Dyba-Allee bleibt Dyba-Allee: Fuldas Stadtverordnete lehnen Umbenennung ab
Von: Leon Schmitt, Jessica Baier
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Die Stadtverordnetenversammlung in Fulda hat die Umbenennung der Johannes-Dyba-Allee abgelehnt. © Sabrina Mehler
Die Johannes-Dyba-Allee in Fulda behält ihren Namen. Die Stadtverordneten lehnten eine Umbenennung nach langer Debatte ab. Ein AfD-Antrag auf einen Bürgerentscheid scheiterte.
Fulda – Ein Jahr lang wurde kontrovers diskutiert, jetzt ist die Entscheidung gefallen: Die Johannes-Dyba-Allee neben dem Dom in Fulda wird nicht in Kastanienallee umbenannt. Das wurde am Montagabend von den Stadtverordneten entschieden. Zuvor wurde der Antrag der AfD nach einem Bürgerentscheid abgelehnt.
Debatte in Fulda beendet: Dyba-Allee behält ihren Namen
Das Vertreterbegehren der AfD wurde mit 12 Ja-Stimmen gegen 44 Nein-Stimmen abgelehnt. Für die erforderliche Zweidrittelmehrheit wären 40 Ja-Stimmen nötig gewesen. Anschließend wurde über die Umbenennung entschieden.
Mit 33 Gegenstimmen der CDU, der AfD und des Bündnis C wurde die Umbenennung abgelehnt. Dafür gestimmt haben 23 Abgeordnete von den Grünen, der SPD, der FDP/FW/FGG, Volt, der ehemaligen Linken-Fraktion, Die Partei und ein Abgeordneter der AfD.
Das Interesse an der Stadtverordnetensitzung war groß. Gut 70 Zuhörer waren in den Fürstensaal des Stadtschlosses gekommen. Auch das Medieninteresse war groß. Der hr war mit einem Kamerateam vor Ort.
Unter den Zuhörern und auch bei den Abgeordneten schien es bereits in den Gesprächen kurz vor der Sitzung nur ein Thema zu geben: die Dyba-Allee.
Dass das Thema hochemotional ist und die Menschen bewegt, wurde auch bei den Stadtverordneten deutlich. Zwei Stunden lang wurden am Montagabend in 23 Redebeiträgen ausführlich, langwierig und teilweise emotionalisiert verschiedene Argumente ausgetauscht. Das ging so weit, dass einzelne Stadtverordnete von persönlichen Begegnungen mit Johannes Dyba berichteten. Es ging auch um seine polarisierenden Aussagen zu Homosexuellen und zu Abtreibungen, die er als Kinder-Holocaust bezeichnete. Die CDU wiederum hielt dagegen, dass es nicht um eine Abrechnung mit dem Bischof gehen solle.
Der Aufruf von vielen grundsätzlich war, dass kein Fraktionszwang herrschen sollte, sondern jeder nach seinem Gewissen entscheiden müsse.
Ende einer langen Diskussion
Die Diskussion um die Dyba-Allee war vor einem Jahr entstanden, nachdem der Abschlussbericht zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Fulda öffentlich geworden war. Das hatte die Debatte zur Folge, inwiefern Ex-Bischof Dyba, der von 1983 bis zu seinem Tod 2000 im Amt war, über die Vorgänge Bescheid wusste.
Die Stadtpolitik sprach mit Bischof Michael Gerber und mit einem Betroffenen – allerdings jeweils hinter verschlossenen Türen. Vor Kurzem hat der Betroffenenbeirat der Bistümer Fulda und Limburg öffentlich eine Umbenennung der Straße gefordert.
Nach zahlreichen Diskussionen und Anhörungen in den vergangenen Monaten bezogen die Fraktionen am vergangenen Montag erstmals öffentlich Stellung. Im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss ging die Entscheidung über die Umbenennung mit einem Patt aus. Daraufhin musste die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. Dies ist nun passiert.
Große Bürokratie hätte ein neuer Name übrigens nicht nach sich gezogen. An der 150 Meter langen Straße wohnt niemand. Bevor es um deren Umbenennung ging, hatten die Stadtverordneten den Stadtbaurat Daniel Schreiner im Amt bestätigt.
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