Serbische Fußballfans gedenken des Kriegsverbrechers Ratko Mladić

Serbische Fußballfans gedenken des Kriegsverbrechers Ratko Mladić
View on original source
Category: Sports
Share
Archive
Like
Fans von Roter Stern Belgrad sorgen für einen Eklat: Vor dem Derby gegen Partisan halten sie eine Choreo mit dem Gesicht von Kriegsverbrecher Ratko Mladić hoch. Es reiht sich in einen anderen Vorfall ein. Die Choreo wurde von einer Schweigeminute begleitet. Fans von Roter Stern Belgrad sorgen für einen Eklat: Vor dem Derby gegen Partisan halten sie eine Choreo mit dem Gesicht von Kriegsverbrecher Ratko Mladić hoch. Es reiht sich in einen anderen Vorfall ein. Eklat im Fußballderby in Belgrad: Der Fanblock von Roter Stern Belgrad hat dem bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladić mit einer großen Choreografie gehuldigt. Vor dem Ligaspiel gegen Partisan Belgrad hat es zudem offenbar auch eine Schweigeminute gegeben, zumindest legt das ein X-Video des Roter-Stern-Accounts von Samstag nahe. Dort gut sichtbar im Hintergrund: das Gedenken an Mladić. Schon in der vergangenen Woche hatte es einen Vorfall rund um Mladić gegeben. Der Anhang von Roter Stern hatten bei der 1:5-Niederlage gegen Viktoria Pilsen in der Europa-League-Qualifikation seinen Namen skandiert und im Fanblock salutiert. Zudem hielten sie ein Banner hoch, auf dem "General, ewige Ehre und Dankbarkeit" zu lesen war. Die UEFA hatte daraufhin eine Geldstrafe von rund 90.000 Euro verhängt. Der 84-jährige Kriegsverbrecher war Ende August in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag gestorben. Ein internationales Gericht hatte ihn wegen Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Unter anderem wies es ihm die Schuld am Massaker von Srebrenica im Juli 1995 nach, bei dem bosnisch-serbische Milizen unter seinem Kommando mehr als 8000 Menschen, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, getötet hatten. Umgangssprachlich war er als der "Schlächter vom Balkan" bekannt. Der Leichnam war am Montag mit allen militärischen und staatlichen Ehren auf dem Belgrader Friedhof Topcider beigesetzt worden. Serbischen Medien zufolge wohnten der Bestattung Tausende Menschen bei. Eine militärische Ehrenformation begleitete den Sarg, Soldaten feuerten Salutschüsse ab. Die serbische Regierung unter dem Präsidenten Aleksandar Vucić, aber auch weite Teile der serbischen Bevölkerung leugnen bis heute die Verbrechen, die die bosnisch-serbischen Milizen unter dem Kommando von Mladić in Bosnien begangen hatten. Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas kritisierte den Umgang des EU-Beitrittskandidaten Serbien mit dem verurteilten Kriegsverbrecher Mladić. "Jede Verherrlichung von Kriegsverbrechen, das Leugnen von Völkermord und Revisionismus widersprechen den grundlegendsten europäischen Werten und haben keinen Platz in der EU oder in EU-Kandidatenländern", hieß es in seiner Stellungnahme. Serbien verhandelt seit 2014 über einen EU-Beitritt. Im Nachbarland Bosnien-Herzegowina, das im Krieg von 1992 bis 1995 Schauplatz der Verbrechen von Mladić war, stieß das De-facto-Staatsbegräbnis auf Ablehnung und Empörung. Außenminister Elmedin Konakovic kündigte an, das gesamte Personal außer dem Botschafter und den Konsuln aus der Botschaft in Belgrad abzuziehen. Verwendete Quellen: ntv.de, ses/dpa

(0)Comments

 

A note on cookies

Newshunt uses essential cookies to keep you signed in and to remember your language and country, so the site works the way you expect. With your permission, we'd also like to use analytics cookies to understand how people use Newshunt and improve it over time.

Accepting only affects analytics. To learn more, view our Privacy Policy or Terms & Conditions.