Formel 1: Sebastian Vettel fährt Schumachers Ferrari F2002 in Monza und zeigt bewegende Emotionen. Ferrari ehrt Schumachers Vermächtnis.
Sebastian Vettel stieg aus Michael Schumachers legendärem Ferrari – und konnte seine Gefühle kaum zurückhalten. Der Deutsche brach in Tränen aus. Sebastian Vettel hat schon viele besondere Momente in der Formel 1 erlebt.
Diese wenigen Runden auf dem Autodromo Nazionale di Monza gingen dem 39-Jährigen aber besonders nahe. Der vierfache Weltmeister durfte den legendären Ferrari F2002 von Michael Schumacher über die Strecke jagen. Nach der Fahrt stieg Vettel sichtlich bewegt aus dem Auto, Tränen standen ihm in den Augen.
"Wir haben früher immer gescherzt, wenn einer von uns anfing zu weinen oder emotional wurde, dass man 'Pipi in den Augen' hat. Jetzt bin ich derjenige mit Pipi in den Augen", erzählte Vettel anschließend im TV-Interview. Hinter den Emotionen steckt die besondere Verbindung zu Schumacher. Schon als Kind war der siebenfache Weltmeister Vettels großes Idol, später entwickelte sich zwischen den beiden deutschen Formel-1-Stars eine enge Freundschaft.
"Wir standen uns ziemlich nahe und haben viele schöne Erinnerungen geteilt. Ich glaube, wir alle - mich selbst eingeschlossen - würden heute viel lieber sehen, wie er fährt, als mich selbst", sagte Vettel. Der Auftritt fand zu einem besonderen Jubiläum statt. Vor 30 Jahren bestritt Schumacher seine erste Saison für Ferrari.
Am 8. September jährt sich zudem sein erster Monza-Sieg für die Scuderia. Ferrari erinnert deshalb am Wochenende mit einer speziellen Lackierung an seinen Rekord-Weltmeister. Vettel bekam zusätzlich die Ehre, Schumachers Weltmeister-Auto aus der Saison 2002 zu fahren.
Schon vor dem Einsteigen war Vettel klar, dass es keine gewöhnliche Demonstrationsfahrt werden würde.
"Ich freue mich auf den Moment im Auto, weil ich glaube, dass wir dabei Michael spüren werden – wofür er steht, was er verkörpert – und ihn hören werden. Ja, ich denke, es geht um viel mehr als nur ein paar Runden.
"Und genau so kam es. "Ich habe ihn sehr gespürt. Es ist ein besonderer Moment, der mich meinen Freund noch mehr vermissen lässt.
" Der V10-Sound des F2002, die Tifosi auf den Tribünen und die Erinnerungen an Schumacher machten die Fahrt für Vettel zu einem emotionalen Erlebnis. "Man braucht nicht viele Runden, um die Seele eines Autos zu spüren. Man merkt sofort, dass es etwas Besonderes ist", so der Deutsche. Mit Donuts in der zweiten Schikane brachte Vettel schließlich auch die Ferrari-Fans zum Jubeln.
Für ihn stand an diesem Tag aber ein anderer im Mittelpunkt:"Man hat Michaels Vermächtnis heute gespürt. Und das ist kraftvoll. Es ist großartig, ein Teil davon zu sein. "
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