Die Rollenverteilung zu Hause ist über viele Jahre klar: Mamas und Papas sind die Vorbilder, bringen ihren Kindern alles bei und wissen einfach, wie die Welt funktioniert. Doch das ändert sich mit Teenagern.
Die haben nämlich jetzt eine eigene Meinung, sehen viele Dinge ganz anders und sind selten einer Meinung mit ihren Eltern. Glauben wollen sie denen auch nicht mehr alles. Das kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Aber es kann auch ziemlich lehrreich sein.
Teenager können uns Eltern nämlich Dinge beibringen, die wir vielleicht vergessen haben oder aber, die wir noch nie richtig konnten.
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1. Nicht alles persönlich zu nehmen
Teenager können schlechte Laune verbreiten, ohne das man auch nur ahnen könnte, warum. Knappe Antworten, genervte Blicke und zufliegende Zimmertüren geben uns Eltern immer wieder Rätsel auf. Selten hat man aber direkt mit der schlechten Stimmung des Nachwuchses zu tun und schuld ist man sehr oft auch nicht.
Ein blöder Tag, Stress in der Schule, Streit mit Freund*innen oder zu wenig Schlaf können allesamt für schlechte Laune beim Kind sorgen. Und manchmal nervt auch einfach alles aus Prinzip.
Die schlechte Laune des Nachwuchses ist aber kein Angriff auf uns. Die knappen Antworten bedeuten nicht, dass wir schuld sind und auch nicht, dass wir die Schuld bei uns suchen sollten. Unser Kind lehnt uns in der Situation nicht ab, sondern es hat schlichtweg mit sich selbst zu tun.
Nicht überall müssen wir Eltern eine Botschaft hineinlesen. Weder zu Hause, noch außerhalb der Familie. Hat man das einmal verstanden, lebt es sich wesentlich entspannter.
2. Dass man nicht immer erreichbar sein muss
Wir haben verlernt, nicht zu reagieren. Das Handy piept oder klingelt und schon haben wir's in der Hand, um nichts zu verpassen oder andere länger warten lassen zu müssen.
Teenager machen das besser. Sie reagieren manchmal stundenlang gar nicht, drücken Anrufer weg oder verschwinden einfach in ihrem Zimmer und sind schlicht nicht verfügbar.
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Das kann uns Eltern, zugegeben, gelegentlich wahnsinnig machen. Trotzdem steckt darin etwas, das Erwachsene durchaus von ihren Kindern lernen können: Man darf auch mal nicht erreichbar sein.
Nicht jede Nachricht braucht sofort eine Antwort. Nicht jeder Bitte muss immer sofort nachgegangen werden. Und man muss auch nicht ständig für alle anderen verfügbar sein, nur weil man durchgehend erreichbar wäre.
3. Die eigene Meinung nicht ständig zu entschuldigen
Teenager können sehr direkt sein. Manchmal vielleicht sogar zu direkt. Viele Erwachsene auf der anderen Seite haben sich irgendwann angewöhnt, die eigene Meinung abzusichern. Da wird ausführlich erklärt, warum man etwas nicht mag oder man entschuldigt sich direkt, um bloß niemanden vor den Kopf zu stoßen.
Teenager sind da viel unkomplizieter. Sie sagen ganz deutlich, was sie mögen und nicht mögen, wann etwas langweilig ist oder störend.
Natürlich gehört zum Erwachsenwerden dazu, zu lernen, wie man seine Meinung äußert, ohne andere unnötig zu verletzen. Aber die grundsätzliche Fähigkeit, ehrlich und offen zu sagen 'Das passt mir nicht', ist eine ziemlich wertvolle.
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4. Dass Freundschaften Arbeit wert sind
Mit zunehmendem Alter werden Freundschaften komplizierter, weil man einfach viel weniger Zeit hat. Also meldet man sich zu selten, verschiebt Treffen Woche um Woche und irgendwann kennt man das Leben der Freunde nur noch aus kurzen Text- oder Sprachnachrichten.
