‑Kern-CPU-Cluster mit 4,35GHz sowie eine 16‑Kern-GPU. Die für Unternehmen relevanten Kennzahlen sind dabei weniger die Marketingzahlen der Taktfrequenz als die Effizienz-Relationen, die Xiaomi nennt: 60% Multi-Core CPU-Gewinn und 85% GPU-Performance-Steigerung gegenüber dem Vorgänger, bei gleichzeitig 25% weniger Leistungsaufnahme in der CPU- und 64% weniger in der GPU-Sicht. Dazu kommt eine dedizierte NPU mit 200 TOPS – und genau diese NPU ist für die nächsten Schritte bei KI-Funktionen entscheidend, etwa wenn Modelle lokal laufen sollen oder wenn on-device Inferenz Rechenzeit spart und damit Latenz und Datenschutzanforderungen verbessert.
Auf der Kamera- und Softwareseite setzt Xiaomi mit einem Leica-entwickelten System auf eine klassische Top-Spezifikation: Der Hauptsensor löst mit 200 Megapixeln auf, ergänzt um ein 50‑Megapixel-Ultraweitwinkel und ein 50‑Megapixel-Periskop-Teleobjektiv mit 3,5x optischem Zoom. Das ist besonders relevant, weil faltbare Geräte häufig entweder beim Zoom oder bei der Bildkonsistenz im Alltag hinter 'normalen' Premium-Phones zurückbleiben; hier versucht Xiaomi, die optische Leistungsfähigkeit von Beginn an hoch anzusetzen. Softwareseitig kommt HyperOS 4 zum Einsatz, und beim Laden nennt Xiaomi einen 6.000‑mAh-Akku mit 67W kabelgebundenem sowie 50W kabellosem Laden. Für die Kalkulation im Markt zählt zudem die Preisspanne: Die Preise starten bei 10.999 Yuan für die Basis mit 12GB RAM und 256GB Speicher, steigen bis 14.999 Yuan für das 16GB/1TB-Modell und erreichen für die limitierte Ceramic Special Edition 15.999 Yuan – mit einer erwartbaren Premium-Kompatibilität gegenüber dem Segment, in dem auch Apple-Geräte typischerweise angesiedelt sind.
Während Xiaomi das 18 Fold zunächst als China-exklusives Produktrahmenwerk beschreibt, zeigt der Zeitplan die eigentliche Wettbewerbsdynamik: Apples Falt-iPhone wird für den 9. September am Apple Park erwartet, und damit liegt der Fokus der nächsten Tage klar auf der Frage, wer das bessere Gesamtpaket aus Hardware, Software und Ökosystem-Integration liefert. Xiaomi weist außerdem darauf hin, dass das 18 Fold keine globale Verfügbarkeit bekommen hat – und damit knüpft der Hersteller an die Historie früherer Mix Fold Modelle an, die ebenfalls auf den chinesischen Markt fokussiert waren. Gleichzeitig erweitert Xiaomi den Event-Rahmen: Mit dem Xiaomi Pad 9 Pro Max wird ein Tablet angekündigt, das ebenfalls den Xring O3-Chip nutzt, und zudem nennt Xiaomi mehrere Elektrofahrzeuge unter dem Pengcheng-Branding. Für Unternehmen bedeutet das vor allem, dass Xiaomi die eigene Plattformisierung vorantreibt – Chip, NPU und Performance-Optimierung sollen nicht nur 'in einem Telefon' funktionieren, sondern plattformübergreifend.
Für die Marktbeobachtung ist die Strategie damit zweigeteilt: Xiaomi liefert ein konkretes technisches Paket mit sehr klaren Zahlen bei Displays, Scharnierentwicklung und Rechenleistung, während Apple zur selben Zeit vermutlich stärker über Integration und Preispositionierung wirken wird. Berichten zufolge wird Apples erstes Falt-iPhone mit einem Einstiegspreis von über 2.000 US-Dollar in den Handel gehen, was die Preisschere zur Xiaomi-Einstiegskonfiguration verschiebt. Interessant ist außerdem die Kameraarchitektur: Für Apples Falt-iPhone werden zwei rückseitige Kameras ohne dediziertes Teleobjektiv erwartet, während Xiaomi mit 3,5x optischem Zoom ein deutlich spezifiziertes Tele-Setup liefert. Unabhängig vom Sieger im Detail zeigt der Vergleich, dass das 'faltbare Premium'-Segment gerade in der Praxis nicht nur um Formfaktoren konkurriert, sondern um die Frage, wie zuverlässig sich Performance, KI-Funktionen und Fotografie auf einem Gerät umsetzen lassen, das im Alltag täglich mehr mechanische Belastung und mehr Display-Engineering verkraften muss.
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