PISA Absturz in Deutschland und Israel: Beide Bildungssysteme so schlecht wie nie

PISA Absturz in Deutschland und Israel: Beide Bildungssysteme so schlecht wie nie
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Category: Politics
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Deutschland und Israel erreichen bei PISA historische Tiefstände. In Israel fällt der Absturz noch deutlich heftiger aus. Die neuen PISA Ergebnisse sind für Deutschland und Israel Israel: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen Ostens Israel ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner. Mehr lesen gleichermaßen ein Alarmsignal. In beiden Ländern erzielten 15 Jährige 2025 in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die schlechtesten Ergebnisse seit Beginn ihrer Teilnahme. Doch während Deutschland trotz des Absturzes noch ungefähr auf OECD Niveau liegt, fällt Israel inzwischen deutlich darunter. In Deutschland erreichen die Jugendlichen nur noch 464 Punkte in Mathematik, 465 beim Lesen und 486 in den Naturwissenschaften. Jeder dritte 15 Jährige verfehlt beim Lesen und Rechnen das grundlegende Kompetenzniveau. In den Naturwissenschaften betrifft das ungefähr jeden Vierten. Seit 2015 geht es praktisch kontinuierlich bergab. Die Tagesschau spricht deshalb von den schlechtesten deutschen PISA Ergebnissen überhaupt. Besonders bitter ist der langfristige Vergleich. Der erste sogenannte PISA Schock erschütterte Deutschland vor 25 Jahren und löste umfangreiche Reformen aus. Zwischenzeitlich verbesserten sich die Ergebnisse tatsächlich. Diese Entwicklung ist inzwischen vollständig umgekehrt. Die OECD stellt ausdrücklich fest, dass die Resultate von 2025 in allen drei Bereichen die niedrigsten jemals für Deutschland gemessenen Werte darstellen. Deutschland fällt, Israel stürzt Noch dramatischer sieht die Lage in Israel aus. Die Jerusalem Jerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer Geschichte Jerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen. Mehr lesen Post spricht unter Berufung auf Vertreter des Bildungsministeriums von einem 'katastrophalen Ereignis historischen Ausmaßes'. Israel erzielte ebenfalls in allen drei Fächern seine schlechtesten PISA Werte überhaupt. Seit der vorherigen Erhebung 2022 verlor das Land acht Plätze in den Naturwissenschaften, sieben beim Lesen und sechs in Mathematik. Die nackten Zahlen zeigen den Unterschied zu Deutschland besonders deutlich. Israel erreicht 433 Punkte in Mathematik, 436 beim Lesen und 442 in den Naturwissenschaften. Deutschland kommt auf 464, 465 und 486 Punkte. Israel liegt damit in allen drei Bereichen klar hinter Deutschland und unter dem OECD Durchschnitt. In Mathematik ist die Situation besonders drastisch. Unter 44 verglichenen entwickelten Ländern landet Israel nach Angaben der Jerusalem Post auf Platz 43. Nur Albanien schneidet schlechter ab. Beim Lesen liegt Israel auf Rang 37. In den Naturwissenschaften kommt das Land im größeren internationalen Feld auf Platz 44. Nur 54 Prozent der israelischen Schüler erreichen in Mathematik wenigstens Kompetenzstufe 2. Im OECD Durchschnitt sind es 65 Prozent. In Naturwissenschaften schaffen 60 Prozent das Mindestniveau, gegenüber 74 Prozent im OECD Durchschnitt. Beim Lesen erreichen 59 Prozent die grundlegende Kompetenzstufe, während der OECD Durchschnitt bei 69 Prozent liegt. Deutschland steht besser da, aber auch dort sind die Zahlen alles andere als beruhigend. 66 Prozent erreichen mindestens Stufe 2 in Mathematik, 68 Prozent beim Lesen und 73 Prozent in Naturwissenschaften. Das liegt ungefähr auf OECD Niveau. Für ein Land, das wirtschaftlich von hochqualifizierten Arbeitskräften, Ingenieuren, Forschung und Industrie abhängig ist, ist 'OECD Durchschnitt' allerdings kaum ein überzeugendes Bildungsziel. Noch bedenklicher ist die Entwicklung seit 2015. In Deutschland stieg der Anteil leistungsschwacher Schüler seitdem um 17 Prozentpunkte in Mathematik, 15 beim Lesen und zehn in Naturwissenschaften. In Israel waren es jeweils 14 Prozentpunkte in Mathematik und Lesen sowie neun