CDU-Abgeordneter Krull stoppt Enthaltungsplan bei AfD-Kandidaten

CDU-Abgeordneter Krull stoppt Enthaltungsplan bei AfD-Kandidaten
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Category: Politics
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CDU-Landtagsabgeordneter Tobias Krull korrigiert seine zunächst missverständliche Aussage zur Enthaltung bei einer möglichen Wahl des AfD-Politikers Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten. Damit setzt er ein klares Signal gegen eine Unterstützung des AfD-Kandidaten durch Stimmenthaltung. Der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Krull hat seine ursprüngliche Aussage zur Enthaltung bei einer möglichen Wahl des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts zurückgenommen. Statt sich zu enthalten, kündigte er nun an, im Landtag gegen Siegmund zu stimmen. Krulls ursprüngliche und korrigierte Aussage Nach Angaben des 'Redaktionsnetzwerks Deutschland" soll Krull zunächst auf die Frage, ob er für Siegmund stimmen werde und ob er sich andernfalls enthalten werde, geantwortet haben: 'Nein und ich werde mich enthalten." Diese Formulierung hätte im Fall einer tatsächlichen Wahl eine Enthaltung bedeutet, die die Hürde für eine erfolgreiche Abstimmung senkt. In einer zweiten schriftlichen Antwort am Abend stellte Krull jedoch klar, dass er sich 'natürlich nicht enthalten" und gegen den AfD-Kandidaten stimmen werde. Regeln für die Wahl des Ministerpräsidenten Für die Wahl des Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt sind im Landtag klare Stufen vorgesehen. In den ersten beiden Wahlgängen benötigt ein Kandidat jeweils 42 Stimmen, um gewählt zu werden. Kommt diese Mehrheit in beiden Wahlgängen nicht zustande, entscheidet der Landtag darüber, ob die laufende Wahlperiode beendet wird oder fortgesetzt werden soll. Dritter Wahlgang mit einfacher Mehrheit Wird die Wahlperiode nicht beendet, erfolgt ein dritter Wahlgang. In dieser Runde genügt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Enthaltungen zählen dabei nicht als abgegebene Stimmen und senken somit die absolute Zahl, die für eine Wahl erforderlich ist. Eine Enthaltung erhöht daher rechnerisch die Wahrscheinlichkeit, dass die Stimmen der AfD-Fraktion ausreichen könnten, um Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. Politische Brisanz der Enthaltungsfrage Vor diesem Hintergrund ist die Frage, ob Abgeordnete sich enthalten oder klar gegen einen Kandidaten stimmen, von erheblicher politischer Bedeutung. Dass Tobias Krull seine zunächst missverständliche Aussage nun ausdrücklich korrigiert und ein Nein zu Siegmund ankündigt, dürfte in der weiteren Diskussion über mögliche Mehrheiten und die Haltung der CDU zur AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt eine Rolle spielen. Die Rücknahme der Enthaltungsankündigung von Tobias Krull fällt in eine äußerst zugespitzte politische Lage in Sachsen-Anhalt. Die AfD stellt mit Ulrich Siegmund einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten und könnte in einem dritten Wahlgang mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen zum Zuge kommen, wenn sich ausreichend Abgeordnete enthalten oder fehlen. Damit rückt jede einzelne Stimme und Enthaltung in den Fokus der landespolitischen Debatte. Parlamentarische Mechanik und politische Signalwirkung Die dts-Meldung macht deutlich, wie stark das Wahlverfahren im Landtag die Dynamik beeinflusst: In den ersten beiden Wahlgängen ist eine feste Stimmenzahl erforderlich, im dritten Wahlgang hängt alles von den tatsächlich abgegebenen Stimmen ab. Enthaltungen senken dabei die notwendige Hürde und erhöhen rechnerisch die Chancen des AfD-Kandidaten. Dass Krull nun klar erklärt, 'nicht enthalten und dagegen stimmen' zu wollen, ist deshalb nicht nur eine persönliche Klarstellung, sondern auch ein öffentliches Signal zur Abgrenzung gegenüber der AfD. Bedeutung für CDU und Landespolitik Innerhalb der CDU steht seit Jahren die Frage im Raum, wie strikt sich die Partei von der AfD distanziert. Einzelne Stimmen, die mit Enthaltungen oder Unterstützung für AfD-Initiativen auffallen, lösen regelmäßig parteiinterne Diskussionen aus. Der Vorgang um Krulls zunächst missverständliche, dann korrigierte Aussage reiht sich in diese Debatten ein und dürfte innerhalb der Landtagsfraktion und in der Landespolitik aufmerksam verfolgt werden. Für die Bürgerinnen und Bürger zeigt der Fall, wie sehr taktische Überlegungen bei Landtagswahlen institutionelle Abläufe und politische Positionierungen prägen können, insbesondere wenn ein AfD-Kandidat realistische Chancen auf ein Spitzenamt erhält.

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