Musiker und Wrestler Andy Williams ist mit 48 Jahren tot

Musiker und Wrestler Andy Williams ist mit 48 Jahren tot
View on original source
Category: Entertainment
Share
Archive
Like
Andy Williams, Gitarrist der einflussreichen US-Band Every Time I Die und als The Butcher aus dem professionellen Wrestling bekannt, ist im Alter von 48 Jahren gestorben. Williams hatte am Samstagabend bei einer Wrestling-Veranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania einen medizinischen Notfall erlitten. Helfer begannen noch am Veranstaltungsort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Anschließend wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo er starb. Der Tod von Andy Williams löste sowohl in der Wrestling-Szene als auch in der internationalen Rock- und Hardcore-Szene zahlreiche Reaktionen aus. Williams gehörte zu den vergleichsweise seltenen Künstlern, die in zwei sehr unterschiedlichen Unterhaltungsbranchen eine eigenständige professionelle Karriere aufbauen konnten. Eine offizielle Todesursache war zunächst nicht bekannt. Einzelne Berichte verwiesen unter Berufung auf Aufzeichnungen des Notrufs darauf, dass Williams während des Matches möglicherweise mit dem Kopf gegen einen Ringpfosten geraten sei. Ob dies in einem Zusammenhang mit seinem Tod stand, war nicht bestätigt. Medizinischer Notfall bei Wrestling-Veranstaltung in Pennsylvania Williams trat am 5. September bei einer Veranstaltung des unabhängigen Veranstalters Enjoy Wrestling im Mr. Smalls Theatre in Millvale nahe Pittsburgh an. Gemeinsam mit seinem langjährigen Tag-Team-Partner Jesse Guilmette, der unter dem Ringnamen The Blade auftritt, bestritt er ein Match. Nach Angaben des Veranstalters kollabierte Williams gegen Ende seines Auftritts. Medizinisches Personal vor Ort kümmerte sich unmittelbar um ihn und leitete eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ein, bis der Rettungsdienst eintraf. Die Veranstaltung wurde daraufhin abgebrochen und das Publikum nach Hause geschickt. Williams wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Sein Tod wurde später bestätigt. Er wurde 48 Jahre alt. Zu den genauen medizinischen Hintergründen gab es zunächst keine gesicherten Angaben. Eine Todesursache war bis Montag nicht öffentlich festgestellt worden. Damit ist auch offen, was den Zusammenbruch während beziehungsweise unmittelbar nach dem Match ausgelöst hatte. Lange bevor Wrestling-Fans ihn als The Butcher kannten, hatte sich Williams einen Namen als Gitarrist gemacht. Ende der 1990er Jahre gehörte er zu den Gründungsmitgliedern von Every Time I Die aus Buffalo im US-Bundesstaat New York. Die Band entwickelte sich über mehr als zwei Jahrzehnte zu einer festen Größe zwischen Hardcore, Metalcore und Southern-Rock-Einflüssen. Williams spielte auf allen neun Studioalben der Gruppe. Dazu gehörte auch das 2021 veröffentlichte letzte Album Radical. Every Time I Die war besonders für einen aggressiven, technisch präzisen Gitarrenstil und energiegeladene Live-Auftritte bekannt. Die Band tourte international und gehörte über Jahre zur US-amerikanischen Hardcore- und Metalcore-Szene, die in den 2000er Jahren zunehmend auch ein größeres Publikum erreichte. 2022 löste sich Every Time I Die nach internen Spannungen auf. Für Williams bedeutete das jedoch nicht das Ende seiner musikalischen Arbeit. Später war er unter anderem mit der Band Atomic Rule aktiv. Noch kurz vor seinem Tod hatte die Gruppe öffentlich über neue Musik und weitere Pläne gesprochen. Vom Gitarristen zum professionellen Wrestler Parallel zu seiner Musikerkarriere begann Williams vergleichsweise spät mit dem professionellen Wrestling. Er trat zunächst bei kleineren unabhängigen Veranstaltungen an und entwickelte gemeinsam mit Jesse Guilmette das Tag Team The Butcher and The Blade. Seine Erscheinung wurde dabei schnell zu einem wichtigen Teil seiner Wrestling-Figur. Der groß gewachsene, stark tätowierte Williams trat mit markantem Schnurrbart und bewusst klassisch wirkender Wrestler-Optik auf. Gleichzeitig brachte er Erfahrung aus jahrzehntelangen Live-Auftritten vor Publikum mit. 2019 folgte der Schritt zu All Elite Wrestling, kurz AEW. Die damals neu gegründete US-Liga hatte sich als größere Alternative zum Marktführer WWE etabliert und verpflichtete neben bekannten Namen auch zahlreiche Wrestler aus der Independent-Szene. The Butcher and The Blade debütierten