Teenager erinnern einen daran, wie wichtig Freundschaften sein können. Sie verabreden sich, telefonieren stundenlang, fahren quer durch die Stadt, um jemanden zu sehen, und stecken so unglaublich viel Energie in ihre Beziehungen. Freundschaften sind ein zentraler und wichtiger Teil ihres Lebens.
Und damit haben sie absolut recht, denn Menschen, die uns wichtig sind, sollte man nicht immer nur dann sehen, wenn es zufällig passt. Wir sollten Zeit für sie schaffen.
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5. Dinge nicht zu lange aufschieben, die Spaß machen
Erst die Wohnung aufräumen, dann noch einkaufen, die Wäsche muss auch gemacht werden und Arbeit ist auch liegengeblieben. Wir Erwachsenen schieben die schönen Dinge immer ganz nach hinten und sind am Ende unserer zu-erliegen-Liste oft zu müde, um uns dann noch etwas Gutes zu tun.
Teenager leben viel mehr im Moment. Sie tun viel öfter Dinge, die keinen Zweck haben, sondern einfach nur Spaß machen. In ihrem Leben muss nicht alles produktiv sein. Und vielleicht ist das eine Sache, die wir unbedingt wieder lernen sollten.
6. Dass man nicht jedem sympathisch sein kann
Eventuell trifft das besonders auf meine Generation, die Millennial-Generation, zu, aber wir lieben es, es allen recht zu machen. Die gute Kollegin, die gute Mutter, angenehme Nachbarin, gute Freundin, dabei vergessen wir ganz oft, dass wir gar nicht jedem gefallen müssen.
Unsere Teenager sind darin viel besser. Zwar beschäftigt sie auch, was andere über sie denken, und trotzem schwimmen sie auf der Suche nach ihrem eigenen Ich gerne mal gegen den Strom. Sie finden bestimmte Trends albern und machen dann einfach ihr eigenes Ding.
Damit erinnern sie uns, dass Anpassung nicht automatisch der beste Weg ist.
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7. (Alte) Regeln zu hinterfragen
Mit einem Satz wie 'Das haben wir immer so gemacht' entzündet man schnell eine großes Argumentationsfeuer bei einem Teenager. Seine Fragen, warum etwas so sein muss, wer das entschieden hat oder warum man das nicht ändern kann, sind dann unbequem, aber nützlich. Es ist grundsätzlich nämlich absolut richtig, Regeln und Gewohnheiten nicht blind zu übernehmen, nur weil sie schon lange existieren.
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Und so bringen unsere Kinder uns eben auch dazu, die eigenen Überzeugungen noch mal zu überdenken. Nicht jede Regel ist falsch, aber eben auch nicht jede automatisch richtig, nur weil sie schon immer da war.
8. Sich zu verändern, ohne sich dafür zu rechtfertigen
Teenager sind sehr wechselhaft in dem, was sie mögen und nicht mögen. Und das kann für uns Eltern verwirrend sein. Aber es steckt etwas Gutes darin: Dass man seine Meinung einfach wechseln kann.
Man muss nicht an etwas festhalten, nur weil man früher einmal begeistert davon war. Man darf sich neu ausprobieren und man darf merken, dass etwas doch nicht so gut zu einem passt.
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Gerade wir Erwachsenen bleiben oft viel zu lange bei Dingen, die uns eigentlich nicht mehr guttun, beim Job, bei Gewohnheiten oder sogar bei der Vorstellung davon, wer wir sein wollen.
Eltern müssen ihrem Teen nicht voraus sein
Wir Eltern tragen Verantwortung für vieles. Genau deshalb entscheiden wir weniger spontan, sind öfter auf Sicherheit als das Risiko bedacht und scheuen uns manchmal auch vor Veränderungen. Ganz anders als unsere Teenager.
Und ja, wir müssen sie auch jetzt noch gelegentlich leiten oder ihnen Grenzen setzen, aber es schadet gewiss nicht, wenn wir uns hin und wieder fragen, was wir eigentlich von ihnen lernen können?
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