Flug nach Newark umgeleitet: Passagier an Bord fixiert

Flug nach Newark umgeleitet: Passagier an Bord fixiert
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Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild) Ein Zwischenfall auf einem Inlandsflug von American Airlines hat in den USA zu einer außerplanmäßigen Landung und einem Polizeieinsatz geführt. Der American Airlines Flug 618 war am Donnerstag, 3. September 2026, vom Flughafen Dallas Fort Worth in Texas nach Newark im Bundesstaat New Jersey unterwegs. Statt sein Ziel direkt zu erreichen, landete das Flugzeug in Baltimore im Bundesstaat Maryland. American Airlines bestätigte, dass die Maschine wegen eines störenden Passagiers nach Baltimore umgeleitet worden sei. Nach der Landung hätten Einsatzkräfte das Flugzeug betreten und den Mann beim Verlassen der Maschine begleitet. Anschließend konnte der Flug seine Reise nach Newark fortsetzen. Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Angaben der Maryland Transportation Authority Police um einen 67 Jahre alten Mann aus Arizona. Die Polizei wirft ihm vor, er habe sich an Bord so verhalten, dass gegen ihn wegen eines mutmaßlichen Angriffs zweiten Grades und wegen ordnungswidrigen Verhaltens vorgegangen werde. Eine gerichtliche Entscheidung über diese Vorwürfe liegt bislang nicht vor. Eine eigene öffentliche Darstellung des 67-Jährigen zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen lag zunächst nicht vor. Aus Gerichtsunterlagen geht nach Angaben von The Independent hervor, dass er bei seinem ersten Gerichtstermin auf das Recht auf anwaltliche Vertretung verzichtet habe. Eine Stellungnahme des Mannes oder einer Anwältin beziehungsweise eines Anwalts war nicht erreichbar oder blieb unbeantwortet. Mitreisende schildern Auseinandersetzung an Bord Deutlich weitergehende Einzelheiten zum Geschehen stammen von Passagieren des Fluges. Juan Mejia, der sich gegenüber CBS News als früherer Mitarbeiter einer Strafverfolgungsbehörde bezeichnete, schilderte gemeinsam mit dem Mitreisenden Richard Olenick, die Situation habe sich etwa zwei Stunden nach dem Start zugespitzt. Nach Darstellung von Mejia habe der 67-Jährige zunächst lautstark einen anderen Passagier angesprochen und sich anschließend zunehmend aggressiv verhalten. Mejia erklärte gegenüber CBS News zudem, der Mann habe ihn während des Eingreifens in die Hand gebissen. Die Haut sei dabei nach seiner Darstellung nicht durchtrennt worden. Weitere Vorwürfe, wonach der Passagier rassistische und homophobe Beleidigungen geäußert sowie körperlich gegen andere Menschen an Bord vorgegangen sein soll, wurden von verschiedenen US-Medien unter Berufung auf Mitreisende veröffentlicht. Diese Darstellungen ließen sich zunächst nicht in sämtlichen Einzelheiten unabhängig bestätigen. Fotos und Videoaufnahmen aus der Kabine zeigen, dass der Mann schließlich auf einem Sitz fixiert wurde. Nach Angaben der Maryland Transportation Authority Police waren seine Hände bei der Ankunft in Baltimore mit Kunststoffbindern gesichert, während Klebeband zur Fixierung am Sitz verwendet worden war. Die Polizei stellte bei der Festnahme außerdem eine offene Verletzung am Arm des Mannes fest. Er wurde nach Behördenangaben medizinisch untersucht und anschließend für den weiteren polizeilichen Gewahrsam freigegeben. Flug wird nach Baltimore umgeleitet Die Entscheidung zur außerplanmäßigen Landung gehört zu den zentralen Maßnahmen, die einer Flugbesatzung bei erheblichen Störungen zur Verfügung stehen. Über eine Umleitung entscheidet letztlich die Cockpitbesatzung unter Berücksichtigung der Sicherheit an Bord, der Lage des Flugzeugs und geeigneter Ausweichflughäfen. Baltimore Washington International Airport liegt zwischen Washington und Baltimore und