Tessiner Staatsrat in Skandal: Amtsmissbrauch und Sexualdelikt, Frau stirbt in Zusammenhang

Tessiner Staatsrat in Skandal: Amtsmissbrauch und Sexualdelikt, Frau stirbt in Zusammenhang
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Category: Politics
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Der Tessiner Regierungsrat Claudio Zali steht im Fokus eines politischen Skandals, der Amtsmissbrauch und ein Sexualdelikt betrifft. Nach dem tödlichen Vorfall einer Schlüsselfigur im Zusammenhang mit Zali entwickelte sich der Fall zu einem Kriminalfall, der Misstrauen gegenüber Behörden und Justiz schürt. Ein Chefredakteur diskutiert die Verflechtungen, das Schweigen der Behörden und die Frage, warum die betroffene Frau verstarb, während Ermittlungen weiterlaufen. Foto: Ti-Press/Francesca Agosta Der Tessiner Staatsrat Claudio Zali steckt in einem Skandal, ihm werden Amtsmissbrauch und ein Sexualdelikt vorgeworfen. Die Behörden schwiegen wochenlang. : Was als politischer Skandal begann, entwickelte sich nach dem Tod einer Schlüsselfigur zum Kriminalfall, der das Vertrauen in Justiz und Politik erschüttert. Im Interview spricht Daniel Ritzer, Chefredaktor der Zeitung «La Regione», über Verfilzungen, das Schweigen der Behörden und die brisante Frage: Warum stirbt eine in die Affäre verwickelte Frau? Daniel Ritzer, fangen wir mit dem Düstersten an: Eine 52-jährige Frau, eine zentrale Person in diesem Politskandal, . Am Freitag kam der Autopsiebericht, der eine Dritteinwirkung ausschliesst. Die Ermittlungen laufen aber weiter. Werden diese Neues hervorbringen? Die Frau wurde zehn Tage vor ihrem Ableben in Melide von einem unbekannten Mann angegriffen. Alshat sie zudem klar deklariert, dass sie um ihr Leben fürchtet. Sagen wir es mal so: äusserst ungewöhnlich. Natürlich ist der Tod dieser Frau ein ungewöhnlicher, hochexplosiver Vorfall. Zwischen Claudio Zali und dieser Frau gab es – laut ihr – eine intime Beziehung. Mir ist bewusst: Das wirkt wie aus einem Thriller. Ein schlecht geschriebener. Man muss die Öffentlichkeit verstehen: Die Bürgerinnen und Bürger ordnen die Ereignisse chronologisch ein – und da entstehen zwangsläufig die schlimmsten Szenarien. Wir Medienschaffenden müssen gerade darum besonnen vorgehen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der Kern der Geschichte liegt bei Claudio Zali: Der Mann ist Mitglied der Tessiner Regierung, ein Regierungsrat. Ja. Sämtliche Verflechtungen sind ausgerechnet während seines Amtsjahres als Regierungspräsident ans Licht gekommen. Zuvor prägte der Lega-Politiker die Justiz als Präsident des kantonalen Strafgerichts. Diese Figur steckt nun mitten in einem grossen Skandal. «Diese institutionelle Krise untergräbt die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats», sagt Daniel Ritzer, Chefredaktor der Regionalzeitung «La Regione». Jüngst wurde bekannt,. Dann ist da eben dieser Todesfall der 52-jährigen Frau. Sie war es, die im Juli diese Audioaufnahmen veröffentlichte, die den Regierungspräsidenten unter Druck setzten. Es gibt eine denkwürdige Sitzung, die Zali organisiert hat. Bei dieser Sitzung kamen eine Jugendrichterin und andere Behördenmitglieder zusammen. Es ging um einen 14-Jährigen, der im Gefängnis sass. Pikant: Der Teenager war der Sohn einer Bekannten Zalis. Ihm wird unterstellt, dass er aus privaten Interessen gehandelt hat. Gegen ihn läuft darum ein Strafverfahren wegen Amtsmissbrauch. Ja! Das ist eine tiefgreifende institutionelle Krise. Sie