in Naturwissenschaften. Zwei Krisen, unterschiedliche Ursachen Die Ursachen lassen sich nicht einfach gleichsetzen. Israel hat außergewöhnliche Jahre hinter sich. Die Schüler, die 2025 getestet wurden, erlebten zunächst Corona, anschließend den 7. Oktober und einen langen Krieg. Schulen im Norden und Süden wurden evakuiert, Familien mussten ihre Heimatorte verlassen, Unterricht fiel aus oder fand unter Kriegsbedingungen statt. Bildungsminister Yoav Kisch verweist genau darauf. Er bezeichnet die Ergebnisse trotz des Absturzes als Ausdruck der Widerstandskraft des israelischen Bildungssystems nach anderthalb Jahren Krieg, Evakuierungen und massiven Unterbrechungen des Unterrichts. Die landesweite Elternvertretung hält dagegen: Krieg und Corona erklärten zwar einen Teil des Problems, entließen das Bildungsministerium aber nicht aus seiner Verantwortung. Nach ihrer Berechnung haben israelische Schüler innerhalb von sechs Jahren im Durchschnitt 160 bis 170 effektive Schultage verloren. Diese außergewöhnliche Situation muss bei Israel berücksichtigt werden. Sie erklärt aber nicht alles. Die OECD weist darauf hin, dass Israel bereits vor dem aktuellen Absturz strukturelle Probleme hatte. Seit 2015 wächst der Anteil jener Schüler erheblich, die grundlegende Kompetenzen nicht erreichen. Deutschland kann sich auf einen Krieg als Erklärung nicht berufen. Hier zeigt PISA vielmehr ein Problem, das seit Jahren bekannt ist und dennoch größer wird. Besonders vernichtend ist der Zusammenhang zwischen Elternhaus und Bildungserfolg. In Naturwissenschaften liegen sozial privilegierte deutsche Schüler im Durchschnitt 125 Punkte vor sozial benachteiligten Jugendlichen. Der OECD Durchschnitt dieser Lücke beträgt lediglich 85 Punkte. Seit 2015 ist die deutsche Bildungsschere sogar noch größer geworden. Der nationale Bildungsbericht hatte erst im Juni festgestellt, dass sich diese Unterschiede teilweise bereits vor der Einschulung entwickeln. Kinder aus bildungsferneren oder eingewanderten Familien besuchen gerade jene frühkindlichen Angebote seltener, von denen sie besonders profitieren könnten. Damit wird das deutsche Ergebnis noch unangenehmer. Das Problem ist weder neu noch unbekannt. Deutschland hat seit dem ersten PISA Schock unzählige Programme, Reformen, Sprachförderprojekte, Ganztagsangebote und Bildungsinitiativen beschlossen. 25 Jahre später sind die Ergebnisse schlechter als damals. Bundesbildungsministerin Karin Prien und die Bildungsminister der Länder sprechen jetzt erneut von Handlungsbedarf, Basiskompetenzen und Chancengerechtigkeit. Die Kultusministerkonferenz formuliert es sogar selbst: 'Deutschland muss mehr können.' Das dürfte kaum jemand bestreiten. Die schwierigere Frage lautet, warum ein Vierteljahrhundert nach dem ersten PISA Schock wieder darüber gesprochen wird, was eigentlich längst hätte funktionieren müssen. Israel steht vor einer anderen, aber nicht weniger existenziellen Aufgabe. Ein Land mit neun Millionen Einwohnern, wenigen natürlichen Ressourcen und einer Wirtschaft, die wie kaum eine andere von Technologie, Forschung, Medizin und hochqualifizierten Fachkräften abhängt, kann es sich dauerhaft nicht leisten, in Mathematik unter den entwickelten Staaten vorletzter zu werden. Deutschlands Problem ist ein Bildungssystem, das seit Jahren Warnsignale produziert und trotzdem weiter abrutscht. Israels Problem ist ein Bildungssystem, das bereits Schwächen hatte und zusätzlich von Krieg, Evakuierung und verlorenen Schuljahren getroffen wurde. Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: So schlecht waren die Schüler noch nie. Und PISA misst nicht, ob Jugendliche eine Jahreszahl auswendig kennen oder eine bestimmte Formel gelernt haben. Gemessen wird, ob sie Wissen anwenden können, Texte verstehen, Probleme lösen und Informationen beurteilen können. Also ziemlich genau jene Fähigkeiten, von denen die Zukunft beider Länder abhängt. Fehler oder Hinweis zum Artikel melden Thematische Einordnung Autor: Redaktion Dienstag, 08 September 2026

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