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Der Eiffelturm blieb wegen eines spontanen Streiks am Montag geschlossen.
Reuters
Ermittlungen eingeleitet Frauen unerwünscht – Eklat legt Eiffelturm lahm
Ein Delegationsbesuch sorgte am Eiffelturm für Wirbel. Weil Mitarbeiterinnen ausgeschlossen worden sein sollen, reagierten Kollegen mit einem Streik. Von Newsdesk Heute
08.09.2026, 18:29
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Ein Besuch einer konservativ-hinduistischen Delegation hat beim Eiffelturm einen heftigen Konflikt ausgelöst. Weibliche Beschäftigte sollen während des Besuchs aus bestimmten Bereichen abgezogen worden sein – ihre Kollegen reagierten mit einem spontanen Streik, das Pariser Wahrzeichen blieb am Montag geschlossen.
Am Dienstag kehrte wieder Normalbetrieb ein. Die Betreibergesellschaft Societe d'exploitation de la Tour Eiffel (SETE) öffnete den Eiffelturm laut ihrer Website um 9.30 Uhr. Unterdessen kündigte die Pariser Stadtregierung Untersuchungen zu den Vorgängen an.
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Delegation entschuldigt sich
Auslöser war der Besuch einer rund 100 Personen umfassenden Delegation der konservativ-hinduistischen Organisation Bochasanwasi Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha (BAPS) am Samstag.
Am Montagabend reagierte die Gruppe auf die Kritik und erklärte auf X, man nehme die Bedenken "sehr ernst". Wegen der Größe der Delegation sei der Besuch in Abstimmung mit den Verantwortlichen für den Beginn der regulären Öffnungszeit am Morgen angesetzt worden, um andere Gäste möglichst wenig zu beeinträchtigen. "Nach unserem Kenntnisstand wurde zu keinem Zeitpunkt irgendjemandem der Zutritt zum Eiffelturm verweigert."
Bei allen Personen, die sich "verletzt" gefühlt hätten, wolle man sich "aufrichtig entschuldigen". Die Organisation erklärte zudem, den "universellen Werte des gegenseitigen Respekts" verpflichtet zu sein. Auf den Vorwurf, weibliche Beschäftigte seien ausgeschlossen worden, ging BAPS dabei nicht direkt ein.
"Kontakt zu Frauen" sollte eingeschränkt werden
Die Betreibergesellschaft räumte laut "Le Parisien" allerdings ein, dass bei der Führung der "Kontakt zu Frauen" eingeschränkt werden sollte.
Ariel Weil, Bürgermeister des Stadtbezirks Paris Centre (PS) und Vorsitzender der SETE, bezeichnete eine solche Vorgehensweise als nicht akzeptabel. Er "bekräftige das Bekenntnis des Eiffelturms zu den republikanischen Werten und zur Gleichstellung von Frauen und Männern". "Diese Bedingungen" hätten "nicht akzeptiert werden dürfen", sagte Weil. Weiter erklärte er: "Wir werden aufklären, was geschehen ist, und die notwendigen Schlussfolgerungen ziehen."
Kollegen legen aus Protest Arbeit nieder
Nach Angaben der Belegschaft waren Mitarbeiterinnen während des Besuchs aufgefordert worden, ihre Arbeitsplätze zu verlassen. Die BBC zitierte Belegschaftsvertreterin Diane Davoine damit, dass Frauen bei der Ankunft der Delegation gebeten worden seien, ihre Posten zu räumen.
Aus einem Schreiben der Gewerkschaft Confederation generale du travail (CGT) zitierte "Le Monde", einige Mitarbeiterinnen hätten ihre Arbeitsplätze "zu verlassen und sich in Nebenräume zurückzuziehen" gehabt.
Teilweise sollen männliche Kollegen ihre Aufgaben übernommen haben. Frauen hätten zudem die Anweisung bekommen, "bestimmte Bereiche während der Anwesenheit der Delegation nicht zu betreten".
Die Beschäftigten seien "schockiert" gewesen, in eine Situation geraten zu sein, die "schwerwiegend und zutiefst im Widerspruch zu den Werten der Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung" stehe.
Aus Solidarität mit ihren Kolleginnen legten männliche Mitarbeiter schließlich die Arbeit nieder. Der Eiffelturm blieb deshalb am Montag überraschend geschlossen.
Zwei Untersuchungen angekündigt
Auch in der Pariser Politik sorgt der Vorfall für Empörung. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Gregoire bezeichnete es auf X als "inakzeptabel", dass die Leitung des Eiffelturms den Bedingungen der Delegation zugestimmt habe.
Am Dienstag kündigte er gegenüber BFMTV zwei Untersuchungen an. Dabei soll geklärt werden, wie es zu den Entscheidungen rund um den Besuch kommen konnte.
Eine Untersuchung soll von der Betreibergesellschaft SETE gemeinsam mit einem externen Dritten durchgeführt werden. Zusätzlich will die Stadt Paris, der der Eiffelturm gehört und die 99 Prozent an SETE hält, den Fall untersuchen lassen. Ziel ist auch, eine Wiederholung zu verhindern.
"Ausgegrenzt, ersetzt und unsichtbar gemacht"
Die Belegschaft kritisierte die "dienstlichen Anweisungen", durch die weibliche Beschäftigte "aufgrund ihres Geschlechts ausgegrenzt, ersetzt und unsichtbar gemacht wurden".
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BAPS steht der hindu-nationalistischen Partei des indischen Premierministers Narendra Modi nahe. Die Organisation hatte am Sonntag in Bussy-Saint-Georges im Département Seine-et-Marne nahe Paris ihren ersten großen Tempel in Frankreich eröffnet.
Der Eiffelturm wird nach Angaben der Betreibergesellschaft jedes Jahr von rund 6,3 Millionen Menschen besucht. Das 330 Meter hohe Wahrzeichen entstand zwischen 1887 und 1889 anlässlich des 100. Jahrestages der Französischen Revolution und trägt den Namen seines Erbauers Gustave Eiffel.
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08.09.2026, 18:29
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