Freiwillige pflegen jüdischen Friedhof und halten Erinnerung lebendig

Freiwillige pflegen jüdischen Friedhof und halten Erinnerung lebendig
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Der jüdische Friedhof in Teterow ist ein ruhiger, fast schon idyllischer Ort am Rande der Teschower Siedlung. Hier trafen sich jetzt einige Leute, reinigten Grabsteine, sammelten abgefallene Äste auf und harkten Laub zusammen. Zwei Vereine hatten Friedhofsreinigung initiiert Angestoßen hatte die Aktion der Förderverein des Max-Samuel-Hauses, eine Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur, gemeinsam mit dem Verein 'Niemand wird vergessen'. Dieser Verein setzt sich für die Erinnerung an das jüdische Leben in Deutschland vor der Shoah, also dem Holocaust, ein. 'Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass viele kleine Städte jüdische Gemeinden hatten', erklärt Vereinsmitglied Julian Bauch. Julian Bauch vom Verein 'Niemand wird vergessen' reinigt Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Teterow. (Foto: Nadine Schuldt ) Auch Teterow hatte einst eine jüdische Gemeinde. Der jüdische Friedhof ist dafür ein Beleg. Er wurde 1763 eingeweiht und gilt mit etwa 90 Grabsteinen als eine der größten erhalten gebliebenen jüdischen Begräbnisstätten in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Steffi Katschke vom Förderverein Max-Samuel-Haus erklärte, hatte die jüdische Gemeinde in Teterow um 1850 etwa 120 Mitglieder. 1938 hatte das letzte jüdische Ehepaar Teterow verlassen. Im Zuge der Friedhofsreinigung hatte es auch eine Führung im Stadtmuseum zur jüdischen Geschichte der Stadt sowie einen Rundgang zu einstigen Wohn- und Geschäftshäusern und dem Standort der einstigen Synagogen gegeben. Jüdischer Friedhof in Teterow gut erhalten Nach einem Vortrag des Vereins 'Niemand wird vergessen' hätten laut Steffi Katschke Einwohner angeregt, einen Wegweiser zum jüdischen Friedhof aufzustellen. 'Er ist im Vergleich zu anderen jüdischen Friedhöfen in Deutschland recht gut erhalten', erklärt Julian Bauch. Hier seien die Wege zwischen den Grabreihen frei und die Schrift auf den Steinen größtenteils lesbar, ergänzte er. Laut Steffi Katschke sorge die Kommunaltechnik der Stadt für einen gepflegten Zustand. Das Unternehmen hatte zusammen mit der Friedhofsverwaltung den Teilnehmern für ihren Einsatz dankenswerterweise Geräte sowie Wasser für die vielfältigen Reinigungsarbeiten zur Verfügung gestellt, hebt Katschke hervor. Trotz Regens am ersten der beiden Aktionstage hatten 17 Leute, die sowohl aus Teterow als auch aus der Umgebung stammten, mitangepackt. Mitangepackt im Gedanken an die Verstorbenen 'Es geht mir um die Sache; dass man an die Leute denkt', erklärt Katharina Heinz, die Teterows jüdischen Friedhof bereits von einer Exkursion aus dem April kennt. Es hätten aber nicht die beerdigten Personen, sondern deren Nachfahren die schlimmsten Sachen erlebt, erinnert die Rostockerin an den Holocaust. Sie habe schon viele Veranstaltungen im Max-Samuel-Haus erlebt und wollte nun einfach mal etwas zurückgeben, begründet sie ihre Motivation.

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