bot in diesem Fall die Möglichkeit, den Passagier an Einsatzkräfte zu übergeben. Auch das FBI war nach Angaben mehrerer US-Medien am Flughafen beteiligt. Die Bundesbehörde prüft bei Vorfällen an Bord von Verkehrsflugzeugen regelmäßig, ob neben möglichen Verfahren auf Ebene eines Bundesstaates auch Verstöße gegen Bundesrecht vorliegen könnten. Ob gegen den 67-Jährigen zusätzlich ein Bundesverfahren eingeleitet wird, war zunächst nicht abschließend geklärt. Welche Regeln für Crews und Passagiere gelten In den Vereinigten Staaten gelten für erhebliche Störungen auf Verkehrsflügen strenge Vorgaben. Nach US-Bundesrecht darf niemand durch Einschüchterung oder körperliche Einwirkung die Arbeit von Piloten oder Flugbegleitern beeinträchtigen. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA verfolgt entsprechende Vorfälle seit 2021 nach einer sogenannten Null-Toleranz-Strategie. Die FAA kann bei Verstößen zivilrechtliche Geldbußen verhängen. Nach dem derzeitigen Stand nennt die Behörde einen möglichen Höchstbetrag von 43.658 Dollar je Verstoß. Ein einzelner Vorfall kann dabei mehrere Verstöße umfassen. Strafrechtliche Ermittlungen fallen nicht in die Zuständigkeit der FAA und können unter anderem von Bundesbehörden verfolgt werden. Für Flugbegleiter steht zunächst regelmäßig die Deeskalation im Vordergrund. Wenn eine unmittelbare Gefahr für Menschen oder den sicheren Flugbetrieb besteht, können weitergehende Maßnahmen erforderlich werden. Dass dabei auch Passagiere helfen, ist ungewöhnlich, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen. International bildet das Tokioter Abkommen über Straftaten und bestimmte andere Handlungen an Bord von Luftfahrzeugen einen wichtigen rechtlichen Rahmen. Es sieht unter bestimmten Voraussetzungen angemessene Sicherungsmaßnahmen vor, wenn dies zum Schutz des Flugzeugs, von Personen oder Sachen oder zur Aufrechterhaltung der Ordnung an Bord erforderlich ist. Der verantwortliche Luftfahrzeugführer kann dabei die Unterstützung von Besatzungsmitgliedern anordnen und Passagiere um Hilfe bitten. Das 2014 beschlossene Montrealer Protokoll erweiterte die Möglichkeiten von Staaten, Vorfälle mit störenden Passagieren rechtlich zu verfolgen. Es trat 2020 in Kraft und soll unter anderem Zuständigkeitslücken zwischen dem Staat der Flugzeugregistrierung, dem Betreiberstaat und dem Land der Landung reduzieren. Aggressive Passagiere bleiben internationales Problem Der Fall auf dem Flug zwischen Dallas und Newark steht damit in einer breiteren internationalen Debatte über Störungen an Bord. Die International Air Transport Association, kurz IATA, wertet Meldungen von Fluggesellschaften weltweit aus. Nach den zuletzt veröffentlichten umfassenden Vergleichszahlen entfiel 2023 bei den teilnehmenden Airlines durchschnittlich ein gemeldeter Vorfall mit einem störenden Passagier auf 480 Flüge. 2022 lag die Quote noch bei einem Fall auf 568 Flüge. Am häufigsten wurden Verstöße gegen Anweisungen der Besatzung registriert. Auch verbale und körperliche Auseinandersetzungen wurden in den Daten erfasst. Für die USA ergibt sich zugleich ein längerfristig anderes Bild. Nach Angaben der FAA ist die Rate gemeldeter Vorfälle gegenüber dem außergewöhnlich hohen Niveau Anfang 2021 um mehr als 80 Prozent gesunken. Die Behörde sieht störendes Verhalten an Bord dennoch weiterhin als relevantes Sicherheitsproblem an. Bei Flug 618 endete der Zwischenfall mit der Landung in Baltimore und der Übergabe des Beschuldigten an die Polizei. Die Maschine setzte ihre Reise anschließend nach Newark fort. Welche der gegen den 67-Jährigen erhobenen Vorwürfe sich in einem möglichen weiteren Verfahren bestätigen lassen, ist damit noch nicht entschieden.

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