Seit Call of Duty am Erscheinungstag im Game Pass liegt, hat sich die Rechnung für Xbox-Besitzer verschoben. Die Frage nach dem Vollpreis stellt sich für Abonnenten kaum noch, dafür rückt eine andere in den Vordergrund: Was kommt nach dem Download eigentlich noch dazu, und wie viel davon braucht man überhaupt, um die Saison mitzuspielen?
Kampagne, Mehrspieler und die Zombies-Modi stehen Abonnenten offen, ebenso die saisonalen Inhaltsupdates mit neuen Karten und Waffen. Wer also nur spielen möchte, kommt mit dem laufenden Abonnement durch eine komplette Saison, ohne einen weiteren Euro auszugeben.
Außerhalb des Abos bleiben zwei Dinge, und genau die machen den größten Teil des Umsatzes aus. Der Battle Pass einer Saison wird separat freigeschaltet, und der rotierende Shop verkauft Bündel mit Operatoren, Waffenbauplänen und Effekten, die mit dem Fortschritt im Spiel nichts zu tun haben.
Ein gekaufter Pass verpflichtet in erster Linie den Käufer selbst. Die Inhalte schaltet man durch Spielen frei, und was am Ende einer Saison offen bleibt, verfällt mit dem Wechsel zur nächsten. Dadurch entsteht eine Uhr, die im Hintergrund mitläuft, während tägliche Aufgaben und wöchentliche Herausforderungen dafür sorgen, dass man an Abenden einloggt, an denen man sonst etwas anderes gemacht hätte.
Rechnerisch fährt man mit dem Pass trotzdem besser als mit einzelnen Shop-Käufen, weil ein Teil der investierten Währung im Verlauf der Saison zurückfließt und sich damit der nächste Pass finanzieren lässt. Wer regelmäßig spielt, zahlt auf diese Weise einmal und bleibt anschließend im Kreislauf. Wer eine Saison aussetzt, verliert diesen Anschluss und beginnt beim nächsten Einstieg wieder bei null.
Bezahlt wird nicht in Euro, sondern in Punkten, und die Paketgrößen passen selten zu den Preisen im Shop. Es bleibt fast immer ein Rest übrig, der für den nächsten Kauf knapp nicht reicht, was zum jeweils größeren Paket führt. Dieses Muster kennt man aus jedem digitalen Laden, und es funktioniert deshalb so zuverlässig, weil der Restbetrag auf dem Konto steht und dort nach einer Gelegenheit verlangt.
Erfahrene Spieler umgehen das auf zwei Wegen. Entweder sie kaufen ausschließlich während der Aktionszeiträume, in denen die Pakete vergünstigt angeboten werden, oder sie sehen sich außerhalb des Microsoft Store nach cod points um, wenn die regionalen Preisunterschiede das lohnend machen.
Für Xbox-Spieler ist dieser Punkt der wichtigste im ganzen Text, und er wird regelmäßig übersehen. Battle Pass, Shop-Inhalte und Währung sind an das verknüpfte Activision-Konto gebunden und nicht an das Xbox-Profil, weshalb Fortschritt und Kosmetik erhalten bleiben, wenn jemand später auf dem PC oder auf einer anderen Konsole weiterspielt.
Daraus ergeben sich zwei praktische Konsequenzen. Erstens sollte die Zwei-Faktor-Absicherung auf dem Activision-Konto aktiv sein, weil dort der gesamte gekaufte Bestand liegt. Zweitens lohnt ein Blick auf die Verknüpfung, bevor jemand ein zweites Profil anlegt, denn getrennte Konten bedeuten getrennte Inhalte, und zusammenführen lässt sich das im Nachhinein nicht.
Ein Posten, der in keiner Preisdiskussion auftaucht, betrifft die Festplatte. Die Installationsgröße der Reihe ist über die Jahre so gewachsen, dass sie auf einer Konsole mit werkseitigem Speicher einen beträchtlichen Teil des Platzes belegt, und mit jeder Saison kommen weitere Pakete dazu.
Immerhin lassen sich einzelne Bestandteile wie Kampagne oder Zombies gezielt abwählen, was einige Gigabyte freigibt. Wer den Platz trotzdem knapp kalkuliert, sollte eine Erweiterungskarte einplanen, denn eine externe USB-Festplatte kann Titel der aktuellen Generation zwar speichern, aber nicht ausführen.
Wer außerhalb des offiziellen Shops einkauft, sollte dieselben Fragen stellen wie bei jedem Kauf im Netz: Wie kommt das Guthaben auf das Konto, was berichten frühere Käufer, und aus welchem Grund liegt ein Angebot deutlich unter allen anderen. Marktplätze wie Eldorado wickeln solche Geschäfte seit Jahren ab, und die Prüfpunkte ändern sich dadurch nicht.
Ebenso sinnvoll ist ein Blick in die Nutzungsbedingungen des Herausgebers, damit klar ist, worauf man sich einlässt. Diese Minute Lesezeit ersetzt keine Vorsicht, sie sorgt aber dafür, dass später niemand überrascht ist.
Addieren Sie einmal zusammen, was in zwölf Monaten an Pässen und Bündeln zusammengekommen ist, und stellen Sie die Summe neben den Preis von drei Vollpreistiteln. Bei vielen Spielern fällt dieser Vergleich anders aus als erwartet, und danach fällt die Entscheidung leichter.
Die brauchbare Faustregel für Abonnenten lautet: Den Pass kaufen, solange ohnehin jede Woche gespielt wird, ihn in vollen Monaten auslassen, und die Shop-Rotation ignorieren. Was dort heute als zeitlich begrenzt beworben wird, kehrt in einer späteren Saison in einer anderen Farbe zurück.
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