untergräbt die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats. Die Affäre ist das Spiegelbild eines Kantons, in dem die Beziehungen zwischen der Exekutive, der Judikative und der Legislative zu eng sind. Ich bezweifle, dass die anderen kleinen Kantone gegen diese Dynamiken immun sind. In einem Milizsystem kennt jeder jeden. Im Tessin ist das ausgeprägt – und das ist problematisch. Die Tessiner Regierung steht unter Druck: Christian Vitta , Marina Carobbio-Guscetti, Norman Gobbi und Raffaele De Rosa. Sprechen wir über das jüngste Strafverfahren wegen mutmasslicher Sexualdelikte. Wie kam dieses überhaupt ins Rollen? Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren vor einigen Wochen eingeleitet, basierend auf Aussagen der verstorbenen 52-Jährigen. Es handelt sich um Offizialdelikte. Das bedeutet, die Staatsanwaltschaft muss von Amts wegen ermitteln – unabhängig davon, ob das mutmassliche Opfer eine Strafanzeige erstattet oder nicht. Richtig. Die Frau trat nicht als Privatklägerin auf und wollte kein Verfahren. Wir Medien erhielten im Verlauf des Monats August erste Hinweise, dass da in diese Richtung ermittelt wird. Meine Redaktion, «La Regione», und auch Kollegen von der RSI haben daraufhin offizielle Anfragen an die Staatsanwaltschaft gestellt. Die Antwort über Tage hinweg: «kein Kommentar». Genau dieser Eindruck drängte sich uns auf. Claudio Zali hatte seinen Rücktritt aus der Regierung per Ende September angekündigt. Wir hatten das Gefühl, dass die Behörden einen weiteren Skandal verhindern wollten, solange er noch im Amt ist. Deshalb habe ich am 27. August einen Leitartikel auf der Titelseite veröffentlicht: zehn direkte Fragen an den Generalstaatsanwalt. Es hat für erhebliche Unruhe gesorgt – aber es hat gewirkt. Die Staatsanwaltschaft sah sich gezwungen, Transparenz herzustellen. Bei einer erneuten Anfrage am 31. August hat der Generalstaatsanwalt schliesslich offiziell bestätigt: Ja, es läuft ein Strafverfahren wegen mutmasslicher Sexualdelikte gegen Claudio Zali. Entmachtet und mit schweren Vorwürfen belastet. Doch Claudio Zali will bis zum Schluss an seinem Amt festhalten. Persönlich nicht, er gibt seit Wochen keine Interviews mehr und schwänzt die Pressekonferenzen der Regierung. Aber er hat den Medien eine schriftliche Stellungnahme zukommen lassen. Darin beteuert er seine Unschuld, spricht von einer falschen Anschuldigung und wirft den Medien eine Kampagne vor. Er kritisiert die Staatsanwaltschaft scharf dafür, dass sie die Existenz des Verfahrens auf Medienanfrage überhaupt bestätigt hat. Seiner Meinung nach hätte die Justiz schweigen müssen, bis das Verfahren eingestellt wird. Er setzt also bereits als gegebene Tatsache voraus, dass die Ermittlungen gegen ihn im Sande verlaufen. Die Regierung hat ihm bereits alle Zuständigkeiten entzogen und ihn zum vorzeitigen Rücktritt aufgefordert. Wird er dem nachkommen? Nein. Zali hat klargemacht, dass er bis zum Ende offiziell im Amt bleiben wird. Das bedeutet, dass er sein Büro betreten, auf seinen Computer zugreifen, die Archive einsehen und an Regierungssitzungen teilnehmen kann. Eigentlich schon beim allerersten Kapitel – der Affäre um den inhaftierten 14-jährigen Teenager. Dann wird dieser Fall gigantisch. Und muss der Svizzera interna, der restlichen Schweiz, ernsthaft zu denken geben. Erhalten Sie die wichtigsten und spannendsten News aus der Region, der Schweiz, der Welt und dem Sport.

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