Endlich raus aus dem Pisa-Loch: Was wir von Estland lernen können
Von: Uli Heichele
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Redakteur Uli Heichele kommentiert Deutschlands Abschneiden in der Pisa-Studie. © Marjan Murat/dpa, Klaus Haag
Was für ein Desaster: Deutschland hat bei der Pisa-Studie so schlecht abgeschnitten wie nie zuvor. Wie ist das einzuordnen? Woran liegt's? Und wie könnte das Land endlich rauskommen aus dem Bildungs-Jammertal? Ein Kommentar von Uli Heichele.
München – Wer jahrzehntelang auf eine Mauer zufährt und es nicht schafft, abzubremsen: Der macht was falsch. Deutschland und die Pisa-Studie: Das ist so ein Fall.
Regelmäßig bekommen wir dokumentiert, dass es um die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen nicht gut bestellt ist. Regelmäßig finden's alle ganz schlimm und diskutieren mögliche Auswege – nur damit die Ergebnisse beim nächsten Mal dann noch ernüchternder werden. So wie jetzt (8. September), als Deutschland sein bisher schlechtestes Pisa-Ergebnis kassierte.
Deutschland nach dem Pisa-Schock: Nicht jammern, sondern endlich besser werden!
Es ist jetzt aber nicht die Zeit des Jammerns. Es kommt jetzt darauf an, endlich rauszufinden, was wir falsch machen, damit wir's in Zukunft besser machen können.
In so einer Lage kann es helfen, sich anderswo umzuschauen – dort, wo's funktioniert. Zum Beispiel in Estland mit seinem guten Pisa-Zeugnis.
Das dortige Erfolgsrezept besteht nicht aus einem Einzelpunkt, sondern aus einem sauber strukturierten Gesamtsystem vom Kindergarten an. Frühkindliche Förderung mit Blick auf die Sprache, gut ausgebildete Lehrer, regelmäßige Leistungskontrollen und gezielte Förderung: Das gehört alles dazu.
Bildung ist Deutschlands einzige Ressource
Wir in Deutschland müssen verstehen, dass Bildung unsere einzige Ressource und deshalb wichtig für alle ist. Und wir müssen verstehen, dass das kein Thema ist, bei dem die Eltern die Verantwortung auf die Lehrer schieben können, die Lehrer auf die Kindergärten, die Kindergärten auf die Politik – und am Ende bleiben ein ratloses Schulterzucken und der nächste Pisa-Schock.
Helfen könnten zum Beispiel: Lesebuch statt Handy-Videos daheim, gemeinsame Bildung nicht bloß bis zur vierten Klasse, echter Unterricht nicht bloß bis zwei Wochen vor den Sommerferien. Und vor allem: individuelle Förderung für jedes Kind. Dafür braucht's mehr Lehrer, aber auch mehr Bewusstsein bei allen Beteiligten.
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