'Es war die richtige Entscheidung, mit dem Weinbau zu beginnen'

'Es war die richtige Entscheidung, mit dem Weinbau zu beginnen'
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Category: Business
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WOLFERN. Um den familiengeführten Ackerbaubetrieb zukunftsfitter zu machen und wirtschaftlich breiter aufzustellen, starteten Hanna und Johannes Gerstmayr 2020 mit dem Weinbau. Trotz Rückschlägen sind sie mit der Entwicklung zufrieden und freuen sich auf die anstehende Weinlese. Rund um den 10. September startet am Gerstmayrgut die Weinlese. Dabei werden viele Unterstützer gebraucht, setzt man doch auf eine händische Lese. 'Wir sehen an den Rebstöcken eine wunderbare Traubenqualität und sehr gesunde Trauben. Bei der Erntemenge erwarten wir aufgrund der Trockenheit aber einen deutlich geringeren Ertrag', sagen Hanna und Johannes Gerstmayr, die das Handwerk gemeinsam erlernten und in Krems die Ausbildung zum Weinbaufacharbeiter absolvierten. Punkto Qualität sind die Wolferner für den neuen Jahrgang sehr zuversichtlich. 'Erfahrungsgemäß bringt ein geringerer Ertrag höhere Zucker-Gradationen und somit auch kräftigere, gehaltvolle Weine.' Im Vorjahr konnten bereits 5.000 Kilo Trauben geerntet werden. Dies entspricht etwa 3.500 Weinflaschen. Weitere Betriebszweige beim 'Mayr zu Hainbach' in Losensteinleiten sind Ackerbau, Forst und Direktvermarktung. Bekannt ist man etwa auch für das Kürbiskernöl. Der Start im Projekt Weinbau war mit etlichen Rückschlägen verbunden. 'Zwei Hagelereignisse und Spätfrost führten dazu, dass die Erntemengen in den ersten Jahren sehr gering waren', erzählen die Gerstmayrs. Bei der Jungfernlese 2022 konnte man sich über 170 Flaschen Blütenmuskateller freuen. 'Dieser Wein hat unsere Erwartungen weit übertroffen und uns wieder richtig motiviert. Wir wussten wieder, dass es die richtige Entscheidung war, mit dem Weinbau zu beginnen.' Auf einem Hektar hat man 3.400 Weinstöcke. Neben der pilzwiderstandsfähigen Sorte Blütenmuskateller setzt man auf vier weitere Weißweine (Grüner Veltliner, Grauburgunder, Welschriesling, Traminer). Das Sortiment soll allerdings erweitert werden. Auf einem südlich gelegenen Hang werden voraussichtlich auch einige Rotwein-Reben gesetzt. Der Weingarten der Familie Gerstmayr liegt auf einem süd-östlich gelegenen Hang, ganz in der Nähe des Hofes. Das Klima ist von warmen Tagen, kühlen Nächten und einem ständigen, leichten Luftzug geprägt. Damit herrschen gute Voraussetzungen für den Weinbau. 'Vor allem die gut eingebundene, lebendige Säure schätzen wir in all unseren Weinen', sagt das Winzer-Ehepaar aus Wolfern. Bis ins 17. Jahrhundert war der Weinbau in Oberösterreich fest verankert, ehe die Kleine Eiszeit den Rebkulturen zunehmend die Lebensgrundlage entzog. Zahlreiche Orts-, Haus- und Flurnamen zeugen noch heute von der einstigen Bedeutung. Vor rund 30 Jahren läuteten erste Pioniere die Renaissance des Weinbaus ein. Heute bewirtschaften die heimischen Betriebe bereits mehr als 100 Hektar Rebfläche. 70 Prozent der oberösterreichischen Weinproduktion entfallen auf Weißwein, 30 Prozent auf Rotwein. Rund ein Drittel der Fläche ist bereits mit sogenannten Piwi-Rebsorten bepflanzt, die aufgrund ihrer Pilzwiderstandsfähigkeit einen reduzierten Pflanzenschutz ermöglichen. 'Aus einer kleinen Nische ist eine dynamische und zunehmend erfolgreiche Sparte geworden', so Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP). In ganz Österreich gibt es Rebflächen im Ausmaß von 44.000 Hektar. Der Großteil davon liegt im Osten und Süden. Niederösterreich kommt auf rund 26.700 Hektar, gefolgt vom Burgenland (11.500 Hektar) und der Steiermark (5.100 Hektar). In Oberösterreich beträgt die Rebfläche 108 Hektar. Rund 40 Winzer betreiben in OÖ Weinbau professionell, drei davon im Bezirk Steyr-Land:

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