Sivers Semiconductors treibt sein Geschäft mit optischen Komponenten für Rechenzentren voran. Der schwedische Halbleiterhersteller kündigte ein mit 3,4 Millionen US-Dollar dotiertes Programm mit dem Partner SemiNex an, das der Entwicklung einer neuen Generation von InP-Lichtquellen dient. Diese sollen künftig KI-Rechenzentren mit Energie versorgen – ein Wachstumsfeld, das der Konzern zunehmend in den Mittelpunkt seiner Strategie rückt.
Die Nachricht zum SemiNex-Programm kam zusammen mit dem Zwischenbericht zum zweiten Quartal. Der Nettoumsatz fiel auf 53,8 Millionen schwedische Kronen und damit um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Gegenläufig entwickelte sich das Produkt- und Hardwaregeschäft: Hier legte der Umsatz um 13 Prozent zu, währungsbereinigt sogar um 18 Prozent. Das bereinigte EBITDA rutschte auf minus 35,5 Millionen Kronen ab.
Ein Teil davon geht auf einen nicht zahlungswirksamen Sondereffekt von 42,9 Millionen Kronen im Zusammenhang mit Sozialabgaben zurück, ausgelöst durch den starken Kursanstieg der Aktie im Quartal.
Die Zahlen spiegeln eine Gesellschaft im Umbau wider: Ressourcen fließen verstärkt in kommende Produktanläufe, während das laufende Geschäft noch unter Zeitverschiebungen bei Aufträgen leidet. Anleger reagierten dennoch positiv – seit der Veröffentlichung der Zahlen vor gut einer Woche hat die Aktie um 34,6 Prozent zugelegt.
Auftragspipeline wächst deutlich
Parallel zu den Quartalszahlen berichtete Sivers Semiconductors von einer kräftig gestiegenen Auftragspipeline. Bis Juli 2026 kletterte das Volumen potenzieller Aufträge auf 1,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 268 Prozent gegenüber Dezember 2025. Diese Entwicklung untermauert die strategische Ausrichtung auf die Boom-Märkte KI-Infrastruktur und optische Datenübertragung, die auch den Ausbau der Fertigungsstätte in Glasgow am vergangenen Freitag begründete – seither steht die Aktie um 4,2 Prozent höher.
Insider bewegen sich in unterschiedliche Richtungen
Interessant ist der Blick auf das Verhalten des Managements. Vickram Vathulya, President und CEO des Unternehmens, kaufte im Juli 70.000 zusätzliche Aktien und hält damit nun 4.540.076 Anteile. Chairman Bami Bastani ging einen anderen Weg: Er spendete 60.000 Aktien an gemeinnützige Organisationen, verschenkte 70.000 weitere an Familienmitglieder und verkaufte zusätzlich 275.000 Aktien im Markt.
Nach diesen Transaktionen verbleiben ihm noch 381.360 Aktien. Die gegenläufigen Bewegungen fielen zeitlich mit dem Ablauf einer Lock-up-Periode für Vorstand und Management zusammen, die im Zuge einer im April beschlossenen gerichteten Aktienemission galt.
Zudem übte der Investor Bootstrap Europe sämtliche Optionsscheine im Rahmen der laufenden Fremdfinanzierung aus – ein Signal, dass zumindest institutionelle Geldgeber weiter auf das Unternehmen setzen.
Kurs bleibt volatil
Die Aktie notiert aktuell bei 2,61 Euro und damit 1,8 Prozent höher als am Vortag. Auf Wochensicht steht ein Plus von 21 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von 36 Prozent – ein Beleg für die hohe Schwankungsbreite, die das Papier seit Monaten begleitet.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro ist die Aktie noch weit entfernt, während sie sich vom Jahrestief bei 0,2650 Euro bereits deutlich gelöst hat. Die Kombination aus strategischen Investitionen, wachsender Pipeline und gemischten Insider-Signalen dürfte die Kursschwankungen vorerst begleiten.
(0)Comments