Lost Places: Leipzig holt sich leere Fabriken und Hafenspeicher zurück

Lost Places: Leipzig holt sich leere Fabriken und Hafenspeicher zurück
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Category: Business
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Leipzig. Lost Places bedeutet übersetzt verlorene Orte. Leipzig hat besonders viele davon. Die LVZ hat bei Eigentümern, Entwicklern und Vertretern der Stadt zu den bekanntesten Baudenkmälern und leeren Fabriken nachgefragt. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige So entstand ein Überblick jener Standorte, für die es momentan neue Hoffnung und oftmals sogar handfeste Pläne gibt. Anscheinend holt sich Leipzig seine verlorenen Orte gerade zurück. Betonklotz kommt weg, in alten Speicher aber kommt Leben Lindenauer Hafen: Nach dem Wegzug der Leipziger Kraftfuttermittel (Leikra) plant die Stadt für Flächen nördlich der Wohnhäuser ein gemischtes Wohn- und Gewerbequartier. Es soll auch den 1940 erbauten Rhenus-Speicher wiederbeleben, erkennbar an den vielen Fenstern zum Trocknen von Getreide. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige Für das benachbarte Leikra-Werk von 1969 liegt die denkmalrechtliche Abrissgenehmigung vor – sie umfasst auch den 30 Meter hohen Betonklotz mit der Kraftfutter-Mischanlage. Zwei private Flächeneigentümer planen nun mit der Kommune einen städtebaulichen Wettbewerb für das neue Hafenviertel. Jutespinnerei Texafol: Nach über 30 Jahren Leerstand beginnt die Umwandlung der Jutespinnerei Tränkner & Würker in der Lützner Straße 171. Die Lewo AG schafft dort unter dem Namen Hafenwerk 182 Eigentumswohnungen und 85 Sozialwohnungen an der Wiprechtstraße. Zurzeit saniert man den Schornstein und gräbt eine Tiefgaragen-Grube aus, erklärt Entwickler André Jaschke: 'In der Mitte der 195 Meter langen Fabrikhalle von 1896 ist ein Freiraum entstanden. Den füllen künftig zwei Neubauten, Grün und eine Pergola aus historischen Dachbindern.' Bahnhof Plagwitz: Von der 2,3 Hektar großen Fläche an der Ladestraße West sollen 40 Prozent bebaut werden – zwischen Naumburger Straße und Wasserturmplatz. Saniert werden Bestandshäuser wie der als Club genutzte Westbahnhof. Alle Flächen weiter südlich überträgt die Lewo AG an die Kommune – gemäß einem Bürgerbeteiligungsverfahren vor zwei Jahren. Diesen Sommer folgte ein Wettbewerb zu Städtebau und Architektur. Die drei besten Entwürfe stellt eine 'Gläserne Werkstatt' am 11. September öffentlich vor, 14 bis 20 Uhr in der VDI-GaraGe, Karl-Heine-Straße 97. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige Praktiker-Baumarkt: Die Ruine in der Schomburgkstraße 2 macht bald Platz für zwei Möbelmärkte der österreichischen XXXL-Gruppe: einen XXXLutz mit Tiefgarage und einen Discounter Mömax. Zusammen erhalten sie 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Den Österreichern gehören auch Marken wie Porta, Roller, Poco, Butlers, Home24 und moebel.de. Stahlwerk Röchling: Gegenüber vom Ex-Praktiker stehen gewaltige Industriehallen in der Schomburgkstraße 1–3 weitgehend leer. Die älteste, 1919 errichtet und 116 Meter lang, trägt in der Denkmalliste den Namen 'Stahlwerk Röchling-Buderus'. Drinnen existieren noch sozialistische Wandbilder. Die Eigentümerfamilie aus Stuttgart plant auf der sechs Hektar großen Brache einen Handwerker- und Gewerbehof für die Baubranche. Dafür baut sie jetzt an der Merseburger Straße ein Bürohaus mit Glasfassade. Es soll die neue Adresse als 'Fenster zur Stadt' sichtbar machen. Tanklager West: In der Plautstraße 41 musste der Club Ost:End zuletzt um Spenden bitten. Den Betreibern fehlten 65.000 Euro für die weitere Sanierung. 1924 eröffnete die 'Rhenania-Ossag Mineralölwerke AG' hier ein eindrucksvolles Gebilde aus Gebäuden und Kraftstofftanks, die aus dem Boden ragen. Nach der Wende verkaufte man dort Bambusmöbel. 2027 soll der erste Teil des neuen Kulturzentrums am Lindenauer Hafen öffnen. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige Gegenüber, in der Plautstraße 46, hat die Leipziger Stadtbau AG einen Interessenten für den früheren Sitz des VEB Beton- und Kühlturmbau Leipzig gefunden. Körting & Mathiesen: Trotz aller Gefahr klettern Jugendliche oft auf den Dächern der 168 Meter langen Ruine herum. Der sechsgeschossige Klinkerbau neben den Bahngleisen in der Franz-Flemming-Straße 41/45 entfaltet offenbar viel Anziehungskraft. Rechenzentrum wird geplant Seit 1893 entstanden dort Bogenlampen, später Scheinwerfer, Radios, Funkgeräte. Die sanierten Vorderhäuser an der Straße sind mit Gewerbe und Ateliers weitgehend gefüllt, heißt es bei der Eigentümerin Grand City Property (GCP). Für die denkmalgeschützte Riesenruine an den Gleisen prüft der Eigentümer ein Rechenzentrum samt Nebenanlagen, heißt es bei der Stadt. