Der Finanzvorstand von Carl Zeiss Meditec, Justus Felix Wehmer, hat am Freitag erneut Aktien seines eigenen Unternehmens gekauft. Laut einer Pflichtmitteilung erwarb er 3.151 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 32,37 Euro, das entspricht einem Volumen von 103.568 Euro. Der Kauf erfolgte über die Börse Xetra.
Es ist bereits die wiederholte Order dieser Art aus dem Vorstand binnen kurzer Zeit. Solche Käufe gelten unter Anlegern traditionell als Signal, dass das Management die aktuelle Kursschwäche für übertrieben hält – zumal Insiderkäufe eigenes Geld und damit ein persönliches Bekenntnis zum Unternehmen bedeuten.
Kurs reagiert verhalten positiv
Die Aktie von Carl Zeiss Meditec notiert aktuell bei 32,02 Euro und damit rund 1,5 Prozent über dem Vortagesniveau. Auf Monatssicht hat das Papier um 7,5 Prozent zugelegt und sich damit von seinem 52-Wochen-Tief bei 22,66 Euro, das erst im März markiert wurde, spürbar entfernt. Auf Jahressicht bleibt die Aktie mit einem Minus von 20 Prozent aber weiterhin deutlich unter Wasser.
Der Zeitpunkt des Kaufs ist bemerkenswert: Er fällt in eine Phase, in der der Konzern operativ unter Druck steht. Der Medizintechnikhersteller hatte im August die im Frühjahr gesenkte Umsatz- und Margenprognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt, nachdem Wechselkurseffekte, ein ungünstiger Produktmix und schwächere Lieferungen im Diagnosetechnik-Geschäft die Marge belastet hatten.
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Parallel dazu läuft seit August das Restrukturierungsprogramm 'ProfitUp', mit dem der Vorstand bis zum Geschäftsjahr 2028/29 eine jährliche Ergebnisverbesserung von mehr als 200 Millionen Euro erreichen will – unter anderem durch den Abbau von bis zu 1.000 Stellen weltweit und eine Verlagerung von Produktionskapazitäten in kostengünstigere Länder.
Aktionärsstruktur bleibt im Umbruch
Zusätzliche Dynamik erhält die Aktie durch die Muttergesellschaft Carl Zeiss AG, die im Juni angekündigt hatte, ihre Beteiligung an Carl Zeiss Meditec um bis zu 200 Millionen Euro über die Börse aufzustocken. Der Erwerb soll bis Ende Februar 2027 abgeschlossen sein, wobei der Stimmrechtsanteil die Schwelle von 70 Prozent nicht überschreiten soll. Ein Delisting ist nach Angaben des Konzerns nicht beabsichtigt.
Auch an der Unternehmensspitze bahnt sich ein Wechsel an: Bronwyn Brophy O'Connor, derzeit Vorstandsvorsitzende bei Vitrolife Group in Schweden, soll künftig den Vorstandsvorsitz bei Carl Zeiss Meditec übernehmen. Ihr Amtsantritt hängt jedoch noch von laufenden Verhandlungen mit ihrem bisherigen Arbeitgeber ab. Bis dahin führt Andreas Pecher das Unternehmen interimistisch.
Für Anleger verdichten sich damit mehrere Signale: Der Aktienkauf des Finanzvorstands, die geplante Aufstockung durch die Muttergesellschaft und der bevorstehende Führungswechsel deuten darauf hin, dass zentrale Akteure trotz der schwachen operativen Zahlen an eine mittelfristige Erholung glauben.
Ob sich dieser Optimismus in den kommenden Quartalen in den Geschäftszahlen niederschlägt, muss sich erst noch zeigen – der Erfolg des Restrukturierungsprogramms dürfte dabei zum entscheidenden Prüfstein werden.
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