Der Goldsektor sieht sich am heutigen Montag mit deutlichem Gegenwind konfrontiert. Nachdem starke US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an die künftige Geldpolitik der Federal Reserve verschärft haben, gerieten sowohl der Goldpreis als auch die Notierungen der Minenbetreiber unter Druck.
Der VanEck Gold Miners ETF (GDX), der die Wertentwicklung führender globaler Goldproduzenten abbildet, reagiert auf die veränderte Zinslandschaft, in der die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung Mitte September massiv gestiegen ist.
Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten für August fielen mit 162.000 neu geschaffenen Stellen deutlich robuster aus als die prognostizierten 53.000 bis 56.000 Stellen. Diese Stärke am Arbeitsmarkt sowie eine Lohninflation von 3,1 Prozent nähren Befürchtungen, dass die US-Notenbank den Leitzins auf ihrer Sitzung am 15. und 16. September anheben könnte.
Händler taxieren die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt aktuell auf rund 58 bis 60 Prozent. In der Folge gab der Goldpreis nach und notierte zeitweise unter der psychologisch wichtigen Marke von 4.400 US-Dollar pro Unze.
Zentralbanken stützen das Preisniveau nachhaltig
Trotz der kurzfristigen Korrektur bleibt die fundamentale Nachfrage durch institutionelle Käufer hoch. Insbesondere die chinesische Zentralbank setzt ihren Kurs fort und erhöhte ihre Goldreserven im August um weitere 650.000 Unzen auf insgesamt rund 2.387 Tonnen. Dies markiert den 22. Monat in Folge, in dem China seine Bestände aufgestockt hat.
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Auch Polen zeigte sich am Markt aktiv und kaufte im Juli netto 8 Tonnen Gold hinzu, womit die polnischen Gesamtkäufe im laufenden Jahr bereits 90 Tonnen erreichen.
Die Analysten von Goldman Sachs bewerten die aktuelle Schwäche als vorübergehende Pause in einer intakten Rallye. Tony Kim von Goldman Sachs sieht bei 4.000 US-Dollar pro Unze einen soliden Boden für den Goldpreis, gestützt durch die gestiegenen Zentralbankkäufe, die sich global auf 1.000 bis 1.100 Tonnen pro Jahr belaufen.
Die Société Générale bleibt für das Edelmetall strategisch optimistisch, verweist jedoch auf den massiven technischen Widerstand bei 4.500 US-Dollar. Auch namhafte Investoren wie Ray Dalio empfehlen derzeit eine Goldallokation von bis zu 15 Prozent im Portfolio.
Rekordmargen bei den großen Minenbetreibern
Für die im VanEck Gold Miners ETF enthaltenen Unternehmen bedeutet das aktuelle Preisumfeld trotz des heutigen Rücksetzers weiterhin hochprofitable Geschäfte. Die Minenbetreiber erzielen derzeit Rekordmargen und einen starken freien Cashflow.
So meldete der Branchenriese Newmont für das zweite Quartal eine Produktion von 1,3 Millionen Unzen Gold bei All-In Sustaining Costs (AISC) von 1.621 US-Dollar pro Unze. Agnico Eagle überzeugte im selben Zeitraum mit Kosten von lediglich 1.459 US-Dollar bei einer Produktion von 856.000 Unzen.
Diese Kosteneffizienz sorgt dafür, dass die Bilanzen der großen Produzenten so stabil sind wie selten zuvor. In Südafrika wurde zudem mit der Qala Shallows der West Wits Mining die erste neue Untertage-Goldmine seit 15 Jahren in Betrieb genommen, die bis 2029 eine jährliche Produktion von 70.000 Unzen erreichen soll.
Während der GDX im März 2026 einen zwischenzeitlichen Höchststand markierte und seither eine Korrektur durchlief, blicken Anleger nun gespannt auf die kommenden Tage: Die Veröffentlichung der US-Erzeugerpreise am Donnerstag und der Verbraucherpreise am Freitag dürfte über die kurzfristige Richtung im Goldsektor entscheiden.
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