bei AEW im November 2019. In den folgenden Jahren stand Williams dort mit zahlreichen bekannten Wrestlern im Ring und wurde vor allem in der Tag-Team-Division eingesetzt. Zu seinen Gegnern gehörten unter anderem Cody Rhodes, The Young Bucks, Matt Hardy, Sting und weitere etablierte Namen der Liga. Williams blieb dabei stets auch Musiker. Gerade diese Verbindung machte seine Karriere ungewöhnlich. Während Wechsel von Sportlern in Film, Fernsehen oder Musik im Entertainmentgeschäft häufiger vorkommen, hatte Williams bereits eine jahrzehntelange internationale Musikkarriere hinter sich, bevor er im Wrestling auf größerer Bühne bekannt wurde. AEW würdigt Williams als Musiker und Wrestler All Elite Wrestling reagierte am Sonntag öffentlich auf seinen Tod. Die Organisation erinnerte an Williams Laufbahn als Musiker bei Every Time I Die und Atomic Rule sowie an seinen erfolgreichen Wechsel ins professionelle Wrestling. AEW hob zudem hervor, dass Williams bei Kollegen innerhalb und außerhalb des Rings großes Ansehen genossen habe. Auch zahlreiche Wrestler veröffentlichten persönliche Erinnerungen. Matt Hardy beschrieb Williams als talentierten Musiker und Wrestler sowie als humorvollen und nachdenklichen Kollegen. Der frühere AEW-Kommentator und Wrestler Taz würdigte insbesondere Williams Kreativität und seinen Charakter. Andere Weggefährten erinnerten an Gespräche hinter den Kulissen und an seine Hilfsbereitschaft. Wrestler wie Josh Alexander, Saraya, QT Marshall, Matt Cardona und Mitglieder der Young Bucks äußerten öffentlich ihre Trauer. Die Reaktionen verdeutlichten zugleich, wie weit Williams Kontakte über einzelne Wrestling-Ligen hinausgingen. Er hatte während seiner Karriere sowohl mit etablierten Fernsehstars als auch mit Wrestlern der Independent-Szene gearbeitet. Frühere Bandkollegen erinnern an gemeinsamen Weg Besonders persönliche Reaktionen kamen aus dem Umfeld von Every Time I Die. Gitarrist Jordan Buckley, mit dem Williams mehr als zwei Jahrzehnte in der Band gespielt hatte, erinnerte an ihre gemeinsame Zeit seit den Anfangsjahren der Gruppe. Auch Bassist Stephen Micciche würdigte Williams als langjährigen Freund und außergewöhnlich vielseitigen Menschen. Er erinnerte daran, wie Williams mitten im Leben den Schritt ins professionelle Wrestling gewagt und damit einen weiteren persönlichen Traum verwirklicht habe. Der frühere Every-Time-I-Die-Sänger Keith Buckley verabschiedete sich ebenfalls öffentlich von seinem früheren Bandkollegen. Weitere ehemalige Mitglieder der Gruppe veröffentlichten Erinnerungen an Tourneen, gemeinsame Auftritte und Williams Rolle innerhalb der Band. Damit verbanden sich nach seinem Tod jene beiden Welten noch einmal, die seine Laufbahn geprägt hatten. Musiker aus Hardcore und Metal sowie Wrestler aus mehreren großen US-Ligen erinnerten gleichzeitig an denselben Kollegen. Eine seltene Karriere zwischen zwei Bühnen Williams Bedeutung lässt sich deshalb nicht allein an Wrestling-Erfolgen oder Albumveröffentlichungen messen. Bei Every Time I Die gehörte er mehr als zwei Jahrzehnte zum Kern einer Band, die in ihrem Genre international prägend wurde. Im Wrestling gelang ihm anschließend ein Wechsel auf eine völlig andere Bühne, obwohl er erst in seinen späten Dreißigern ernsthaft in den Sport einstieg. Dabei gab er seine erste Karriere nicht vollständig auf. Musik und Wrestling liefen über Jahre parallel. Williams spielte Konzerte, nahm Platten auf und trat zugleich vor Wrestling-Publikum auf. Sein letzter Auftritt fand nicht bei einer großen Fernsehshow statt, sondern bei einer unabhängigen Veranstaltung nahe Pittsburgh. Dort erlitt er am Samstag den medizinischen Notfall, an dessen Folgen er später starb. Was den Zusammenbruch verursachte, blieb zunächst ungeklärt. Fest steht dagegen, dass Andy Williams in zwei Szenen Spuren hinterließ, deren Publikum sich nicht selbstverständlich überschneidet. Für Rockfans blieb er der Gitarrist von Every Time I Die. Für Wrestling-Fans war er The Butcher.

(0)Comments

 

A note on cookies

Newshunt uses essential cookies to keep you signed in and to remember your language and country, so the site works the way you expect. With your permission, we'd also like to use analytics cookies to understand how people use Newshunt and improve it over time.

Accepting only affects analytics. To learn more, view our Privacy Policy or Terms & Conditions.