Magdeburg – Nach der historischen Wahlschlappe der CDU in Sachsen-Anhalt bringt sich Bundestagsabgeordneter Sepp Müller (37) für die Parteispitze in Stellung. Nach der Sitzung des CDU-Landesvorstands in Magdeburg machte er seine Ambitionen unmissverständlich klar: 'Ich kandidiere als Landesvorsitzender', sagte Müller.
Damit steht die CDU vor einem personellen Umbruch. Ministerpräsident und bisheriger Landeschef Sven Schulze (47) hatte zuvor Konsequenzen aus dem Wahldebakel angekündigt. 'Wir werden die Partei neu aufstellen', sagte Schulze am Montagabend nach der Vorstandssitzung. Auf einem Sonderparteitag voraussichtlich im November oder Dezember 'wird der gesamte Landesvorstand neu gewählt', kündigte Schulze an. Auch er selbst übernehme damit Verantwortung. Bis zur Neuwahl will er den CDU-Landesverband zunächst weiterführen.
Auch als Ministerpräsident bleibt Schulze vorerst im Amt – allerdings nur geschäftsführend bis zur Wahl eines Nachfolgers. 'Wir haben staatspolitische Verantwortung, bis ein neuer Ministerpräsident gewählt ist', betonte er.
Die CDU will nach der krachenden Niederlage in die Opposition gehen. 'Wir haben keinerlei Regierungsauftrag bekommen', sagte Schulze. Offen blieb, ob er selbst künftig als Oppositionsführer im Landtag auftreten will.
Bitteres Ergebnis für die CDU
Bei der Landtagswahl am Sonntag war die AfD mit 43,8 Prozent der Stimmen klar stärkste Kraft geworden. Die CDU stürzte dagegen auf 17,2 Prozent ab. Neben SPD, Grünen und Linken ist erstmals auch das BSW im Landtag vertreten. Die Regierungsbildung dürfte damit schwierig werden.
Für Schulze ist das Ergebnis ein schwerer Rückschlag. Erst im Januar hatte er das Ministerpräsidentenamt von seinem Vorgänger Reiner Haseloff (72, CDU) übernommen. Trotz eines engagierten Wahlkampfs konnte er die CDU nicht stärken. Einen Grund für die Niederlage sieht Schulze in der Unzufriedenheit vieler Bürger mit der Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU).
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