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige Hupfeld-Center: Der 63 Meter hohe Turm in der Ludwig-Hupfeld-Straße 16 ist das Wahrzeichen von Böhlitz-Ehrenberg. Seit Langem läuft die Sanierung, gefördert vom Freistaat Sachsen. Die Firma AGH Projekt 100 aus Lützen ertüchtigt schrittweise die 240 Meter langen Flügel des einst größten Klavierbauers Europas. Sie will dort vor allem Büroflächen vermieten. 2027 sollen die Baugerüste am Turm fallen. Maschinenbau Swiderski: Am stärksten vom Abriss bedroht ist der malerische Bau mit roten Zinnen in der Zschocherschen Straße 78. Die Swiderski-Fabrik steht seit Jahrzehnten leer und verfällt. Die Saller-Gruppe aus Weimar, die in halb Europa Einkaufszentren betreibt, findet keine Einigung mit der Stadt Leipzig. Wenn wir gemeinsam machbare Lösungen finden, können wir unseren Antrag selbstverständlich zurücknehmen. Andreas Barth, von der Saller-Gruppe Anfang August beantragte sie daher die denkmalrechtliche Abrisserlaubnis. Laut Baubürgermeister Thomas Dienberg (Grüne) hat die Stadt viel versucht, um einen Kompromiss zu finden – etwa mit dem Vorschlag, eine bestehende Handelseinrichtung zu verlagern und zu erweitern. 'Unsere Vorschläge und mein letztes Gesprächsangebot an den Eigentümer wurden leider nicht angenommen', sagt Dienberg. SPD-Stadtrat Marius Wittwer schlägt nun einen Runden Tisch vor. Andreas Barth von der Saller-Gruppe sieht das positiv: 'Wenn wir gemeinsam machbare Lösungen finden, können wir unseren Antrag selbstverständlich zurücknehmen.' Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige Kammgarnspinnerei Stöhr: Das Hauptgebäude in der Zschocherschen Straße 79E hat gerade neue Eigentümer bekommen, weil die Berliner Immobilienfirma Ziegert pleiteging. Nebenan plant die CGRE AG aus Leipzig eine Zukunft für das stillgelegte Stöhr-Heizkraftwerk an der Limburgerstraße. Mit Wohnanteil ließe sich das rasch realisieren, heißt es beim Eigentümer. Gleiches gelte für dessen leere Gewerbebauten in Eutritzsch zwischen Zerbster, Wittenberger und Dessauer Straße. Auch die Betreiber vom 'Stöhrwerk' in der Erich-Zeigner-Allee 64 hoffen auf neue Umwandlungsmöglichkeiten des Gesetzgebers von Gewerbe- in Wohnraum. Sie haben ein Sport- und Freizeitzentrum geschaffen, erklärt Geschäftsführer Arata Matsumara: So spiele man in einer Halle, die einst für die Parcours-Anlage 'Ninja-Fox' gedacht war, inzwischen Padel-Tennis. Doch die oberste Etage der alten Fabrik stehe weiter leer und lasse sich nicht als Gewerbe vermieten. 'Da bräuchten wir mehr Entgegenkommen bei der Stadt.' Alter Felsenkeller: Leipzigs ehedem größte Brauerei C. W. Naumann lagerte ihr Bier ab 1844 im Felsenkeller an der Zschocherschen Straße 12. Nach langem Leerstand ist das Tonnengewölbe nahe der Stadtteilbibliothek Plagwitz nun saniert. Ende 2026 finden dort erste Veranstaltungen statt, erläutert Ferdinand Sammler von der DENK Architekten Ingenieure GmbH. 'Erste Wohnungen und Büroflächen in den oberirdischen Neubauten werden im Oktober bezogen.' Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September führt sein Team von 11 bis 14 Uhr Besucher durch die Anlage. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige Derweil saniert in Lützschena Hildebrand und Partner die frühere Sternburg-Brauerei und ergänzt sie um Neubauten; auch dort sollen bald die ersten der 540 Wohnungen vermietet werden. Drei Ringlokschuppen: Am 10. November kommt der Ringlokschuppen am Postbahnhof in Schönefeld zur Zwangsversteigerung – beantragt von einem Gläubiger einer früheren Firma des Bauunternehmers Christoph Gröner. Der ebenfalls seit Jahren verfallene Ringlokschuppen am Lene-Voigt-Park soll zur Förderschule werden – der Baustart hängt von Fördermitteln ab, erklärt Christine Heuer vom BBW-Berufsbildungswerk Leipzig. Neue Hoffnung gibt es zudem für den Ringlokschuppen am Kohlrabizirkus: Der Stadtrat hat soeben einen Bebauungsplan beschlossen, der auch Perspektiven für dieses Objekt der Stadtbau‑AG klärt. Ehemalige Bäder: Für das seit 2004 geschlossene Stadtbad startet ein neuer Rettungsversuch. Das Wirtschaftsdezernat hat eine Fachfirma gebeten, Optionen für das Baudenkmal in der Eutritzscher Straße 21 zu prüfen – auch die Idee eines Wellness-Hotels im Nachbarhaus, das derzeit noch als Flüchtlingsunterkunft dient. Weiterlesen nach der Anzeige Weiterlesen nach der Anzeige In Gohlis schloss das Wackerbad vor zehn Jahren; aktuell läuft eine Online-Petition für die Wiedereröffnung. Ein Ratsbeschluss sieht dort Sport- und Erholungsanlagen ohne Wasserbecken vor. LVZ

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